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Europäische Kommission investiert 600 Millionen Euro in neue Forschungen zur Verringerung der Überlastung des europäischen Luftraums

European Commission - IP/13/664   10/07/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 10. Juli 2013

Europäische Kommission investiert 600 Millionen Euro in neue Forschungen zur Verringerung der Überlastung des europäischen Luftraums

Die Europäische Kommission hat heute bekannt gegeben, dass sie neue Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro bereitstellen wird, um gegen die Überlastung des europäischen Luftraums vorzugehen. Ihr Ziel ist es, die Kapazitätskrise abzuwenden, mit der aufgrund des prognostizierten Anstiegs der Zahl der Flüge um 50 % in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu rechnen ist. Dabei sollen die neuen Technologien entwickelt werden, die zur Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums erforderlich sind, des ehrgeizigen Projekts zur Reform des europäischen Luftraums, mit dem seine Kapazität verdoppelt und die Verwaltungskosten des Luftverkehrs halbiert werden sollen.

Dazu der für Verkehr zuständige EU-Kommissar Siim Kallas: „Der europäische Luftraum und die Flughäfen stehen kurz vor einem Kollaps. Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird das zu einer schweren Überlastung und zu Chaos in unserem Luftraum führen. Die Situation auf den Flughäfen wird sich so verschärfen, dass 2 Millionen Flugzeuge nicht mehr starten oder landen können. Eine weitere Überlastung führt auch zu höheren Sicherheitsrisiken sowie zu größeren Verspätungen und realen wirtschaftlichen Kosten. Diese dringend benötigten Forschungsmittel werden die Entwicklung der Technologien ermöglichen, die zur Schaffung eines europäischen Luftraums mit weniger Emissionen, mehr Effizienz und einer echten Perspektive für das 21. Jahrhundert unverzichtbar sind.”

Ineffizienzen aufgrund der Fragmentierung des europäischen Luftraums verursachen den Luftfahrtunternehmen und ihren Kunden jährlich zusätzliche Kosten von nahezu 5 Mrd. EUR. Die Flugstrecke verlängert sich dadurch je Flug im Durchschnitt um 42 km, so dass die Luftfahrzeuge mehr Treibstoff verbrauchen und damit mehr Emissionen verursachen; außerdem entstehen höhere Flugsicherungsgebühren und mehr Verspätungen. In den Vereinigten Staaten fallen in einem Luftraum gleicher Größe, in dem aber mehr Verkehr abgewickelt wird, nur etwa halb so hohe Kosten für die Flugsicherung an.

Diese Forschungen sind von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums, dem Leitprojekt für die Schaffung eines echten gemeinsamen europäischen Luftraums mit verdreifachter Kapazität und nur noch halb so hohen Kosten für das Flugverkehrsmanagement. Die Verwaltung dieser Forschungen wird auch weiterhin vom gemeinsamen Unternehmen SESAR (Forschung und Entwicklung für das Flugverkehrsmanagement im einheitlichen europäischen Luftraum) gewährleistet, dessen Mandat um acht Jahre bis 2024 verlängert wird.

Ziel der Forschungen ist es, das Fliegen sauberer, billiger und sicherer zu machen. Die neuen Mittel sollen vor allem verwendet werden für

  1. die Schaffung der Voraussetzungen für die Luftfahrtunternehmen, die von ihnen bevorzugten (und direkteren) Strecken zu fliegen, wobei neue Technologien für den Datenaustausch zwischen Flugzeug und Boden genutzt werden;

  2. die Integration neuer Luftfahrzeugtypen, z. B. Drohnen, in das Flugverkehrs­managementsystem;

  3. die Optimierung des Verkehrsmanagements, insbesondere am Boden; dabei ist ein Ziel z. B. mehr Effizienz und Sicherheit für den Zugang zu den Start- und Landebahnen und ihr Verlassen bei allen Witterungsbedingungen.

An dem Projekt sind über 2500 Experten aus allen Fachbereichen des Flugverkehrsmanagements (ATM) beteiligt. Ihre Arbeiten zur koordinierten ATM-Forschung werden ebenso fortgesetzt wie Entwicklungs- und Validierungstätigkeiten, einschließlich großmaßstäblicher Demonstrationsvorhaben.

Die Verlängerung des Mandats des gemeinsamen Unternehmens SESAR beweist das starke Engagement der Kommission für das Projekt des einheitlichen europäischen Luftraums (vgl. IP 13/523) und unterstreicht die Bedeutung der bisher von SESAR erzielten Ergebnisse.

Das gemeinsame Unternehmen SESAR wird auch weiterhin von Eurocontrol und von der Luftfahrtbranche kofinanziert. Der Anteil der EU an den Mitteln für die Verlängerung, der maximal 600 Millionen Euro betragen wird, soll innerhalb des neuen mehrjährigen Finanzrahmens aus dem Programms „Horizont 2020” finanziert werden. Er ist Teil des geschätzten Gesamtbudgets für das neue Arbeitsprogramm des fortgeführten gemeinsamen Unternehmens SESAR in Höhe von 1,6 Mrd. Euro. Für die Verteilung der Mittel aus diesem Budget wurden folgende Richtwerte angesetzt: ATM-Sondierungsforschung (6 %), angewandte Forschung (47 %), vorindustrielle Entwicklung (28 %) und großmaßstäbliche Demonstrationsprojekte (9 %).

Hintergrund

Das gemeinsame Unternehmen SESAR ist eine einzigartige öffentlich-private Partnerschaft, deren Ziel die Entwicklung eines Flugverkehrsmanagementsystems (ATM-Systems) der neuen Generation ist, das in der Lage ist, das immer höhere Verkehrsaufkommen sicher, möglichst kostenwirksam und umweltfreundlich zu bewältigen. Das gemeinsame Unternehmen ist auch für den europäischen ATM-Masterplan zuständig, den Zeitplan für alle Tätigkeiten des gemeinsamen Unternehmens SESAR und ihre künftige Entwicklung.

Das gemeinsame Unternehmen SESAR wurde 2007 gegründet, um alle ATM-bezogenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in der EU innerhalb der finanziellen Vorausschau 2007-2013 zu koordinieren, weshalb das Mandat ursprünglich bis zum 31. Dezember 2016 befristet wurde.

Die 2 Gründungsmitglieder des gemeinsamen Unternehmens SESAR (EU und Eurocontrol) und seine weiteren 15 Mitglieder, zu den öffentliche und private Partner gehören, darunter der Flugzeugbauer Airbus, bedeutende nationale Flugsicherungsorganisationen und Flughäfen sowie Ausrüstungshersteller, z. B. Thales, Indra, Alenia Aermacchi, Frequentis, Selex SI und Honeywell, haben bereits ihren Willen bekundet, ihre Arbeit bei SESAR fortzusetzen.

Das gemeinsame Unternehmen SESAR spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Technologie für die Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums, dem Leitprojekt für die Schaffung eines echten gemeinsamen europäischen Luftraums. Dabei wird angestrebt:

  1. die Halbierung der ATM-bezogenen Ausgaben für Luftraumnutzer;

  2. die Verringerung der Umweltauswirkungen von Flügen um 10 %;

  3. die Verdreifachung der Kapazität, wodurch u. a. Verspätungen am Boden und in der Luft abgebaut werden;

  4. die Verbesserung der Sicherheit um das Zehnfache.

Weitere Informationen:

IP/13/523

http://www.sesarju.eu/(auf Englisch)

http://ec.europa.eu/transport/modes/air/sesar/(auf Englisch)

Vizepräsident Kallas auf Twitter

MEMO/13/666

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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