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EU-Kommission begrüßt Entscheidung über Gasfern­leitung: Türöffner für direkte Verbindung zum Kaspischen Meer

European Commission - IP/13/623   28/06/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 28. Juni 2013

EU-Kommission begrüßt Entscheidung über Gasfern­leitung: Türöffner für direkte Verbindung zum Kaspischen Meer

Die Europäische Kommission hat die heutige endgültige Entscheidung für die Pipeline begrüßt, über die Gas aus Aserbaidschan nach Europa geliefert werden soll. Das Gaskonsortium, das die Lizenz für die jährliche Förderung von 16 Mrd. Kubikmeter Gas aus den Vorkommen des Gasfeldes Shah Deniz II hält, hat sich für die transadriatische Pipeline (TAP) entschieden. Durch sie soll das Gas von der türkischen Grenze über Griechenland und Albanien nach Italien transportiert werden. Damit wird zusammen mit der neuen in der Türkei im Bau befindlichen Pipeline TANAP eine neue Gasinfrastruktur entstehen, die für eine direkte Verbindung zwischen der Region des Kaspischen Meeres und Europa sorgen soll.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte: „Ich begrüße die heutige Entscheidung des Shah-Deniz-II-Konsortiums für die transadriatische Pipeline (TAP) als europäische Trasse des südlichen Gaskorridors. Dies ist ein gemeinsamer Erfolg für Europa und ein Meilenstein für die Stärkung der Energieversorgungssicherheit der Europäischen Union. Ich bin zuversichtlich, dass von der heutigen Entscheidung, deren Grundlage die im Januar 2011 von mir und dem aserbaidschanischen Präsidenten Alijew unterzeichnete gemeinsame strategische Erklärung ist, weitere Impulse für die vollständige und rasche Realisierung des gesamten südlichen Gaskorridors ausgehen werden, der eine direkte Verbindung zwischen der Region des Kaspischen Meeres und der Europäischen Union ist und im Laufe der Zeit weiter ausgebaut werden sollte.“

EU-Energiekommissar Günther Oettinger äußerte sich dazu wie folgt: „Wir haben eine definitive Zusage Aserbaidschans, dass Gas über ein neues Gasfernleitungssystem direkt nach Europa geliefert werden wird. Ob das System aus zwei Gasfernleitungen — der TANAP und der TAP — oder aus einer einzigen Pipeline, wie in früheren Projekten vorgesehen, besteht, ist im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit unerheblich. Wir haben nun einen neuen Partner für die Gasversorgung, und ich bin zuversichtlich, dass wir künftig mehr Gas erhalten werden.“

Seit der Gaskrise im Jahr 2009 hat sich die Europäische Union die Diversifizierung ihrer Erdgasversorgung zum Ziel gesetzt. Eine der Strategien sah die Öffnung des „südlichen Gaskorridors“ vor, um den Erdgasmarkt der EU physisch und unmittelbar mit den weltweit größten Gasvorkommen im Kaspischen Becken und im Mittleren Osten zu verbinden.

Im Prinzip könnte Gas aus dem Kaspischen Meer sowohl nach Baumgarten/Wien (Nabucco West) als auch nach Italien (TAP) geliefert werden. Unabhängig von der konkreten Route hat die Europäische Kommission stets betont, dass beide Transportoptionen eine Weiterleitung des Gases aus dem Kaspischen Raum in andere Teile Europas ermöglichen müssten. Die EU hatte sich auch für den Bau einer neuen Pipeline außerhalb der EU eingesetzt, die ausbaufähig sein sollte, um künftige zusätzliche Gasmengen aufnehmen zu können, ebenso wie für einen klaren und transparenten Rechtsrahmen für den Gastransport nach Europa.

Die Öffnung des südlichen Korridors sowie die von der EU geförderten fortlaufenden Arbeiten am Bau fehlender Verbindungsleitungen in der EU schaffen die Möglichkeit der Versorgung verschiedener Länder Europas, vor allem Südosteuropas, mit kaspischem Gas.

Die EU führt mit Blick auf zusätzliche Gasmengen weiterhin Verhandlungen mit potentiellen Gaslieferanten im weiteren Umfeld der Region.

Prognosen der Internationalen Energieagentur zufolge wird sich die Gasnachfrage in der EU bis 2030 von derzeit 526 Mrd. Kubikmeter auf 622 Mrd. Kubikmeter erhöhen. Im gleichen Sinne wird im EU-Energiefahrplan 2050 davon ausgegangen, dass die Gaseinfuhren vor allem wegen der rückläufigen Förderung in der EU steigen werden. Diese zusätzliche Nachfrage sollte durch weitere neue Gaslieferländer gedeckt werden.

TAP: Das Konsortium des TAP-Projekts besteht aus folgenden Anteilseignern: Axpo (Schweiz, 42,5 %), Statoil (Norwegen, 42,5 %) und E.ON (Deutschland, 15 %).

TANAP: Die Entscheidung für die transanatolische Pipeline fiel bereits im Juni 2012. Die Anteilseignerstruktur ist wie folgt: Türkische BOTAS und TPAO (20 %) und Socar aus Aserbaidschan (80 %).

Kontakt:

P. Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Marlene Holzner (+32 2 296 01 96)

Nicole Bockstaller (+32 2 295 25 89)


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