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Fusionskontrolle: Kommission gibt unter bestimmten Auflagen grünes Licht für Übernahme des italienischen Flugzeugausrüsters Avio durch GE

Commission Européenne - IP/13/642   02/07/2013

Autres langues disponibles: FR EN IT

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 2. Juli 2013

Fusionskontrolle: Kommission gibt unter bestimmten Auflagen grünes Licht für Übernahme des italienischen Flugzeugausrüsters Avio durch GE

Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung die geplante Übernahme des Luftfahrtgeschäfts des italienischen Unternehmens Avio S.p.A. durch das US-amerikanische Unternehmen General Electric Company (GE) genehmigt. Die Genehmigung ist an eine Reihe von Verpflichtungen geknüpft, die zur Wahrung der Wettbewerbsposition des Eurojet-Konsortiums dienen. Eurojet stellt die Triebwerke für das Kampfflugzeug Eurofighter her, das von Italien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Spanien und Österreich eingesetzt wird und im Wettbewerb zu Flugzeugen mit GE-Triebwerken steht. Die Kommission hatte Bedenken, dass GE durch den Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form maßgeblichen Einfluss auf das Eurojet-Konsortium und Zugang zu strategischen Informationen seiner Wettbewerber erlangt hätte. Die Verpflichtungszusagen von GE sind jedoch geeignet, die Bedenken der Kommission auszuräumen.

Avio ist wie auch Rolls-Royce (Vereinigtes Königreich), MTU (Deutschland) und ITP (Spanien) Mitglied des Eurojet-Konsortiums, das das EJ200-Triebwerk für den Eurofighter Typhoon entwickelt und herstellt. Avio ist ein wichtiger Lieferant im Rahmen dieses Programms und im weiteren Sinne auch für den Eurofighter, der auf den Exportmärkten mit anderen mit GE-Triebwerken ausgestatteten Kampfflugzeugen um Abnehmer konkurriert.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass GE durch das Vorhaben in der ursprünglich angemeldeten Form einen maßgeblichen Einfluss auf das Eurojet-Konsortium erworben und Zugang zu strategischen Informationen eines seiner wichtigsten Wettbewerber auf dem internationalen Kampfflugzeugmarkt erlangt hätte. GE wäre somit in der Lage gewesen zu verhindern, dass mit dem Eurofighter eine Alternative zu Flugzeugen mit GE-Triebwerken geboten wird.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, hat GE eine Reihe von Verpflichtungen angeboten mit denen gewährleistet werden soll, dass die strategischen Informationen des Eurojet-Konsortiums gebührend geschützt werden und Eurojet und der Eurofighter auch weiterhin an zukünftigen Export-Kampagnen teilnehmen können. Während durch die Verpflichtungszusagen der durch den Zusammenschluss entstehende Interessenkonflikt beseitigt wird, kann Avio durch den Beitrag Italiens zu diesem wichtigen europäischen militärischen Programm weiterhin seinen Anteil an der Produktion des Konsortiums erfüllen.

Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass der geplante Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungen geänderten Form keinen Anlass mehr zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung der Kommission erfolgt unter der Auflage, dass die Verpflichtungszusagen uneingeschränkt eingehalten werden.

Hintergrund

Die Kommission hat auch die Märkte für einige Schlüsselkomponenten untersucht, die Avio an Wettbewerber von GE auf den Märkten für Flugzeugtriebwerke, wie Pratt & Whitney, das Teil der United Technologies Corporation ist, und Rolls-Royce, verkauft. Sie kam dabei zu dem Ergebnis, dass die geplante Übernahme auf diesen Märkten keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft. In ihrer Schlussfolgerung berücksichtigte die Kommission auch die unlängst unterzeichneten Vereinbarungen zwischen GE und Pratt & Whitney einerseits sowie zwischen GE und Rolls-Royce andererseits, mit denen sichergestellt werden soll, dass Avio auch weiterhin eine zuverlässige Bezugsquelle für diese Triebwerkhersteller bleibt.

Die Kommission arbeitete bei der Untersuchung eng mit ihren Amtskollegen aus der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) zusammen.

Das Vorhaben wurde am 13. Mai 2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

GE ist ein weltweit tätiges, diversifiziertes Produktions-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit acht Geschäftsbereichen. GE Aviation, der Geschäftsbereich, der Gegenstand der geplanten Übernahme ist, stellt Düsentriebwerke und Komponenten für Zivil- und Militärflugzeuge, Turboprop- und Wellenleistungstriebwerke sowie Bordelektronik und mechanische Systeme für Luftfahrzeuge her.

Avio ist ein weltweit tätiger Hersteller von Triebwerken und Erbringer von Dienstleistungen in der Luft- und Raumfahrtbranche mit folgenden Geschäftsbereichen: Triebwerksmodule, Wartung, Reparatur und Überholung, Steuer- und Automatisierungstechnik sowie elektrische Systeme. Die Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten der Raumfahrtsparte von Avio sind nicht Gegenstand der Übernahme.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6844

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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