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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 8. Juli 2013

Umwelt: Wie können wir Phosphor effizienter einsetzen und Recyclingmöglichkeiten schaffen?

Die Kommission leitet eine Konsultation zur nachhaltigeren Verwendung von Phosphor ein. Phosphor wird in der Landwirtschaft vielfältig eingesetzt und ist ein wesentliches Element von Dünge- und Futtermitteln. Allerdings handelt es sich um eine Ressource, für die es keine Alternative gibt. Die Vorräte sind begrenzt, die Preise unbeständig; und derzeit wird viel Phosphor verschwendet, was zu Bedenken hinsichtlich der Kosten und der künftigen Verfügbarkeit in der EU und weltweit führt.

Bei der Konsultation wird gefragt, wie sichergestellt werden kann, dass auch künftigen Generationen Phosphor zur Verfügung steht, und wie unerwünschte Nebeneffekte der Phosphorverwendung auf die Umwelt minimiert werden können. Das Abfließen von Phosphor von Äckern in Wasserläufe kann beispielsweise zu verstärktem Wachstum von Wasserpflanzen und Algen, der sogenannten Eutrophierung, führen.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Aktuell gehen wir mit dieser kostbaren Ressource verschwenderisch um und machen sie zu einem Schadstoff. Eine effizientere Nutzung wird die Auswirkungen von Phosphor auf die Umwelt verringern und die Versorgungssicherheit erhöhen. Außerdem können wir neue Geschäftsmöglichkeiten bei der Wiederverwertung schaffen.“

Die Konsultation dient der Einleitung einer Diskussion über die Verwendung von Phosphor und Möglichkeiten, diese ressourceneffizienter zu machen. Diese Mitteilung zielt nicht auf spezifische Rechtsvorschriften ab, sondern soll die europäischen Organe und alle Interessengruppen zu einer Stellungnahme zu dieser Frage animieren.

Es werden eine Reihe von Optionen zur Verbesserung der derzeitigen Situation vorgeschlagen, darunter die gezieltere Verwendung von Dünge- und Futtermitteln, die Verringerung der Bodenerosion und die Förderung der Wiederverwertung von Phosphor aus Dung, Abwasser und Kompost. Die Teilnehmer werden ersucht, darüber nachzudenken, was getan werden könnte, um die Rückgewinnung aus anderen Quellen wie Lebensmittel- und biologisch abbaubaren Abfällen zu fördern.

Bei der Konsultation wird auch um Vorschläge ersucht, um Probleme von Angebot und Nachfrage zu bewältigen und mit den Risiken der Bodenverunreinigung umzugehen. Außerdem wird gefragt, welche Technologien oder Innovationen gefördert werden sollten, um die nachhaltige Nutzung von Phosphor zu verstärken.

Die nächsten Schritte

Das Europäische Parlament, der Rat und die anderen europäischen Organe, Bürger, Behörden, NRO und Unternehmen sind gebeten, ihre Standpunkte bis zum 1. Dezember 2013 mitzuteilen. Die Kommission wird die Beiträge im Laufe des Jahres 2014 prüfen. Sie wird die Ergebnisse dieser Prüfung in den einschlägigen Politikbereichen von der Agrarpolitik über die Wasser- und Abfallbestimmungen bis hin den Vorschriften für Rohstoffe einarbeiten.

Hintergrund

Die Produktivität der modernen landwirtschaftlichen Systeme hängt weitgehend von der Behandlung der Böden mit Phosphor in Form von Dünger sowie vom Phosphorzusatz in tierischen Futtermitteln ab. Ein Großteil des Phosphors stammt aus Phosphatbergwerken. Allerdings gibt es nur ein solches Bergwerk in der EU, während das meiste in der EU verwendete Phosphatgestein in Nordafrika und Russland abgebaut wird. Ein guter Überblick über die Situation wird hier gegeben.

Derzeit wird entlang der Nahrungsmittelherstellungskette viel Phosphor verschwendet, was häufig zu Umweltproblemen wie Wasserverschmutzung führt. Im EU-Recht wird die Wasserverschmutzung durch Phosphate im Rahmen von Rechtsvorschriften wie der Nitrat-Richtlinie oder der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser geregelt, die derzeit allerdings nicht die Förderung der effizienteren Nutzung dieses Nährstoffs vorsehen.

Mehrere Mitgliedstaaten haben Maßnahmen getroffen, um mehr Recycling und die effiziente Verwendung von Phosphor zu fördern. Einige Formen der Wiederverwertung wie z. B. die Ausbringung von Dung und Klärschlamm sind EU-weit verbreitet. Diese Phosphorquellen werden jedoch nicht immer am richtigen Ort oder auf die richtige Art eingesetzt, um sicherzustellen, dass sie von den Pflanzen aufgenommen werden.

Die EU arbeitet an der Verbesserung des Marktzugangs für einige dieser Quellen von wiederverwertetem Phosphor, insbesondere durch eine Überarbeitung der Düngemittelverordnung.

Vielversprechende Techniken und Technologien müssen weiter erforscht werden. Neben Arbeiten im Rahmen von „Horizont 2020“ wird die europäische Innovationsplattform für nachhaltige Landwirtschaft diese Entwicklungen europäischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen voranbringen.

Weitere Informationen:

Link zur konsultativen Mitteilung:

http://ec.europa.eu/yourvoice/consultations/index_en.htm

Siehe auch:

http://ec.europa.eu/environment/natres/phosphorus.htm

http://www.phosphorusplatform.eu/

Ansprechpartner:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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