Navigation path

Left navigation

Additional tools

Elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen: Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur durchgängig elektronischen Auftragsvergabe und zum e‑Government in Europa

European Commission - IP/13/608   26/06/2013

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 26. Juni 2013

Elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen: Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur durchgängig elektronischen Auftragsvergabe und zum e‑Government in Europa

Die Europäische Kommission hat heute einen Entwurf für eine Richtlinie über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen vorgelegt. Begleitet wird diese Richtlinie von einer Mitteilung, in der die Kommission ihre Vorstellungen von einer vollständigen Digitalisierung der öffentlichen Auftragsvergabe, die sogenannte durchgängig elektronische Vergabe („end-to-end e-procurement“), beschreibt.

Die elektronische Rechnungsstellung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur papierlosen öffentlichen Verwaltung (e-Government) in Europa, einem der vorrangigen Ziele der Digitalen Agenda. Sie birgt wirtschaftlich wie auch ökologisch viele Vorteile. Nach Schätzungen der Kommission könnte die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Ausschreibungen EU-weit Einsparungen von bis zu 2,3 Mrd. EUR ermöglichen.

„Eine moderne und effiziente öffentliche Verwaltung in der EU, das ist das vorrangige Ziel der Europäischen Kommission“, so der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige EU-Kommissar Michel Barnier. „Die Umstellung auf die elektronische Auftragsvergabe und insbesondere auf die elektronische Rechnungsstellung kann erhebliche Einsparungen ermöglichen und den Regierungen und Tausenden von Unternehmen, die im Binnenmarkt tätig sind, das Leben spürbar erleichtern. Durch die Umstellung von Papier auf eine vollautomatisierte Rechnungsstellung können die Kosten für den Erhalt einer Rechnung von 30 bis 50 EUR auf 1 EUR gesenkt werden. Dies sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gute und sinnvolle Einsparungen. Als größter Auftraggeber sollte sich die öffentliche Hand ganz besonders entschieden für die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung einsetzen.“

Wichtigste Aspekte der Initiativen

Elektronische Rechnungsstellung (e-invoicing)

In der Richtlinie über die elektronische Rechnungsstellung wird die Ausarbeitung einer entsprechenden europäischen Norm vorgeschlagen, mit der die Interoperabilität zwischen den verschiedenen, vor allem nationalen Systemen der elektronischen Rechnungsstellung verbessert werden soll.

Ziel der Richtlinie ist es, für mehr Rechtssicherheit zu sorgen, eine übermäßig hohe Komplexität zu vermeiden und den Wirtschaftsbeteiligten, die momentan je nach Mitgliedstaat unterschiedliche elektronische Rechnungsstellungssysteme verwenden müssen, zusätzliche Betriebskosten zu ersparen. Sie wird ebenfalls dazu beitragen, in Europa die Akzeptanz der elektronischen Rechnungsstellung zu stärken. Bislang werden lediglich 4 % bis 15 % aller Rechnungen elektronisch erstellt und zugestellt.

Durchgängig elektronische Vergabe

Die Mitteilung zur durchgängig elektronischen Vergabe stellt die Richtlinie über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen in einen breiteren Kontext und erläutert die Vorstellungen der Kommission von der Digitalisierung der öffentlichen Auftragsvergabe. In der Mitteilung wird auf den derzeitigen Stand der Umsetzung der elektronischen Auftragsvergabe und der elektronischen Rechnungsstellung in der EU eingegangen und ausgeführt, in welchen Bereichen weiterhin Handlungsbedarf besteht. Damit die Umstellung auf die durchgängig elektronische Vergabe vollzogen werden kann, ist Folgendes nötig:

  • Die elektronische Rechnungsstellung sollte bei öffentlichen Aufträgen zur Regel gemacht werden.

  • Die Normierung muss vorangebracht werden.

  • Es müssen nationale Strategien für die durchgängig elektronische Vergabe konzipiert werden.

  • Es müssen bewährte Verfahren ausgetauscht werden.

Die Mitteilung soll als Grundlage für künftige Initiativen zur weiteren Förderung der Digitalisierung der öffentlichen Auftragsvergabe dienen.

Hintergrund

Die Digitale Agenda für Europa, einer der Eckpfeiler der Strategie „Europa 2020“, misst dem e-Government und dem digitalen Binnenmarkt eine zentrale Bedeutung im Interesse einer modernen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft in der EU bei. In diesem Sinne hat die Kommission erhebliche Anstrengungen unternommen, um die öffentliche Auftragsvergabe in der EU zu digitalisieren. Ende 2011 schlug die Kommission im Zuge der Modernisierung des rechtlichen Rahmens für das öffentliche Auftragswesen vor (IP/11/1580), die elektronische Bekanntmachung, den elektronischen Zugang zu den Auftragsunterlagen und die elektronische Angebotsabgabe EU-weit für verbindlich zu erklären. Die Verhandlungen zur Überarbeitung dieser Vorschriften für die öffentliche Auftragsvergabe befinden sich in der abschließenden Phase.

Im April 2012 folgte die Mitteilung „Eine Strategie für die e-Vergabe“ (IP/12/389), in der die Kommission ihre Strategie für die Umstellung auf die elektronische Auftragsvergabe vorstellte. Bereits 2010 hatte die Kommission eine Mitteilung mit dem Titel "Die Vorteile der elektronischen Rechnungsstellung für Europa nutzen“ veröffentlicht, in der sie den Mitgliedstaaten dringend nahelegte, die elektronische Rechnungsstellung einzuführen und für eine bessere Interoperabilität zwischen den verschiedenen Systemen zu sorgen. So rief die Kommission in dieser Mitteilung dazu auf, „die elektronische Rechnungsstellung bis zum Jahr 2020 in Europa zur vorherrschenden Fakturierungsmethode“ zu machen. 2012 sprach sich der Europäische Rat dafür aus, Maßnahmen zur Förderung der elektronischen Rechnungsstellung zu ergreifen; das Europäische Parlament forderte, dass für öffentliche Aufträge die elektronische Rechnungsstellung bis 2016 verbindlich eingeführt wird. Aufgrund dieser Forderungen und der Vorteile der elektronischen Rechnungsstellung wurde in der Binnenmarktakte II (IP/12/1054) als eine der zwölf vorrangigen Maßnahmen zur Förderung neuen Wachstums der Vorschlag aufgenommen, dafür zu sorgen, dass die elektronische Rechnungsstellung bei der öffentlichen Auftragsvergabe die vorherrschende Methode wird.

Im derzeitigen Kontext der Haushaltskonsolidierung ist die Verwaltung der öffentlichen Vergabeverfahren von besonders großer Bedeutung. Die öffentlichen Ausgaben für Lieferungen, Bauleistungen und Dienstleistungen machen 19 % des BIP der EU aus. Ihre effizientere Verwaltung kann daher einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesamteffizienz der öffentlichen Ausgaben leisten. Eine wirksame öffentliche Verwaltung ist ein Schlüsselelement für die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft. In den Jahreswachstumsberichten der Kommission von 2012 und 2013 wurde die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung als eine von fünf Prioritäten bezeichnet. Die Reform des öffentlichen Auftragswesens, die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, die Verringerung des Verwaltungsaufwands und die Steigerung der Transparenz sind wachstumsfördernde Faktoren.

Mit der Umstellung auf die durchgängig elektronische Auftragsvergabe können diese und viele andere Vorteile erzielt werden: Es können beträchtliche Kosteneinsparungen und eine Vereinfachung für die Marktteilnehmer erreicht werden. Die Umstellung fördert Innovation und ein strukturelles Umdenken in bestimmten Bereichen der öffentlichen Verwaltung. Da die elektronische Umstellung dazu beiträgt, Bürokratie abzubauen, mehr Transparenz in Bezug auf Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen und die Kosten für die Teilnahme an Ausschreibungen zu senken, erleichtert sie auch den KMU die Teilnahme an öffentlichen Vergabeverfahren.

Die nächsten Schritte

Der Vorschlag der Kommission zur elektronischen Rechnungsstellung wird dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament zur Annahme übermittelt.

Siehe auch das MEMO/13/614

Weitere Informationen zur Politik der EU im Bereich des öffentlichen Auftragswesens:

http://ec.europa.eu/internal_market/publicprocurement/index_en.htm

http://ec.europa.eu/internal_market/payments/einvoicing/index_de.htm

Kontakt:

Chantal Hughes (+32 229-64450)

Carmel Dunne (+32 2 29-98894)

Audrey Augier (+32 229-71607)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website