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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Juli 2013

Demokratische Republik Kongo: EU stockt humanitäre Hilfe auf und schlägt Alarm wegen der Folgen der Krise für die Zivilbevölkerung

Die Europäische Kommission mobilisiert zusätzliche 10 Mio. EUR für dringend benötigte Hilfe zugunsten von 2,5 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wo sich eine der vielschichtigsten und dauerhaftesten humanitären Krisen der heutigen Zeit abspielt.

Mit den zusätzlichen Mitteln erhöht sich die dieses Jahr von der Kommission für die DRK und das Gebiet der großen Seen bereitgestellte humanitäre Hilfe auf 71 Mio. EUR. Damit ist die EU der größte humanitäre Geber für die Region. Grund für die neue Hilfe sind die an Intensität zunehmenden Kämpfe im Osten der DRK, die verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben.

Millionen von Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sind die Leidtragenden einer der langwierigsten humanitären Notsituationen unserer Zeit. Über 2,7 Millionen Menschen waren gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen, mehr als eine Million davon allein im vergangenen Jahr. Über 440 000 kongolesische Flüchtlinge sind in andere afrikanische Länder geflohen.

Durch das Wiederaufflammen der Kämpfe, bei denen das humanitäre Völkerrecht systematisch mit Füßen getreten wird, verschlechtert sich die humanitäre Lage in den östlichen Gebieten des Landes zusehends.

Menschenrechtsverletzungen, einschließlich sexueller Gewalt, Entführungen, und die Zwangsrekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen sind Teil eines grausamen Musters missbräuchlicher Verhaltensweisen. Es wird berichtet, dass Ausmaß und Schwere der sexuellen Gewalt gegen Frauen im Osten der DRK immer weiter zunehmen, wobei auch Kleinkinder und sogar Säuglinge zu den Opfern gehören.

Die Welt muss endlich aufwachen und sofort gegen die barbarische sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt im östlichen Kongo vorgehen“, erklärte Kristalina Georgieva, die Europäische Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

Während meines letzten Besuchs in den Kivu-Provinzen habe ich gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege, dem Gründer und Leiter des von der EU finanzierten Krankenhauses in Panzi, Überlebende sexueller Gewalt getroffen. Ihre Tapferkeit angesichts von soviel Leid ist eine Lektion in Menschenwürde.

Ich rufe alle, die im östlichen Kongo Einfluss haben, auf, ihr Möglichstes zu tun, um diese barbarischen Gewalttaten zu beenden. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die humanitäre Hilfe unter strikter Achtung der humanitären Grundsätze fortgesetzt werden kann, damit wir alle Bedürftigen erreichen können, wo immer sie sich aufhalten.“

Mit den neuen Mitteln unterstützt die Europäische Kommission die bedürftigsten Bevölkerungsgruppen in der DRK mit unmittelbar lebensrettenden Maßnahmen wie der Verteilung von Grundnahrungsmitteln und lebenswichtigen Hilfsgütern und bietet Schutz, Unterkünfte, medizinische Versorgung, sauberes Wasser, Sanitärversorgung und Hygienemaßnahmen.

Die Hilfe wird über die humanitären Partner der Europäischen Kommission im Land bereitgestellt, einschließlich Einrichtungen der Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen.

Hintergrund

Die Demokratische Republik Kongo weist auf dem Index der Vereinten Nationen für menschliche Entwicklung (HDI 2012) gegenwärtig den niedrigsten Wert aller Länder in Bezug auf Lebenserwartung, Bildung und Lebensstandard auf.

Wegen Sicherheitsproblemen und logistischen Hindernissen gestaltet sich der Zugang zur notleidenden Bevölkerung vielfach sehr schwierig. Damit die humanitäre Hilfe in abgelegene Gebiete gelangen kann, setzt die Europäische Kommission ECHO Flight ein, den humanitären Flugdienst der EU. Drei der vier ECHO-Flight-Flugzeuge befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo, wo einige Gebiete nur nach Fußmärschen oder auf dem Luftweg erreicht werden können. 2012 stellte die Kommission für ECHO Flight insgesamt 7 Mio. EUR zur Verfügung.

Ein im Land eingesetztes Team humanitärer Experten der Kommission überwacht die Lage, den Bedarf und den Einsatz der EU-Gelder. Die Kommission verfügt über Büros in Kinshasa, Bukavu und Goma. Sie arbeitet mit den 31 humanitären Organisationen zusammen, die am besten in der Lage sind, Hilfe in der DRK zu leisten, darunter UNICEF, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, UNOCHA und mehrere NRO.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Kontakt:

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


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