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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 1. Juli 2013

Starker Anstieg der EU-Ausfuhren durch Freihandelsabkommen zwischen EU und Korea

Am 1. Juli 2013 besteht das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea seit zwei Jahren. Es handelt sich dabei um das ambitionierteste Freihandelsabkommen, das je von der EU geschlossen wurde, und um das erste mit einem asiatischen Land. Die volle Tragweite dieses Abkommens ist erst dann absehbar, wenn alle Zölle abgeschafft sind. Doch bereits jetzt sind die Ausfuhren nach Korea so stark angestiegen, dass die EU im Handel mit diesem Land zum ersten Mal seit 15 Jahren einen Überschuss verzeichnet.

Die Ausfuhren der EU nach Korea, die 2011 bei 32,5 Mrd. EUR lagen, stiegen um 16,2 % auf 37,8 Mrd. EUR im Jahr 2012. Gleichzeitig nahmen die Einfuhren der EU aus Korea in Höhe von 36,2 Mrd. im Jahr 2011 um 4,7 % auf 37,9 Mrd. im Jahr 2012 zu. Daraus ergab sich für die EU im ersten Quartal 2013 zum ersten Mal seit 15 Jahren ein Überschuss im Handel mit Korea. Außerdem stieg der Anteil der EU an den Gesamteinfuhren Koreas kontinuierlich von 9,0 % (2011) auf 9,7 % (2012) und übertraf damit die Einfuhren aus China, Japan und den USA. Das Freihandelsabkommen brachte bei den EU-Ausfuhren von Nordseeöl, Maschinen sowie Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen die stärksten Zuwächse.

Der Zuwachs der koreanischen Ausfuhren in die EU wurde eindeutig vom derzeitigen Wirtschaftsklima in der EU beeinträchtigt, was die Verschiebung in der Handelsbilanz zugunsten der EU erklärt. Der Rückgang der koreanischen Ausfuhren ist teilweise auch auf die Abnahme der Exporte von Elektronikprodukten zurückzuführen, zu der wiederum eine Verlagerung der Produktion nach Südostasien stark beigetragen hat. Diese Produkte, die weltweit und in der EU gut nachgefragt werden, werden von Korea nicht im Rahmen der Präferenzregelungen des Freihandelsabkommens ausgeführt, sondern eher von anderen asiatischen Ländern.

Beide Seiten müssen sich jetzt auf die Umsetzung konzentrieren und sicherstellen, dass das Vereinbarte auch tatsächlich vor Ort umgesetzt wird.

Die Kfz-Branche

Die Kfz-Ausfuhren der EU nach Korea stiegen von 2 Mrd. EUR im Jahr 2011 auf 2,5 Mrd. EUR im Jahr 2012 (+27,7 %). Dies entspricht einem Anstieg von 75 000 auf 95 000 Fahrzeuge.

Weniger stark stiegen die Kfz-Einfuhren der EU aus Korea, deren Volumen von 3,4 Mrd. EUR im Jahr 2011 auf 3,9 Mrd. EUR im Jahr 2012 (+14,9 %) zunahm, was 383 000 bzw. 402 000 Fahrzeugen entspricht. Infolgedessen hat sich die Handelsbilanz dieser Branche, die allerdings immer noch negativ ist, verbessert.

Mittelklassewagen aus Korea (Hyundai und Kia) verkaufen sich in der EU sehr gut. Die genannten koreanischen Hersteller haben auch in Produktionsanlagen in der EU investiert.

Der Absatz deutscher Fahrzeuge der gehobenen Klasse (BMW, Mercedes, Porsche, usw.) läuft in Korea hervorragend. Außerdem bearbeitet der französische Autobauer Citroën im Zuge des Freihandelsabkommens EU-Korea seit April 2012 erneut den koreanischen Markt, auf dem er zehn Jahre lang nicht präsent gewesen war. Kürzlich kehrte auch der Fiat-Konzern zum ersten Mal seit 1997 nach Korea zurück.

Dienstleistungsverkehr

Das Freihandelsabkommen EU-Korea ist in Bezug auf den Dienstleistungsverkehr das bei weitem ehrgeizigste Abkommen, das jemals geschlossen wurde. Nie zuvor wurden so viele Branchen erfasst und derart weitgehende Marktzugangsverpflichtungen eingegangen. Bestimmte Branchen werden vom Freihandelsabkommen aufgrund rechtlicher Änderungen in Korea profitieren, für die Übergangszeiten von zwei bis fünf Jahren ab Inkrafttreten des Abkommens gelten.

Insbesondere in den Bereichen Versicherungen, Telekommunikationsdienste, Umwelt- und Rechtsdienstleistungen wurde bereits viel erreicht. In den Branchen, die Übergangszeiten unterliegen, bleibt bis zur vollständigen Umsetzung der Verpflichtungen im Rahmen des Abkommens noch einiges zu tun.

Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse

Mit der Beseitigung bedeutender nichttarifärer Handelshemmnisse wird mit dem Freihandelsabkommen Neuland betreten, was vor allem für die Kraftfahrzeug-, die Arzneimittel-, die Medizinprodukte- und die Elektronikbranche zutrifft.

Insbesondere in der Kfz-Branche der EU galten nichttarifäre Handelshemmnisse als größtes Hindernis für Ausfuhren nach Korea. Der dem Thema Kraftfahrzeuge gewidmete Anhang des Freihandelsabkommens liefert eine gute Grundlage für den Abbau bestehender Hemmnisse. Er enthält Bestimmungen, nach denen Korea für alle seine maßgeblichen technischen Vorschriften die Gleichwertigkeit internationaler Normen oder von EU-Normen anerkennt.

Einige positive Ergebnisse wurden erzielt, beispielsweise auf dem Gebiet der Frequenzbänder für neue Technologien, der Reifenmarkierung und der Verfahren zur Registrierung von Kfz-Teilen. Doch sind zur Anpassung der Normen der EU und Koreas noch weitere Arbeiten erforderlich.

Im Elektronikbereich hat Korea aufgrund des Freihandelsabkommens ein Selbstbescheinigungssystem für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und elektrische Sicherheit eingeführt, das für Industriemaschinen, Industriecomputer sowie Ausrüstung für den Eisenbahnverkehr gilt. Diese Produkte, auf die wertmäßig ein Drittel aller EU-Ausfuhren nach Korea entfallen, können nun ohne vorherige Zertifizierung in einem koreanischen Labor in Korea auf den Markt gebracht werden.

Weitere Informationen

Die Handelsbeziehungen EU-Korea

http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/south-korea/

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea in der Praxis

http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2011/october/tradoc_148307.pdf

Vollständiger Text des Freihandelsabkommens

http://eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ%3AL%3A2011%3A127%3ASOM%3ADE%3AHTML

Kontakt:

John Clancy (+32 229-53773)

Helene Banner (+32 229-52407)


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