Navigation path

Left navigation

Additional tools

Startschuss für Europäische Ausbildungsallianz

European Commission - IP/13/634   02/07/2013

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel/Leipzig, 2. Juli 2013

Startschuss für Europäische Ausbildungsallianz

Im Rahmen des Berufsbildungswettbewerbs „WorldSkills 2013“ in Leipzig geben die EU-Kommissare Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend) und László Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration) heute den Startschuss für die Europäische Ausbildungsallianz. Die Allianz wird zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit beitragen, indem sie in der gesamten EU die Qualität der Berufsbildung und das Angebot an Ausbildungsplätzen verbessert. Dazu soll eine breit angelegte Partnerschaft zwischen zentralen Akteuren aus der Arbeitswelt und dem Bildungswesen gebildet werden. Zugleich soll die Allianz einen Wandel der Einstellung gegenüber Berufsausbildungen herbeiführen. Insbesondere sollen die erfolgreichsten Ausbildungssysteme in der EU ermittelt und geeignete Lösungen für jeden Mitgliedstaat umgesetzt werden.

Gestützt wird die Arbeit der Allianz durch die allererste gemeinsame Erklärung der Europäischen Kommission, des Vorsitzes des EU-Ministerrates und der Sozialpartner auf europäischer Ebene, d. h. Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB), BusinessEurope, Europäischer Zentralverband der öffentlichen Wirtschaft (CEEP) und Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME). Die Allianz fördert Maßnahmen, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Beschäftigungsinitiative für Jugendliche und des neuen Programms Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung und Jugend finanziert werden.

Wir rufen alle Interessenträger dazu auf, an der Europäischen Ausbildungsallianz mitzuwirken und so das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Qualität der Berufsausbildung in Europa zu verbessern“, so die Kommissare in einer gemeinsamen Erklärung. „Berufsausbildungen können eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit spielen, denn sie statten die jungen Menschen mit den Kompetenzen und Erfahrungen aus, die die Arbeitgeber brauchen.

In Ländern mit leistungsfähigen Berufsbildungssystemen (z. B. Deutschland, Dänemark, Niederlande und Österreich) ist die Jugendarbeitslosigkeit oft niedriger. Dies bestätigt die Kommission in ihrem neuesten Quartalsbericht über die Beschäftigungssituation und die soziale Lage. Zugleich unterstreicht sie darin, dass Ausbildungen und Praktika oft Sprungbretter für unbefristete Arbeitsverträge sind (siehe IP/13/601). Deshalb ist die Berufsausbildung euch ein Kernstück der Jugendgarantie, die die Kommission im Dezember 2012 im Rahmen ihres Pakets zur Jugendbeschäftigung vorgeschlagen hatte (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) und die der Rat im April 2013 angenommen hat.

„Wir müssen jetzt handeln und alle an einem Strang ziehen, damit unsere jungen Menschen die Kompetenzen und Fertigkeiten erwerben, die sie für ihre persönliche und berufliche Entwicklung benötigen“, sagte Kommissarin Vassiliou. „Die Jugendarbeitslosigkeit ist unannehmbar hoch. Deshalb müssen diejenigen, die in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt Verantwortung tragen, dringend zusammenarbeiten, um den jungen Europäerinnen und Europäern den Übergang von der Schule zur Arbeitswelt zu erleichtern“, ergänzte Kommissar Andor.

Die Allianz wird nationale Reformen zum Aufbau oder zur Stärkung von Berufsausbildungssystemen unterstützen. Die Kommission ruft alle geeigneten Partner – Behörden, Unternehmen, Gewerkschaften, Handelskammern, Aus- und Weiterbildungsträger, Jugendorganisationen und Arbeitsverwaltungen – zur Mitwirkung auf. Zugleich ermutigt sie diese Partner, feste Zusagen für die Mobilisierung öffentlicher und privater Mittel für Berufsbildungsprogramme nach dem Vorbild der Lehrlingsausbildung zu machen.

Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung haben sich die europäischen Dachverbände der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände dazu verpflichtet, in den nächsten sechs Monaten auf Folgendes hinzuwirken:

  1. Sensibilisierung der Arbeitgeber und der jungen Menschen für die Vorteile der Berufsausbildung

  2. Weitergabe von Erfahrungen und bewährten Verfahren innerhalb ihrer Organisationen

  3. Motivierung und Beratung der Mitgliedsverbände, damit diese Berufsausbildungsmodelle von hoher Qualität entwickeln, die auf den Qualifikationsbedarf des Arbeitsmarktes abgestimmt sind

Ferner werden sie ihre Mitgliedsverbände dazu ermutigen,

  1. mit Schulen und Arbeitsverwaltungen zusammenzuarbeiten,

  2. die Schulung innerbetrieblicher Mentoren und das Coaching von Auszubildenden zu unterstützen und

  3. das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Qualität der Berufsausbildung zu verbessern.

Die Kommission hat sich zu Folgendem verpflichtet:

  1. Förderung von Peer Learning und Peer Reviews zur Unterstützung politischer Reformen in den Mitgliedstaaten (insbesondere wenn in länderspezifischen Empfehlungen Maßnahmen im Berufsbildungsbereich angeraten wurden)

  2. Gewährleistung der optimalen Verwendung von EU-Geldern zur Verwirklichung der Ziele der Allianz (Unterstützung der Weiterentwicklung auf Systemebene, der Definition von Lerninhalten und der Mobilität von Auszubildenden und Personal)

  3. mögliche Berücksichtigung der Berufsausbildung im EURES-Netz (in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren)

  4. Appelle an Eurochambres und andere relevante Akteure, sich zu Maßnahmen zu verpflichten, die zur Verwirklichung der mit der Allianz angestrebten Ergebnisse beitragen.

An der heutigen Auftaktveranstaltung nehmen auch Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Algimanta Pabedinskienė, Ministerin für soziale Sicherheit und Arbeit der Republik Litauen (als Vertreterin des Ratsvorsitzes) teil. Der Europäische Industriekreis (ERT), der 50 internationale Unternehmen mit insgesamt 7 Millionen Beschäftigten vertritt, unterstützt die Allianz mit einem Netz von „Wirtschaftsbotschaftern“. Franco Bernabè, Verwaltungsratsvorsitzender und CEO von Telecom Italia, erklärte: „Die Allianz hat unsere volle Unterstützung. Wir alle müssen neue Wege der Zusammenarbeit nutzen, um einen Sinneswandel herbeizuführen und mehr Ausbildungsplätze von hoher Qualität zu schaffen.“

Der Europäische Verband der Industrie- und Handelskammern (Eurochambres) wird Partnerschaften fördern, die auf bestehenden Vorhaben seiner Mitglieder in Deutschland, Spanien, Österreich, Rumänien und Ungarn aufbauen. Darüber hinaus führt die Wirtschaftskammer Österreich Projekte in Rumänien und der Slowakei durch, um duale Ausbildungssysteme aufzubauen, bei denen der Unterricht in öffentlichen Berufsschulen mit einer praktischen Tätigkeit in Unternehmen kombiniert wird.

Hintergrund

Die Kommission hatte ihre Absicht, eine Europäische Ausbildungsallianz zu begründen, im Rahmen ihrer Initiative Neue Denkansätze für die Bildung (siehe IP/12/1233) und des Pakets zur Jugendbeschäftigung (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) angekündigt. Daraufhin forderte der Europäische Rat auf seiner Tagung vom 7./8. Februar 2013 die Kommission dazu auf, die Allianz im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit aufzubauen. Die Allianz ist auch eines der Schlüsselelemente der Kommissionsmitteilung Gemeinsam für die Jugend Europas vom 19. Juni.

In den Schlussfolgerungen zur Tagung des Europäischen Rates vom 27./28. Juni 2013 wird die Förderung betrieblicher Ausbildungsplätze von hoher Qualität sowie des Lernens am Arbeitsplatz, insbesondere im Rahmen der Europäischen Ausbildungsallianz, als eine der Schlüsselmaßnahmen zur Förderung der Beschäftigung junger Menschen genannt.

Die Europäische Ausbildungsallianz wird im Rahmen des Berufsbildungswettbewerbs WorldSkills lanciert.

Weitere Informationen

Europäische Ausbildungsallianz: http://ec.europa.eu/apprenticeships-alliance

EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit: MEMO/13/464

Europäische Kommission: Allgemeine und berufliche Bildung/Jugendbeschäftigung

Website von Androulla Vassiliou

Website von László Andor

Androulla Vassiliou auf Twitter: @VassiliouEU

László Andor auf Twitter: @LaszloAndorEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website