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Digitale Agenda: Offene Standards würden jährliche Einsparungen in Höhe von 1 Mrd. EUR im öffentlichen Sektor ermöglichen

European Commission - IP/13/602   25/06/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 25. Juni 2013

Digitale Agenda: Offene Standards würden jährliche Einsparungen in Höhe von 1 Mrd. EUR im öffentlichen Sektor ermöglichen

Die Kommission hat heute eine neue Strategie veröffentlicht, die Behörden dabei helfen soll, die Abhängigkeit von einem einzelnen IKT-Anbieter zu vermeiden. Würden die Empfehlungen dieses neuen Ansatzes, der sich gegen die Bindung an einzelne Anbieter oder eine bestimmte Technik – das sogenannte „Lock-in“ – wendet, beherzigt, könnte der öffentliche Sektor in der EU jährlich mehr als 1,1 Mrd. EUR einsparen. So könnten sich an offenen Ausschreibungsverfahren beispielsweise mehr Bieter mit kostengünstigeren Angeboten beteiligen (denn bei doppelter Bieterzahl sinkt der Auftragswert in der Regel um 9 %).

„Offene Standards schaffen Wettbewerb und führen zu Innovationen und Einsparungen“, so Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. „Der heute veröffentlichte Leitfaden soll den Behörden der Mitgliedstaaten dabei helfen, jede Gelegenheit zur Innovation und Effizienzsteigerung zu nutzen.“

Bei der Beschaffung von IKT-Systemen können durch die Arbeit mit Normen und Standards – statt der Angabe bestimmter IKT-Marken, ‑Tools, ‑Systeme oder ‑Produkte – Steuergelder eingespart werden. Viele Behörden verfügen jedoch entweder nicht über das nötige Know‑how, um entscheiden zu können, welche Standards für ihren IKT-Bedarf in Frage kommen, oder befürchten, dass eine Umstellung mit zu hohen Anfangskosten verbunden wäre oder zu Datenverlust führen könnte. Dadurch bleibt die Abhängigkeit von den bereits verwendeten IKT-Systemen bzw. die Bindung an einen einzelnen Anbieter erhalten.

Wenn Normen und Standards in größerem Umfang genutzt werden, können Daten zwischen behördlichen Systemen zudem leichter ausgetauscht werden, so dass es ausreicht, wenn Bürger ihre Daten nur einmal an eine öffentliche Verwaltung übermitteln. Dies erleichtert grenzüberschreitende elektronische Behördendienste, die Bürger und Unternehmen benötigen, wenn sie in der EU reisen, arbeiten, studieren oder geschäftlich tätig sind.

Der heute veröffentlichte Leitfaden soll Beamten, die mit der Planung und Beschaffung von IKT-Systemen und ‑Dienstleistungen für die öffentliche Hand betraut sind, ihre Arbeit erleichtern. Ferner soll er Ländern, Regionen sowie bestimmten Anwendungssektoren helfen, eine übergreifende IKT-Strategie mit grundlegenden Vorgaben für die Kompatibilität von IKT-Systemen zu entwickeln und effiziente Dienste für Bürger anzubieten. Der Leitfaden gibt außerdem Orientierungshilfen für eine faire und transparente Beurteilung bestehender Normen und Standards, damit diejenigen ausgewählt werden können, die sich für die jeweils verfolgte Strategie am besten eignen, und damit Lock-in-Effekte vermieden werden können. Für einen Wechsel von IKT-Systemen, die eine Abhängigkeit begünstigen, zu Systemen, die auf Standards basieren, wird eine langfristige Planung vorgeschlagen. Auf diese Weise können die höheren Einstiegskosten beim Wechsel besser verkraftet werden. Außerdem gibt der Leitfaden Beamten, die im öffentlichen Beschaffungswesen tätig sind, praktische, anwendungsorientierte Hilfestellung für die Umsetzung der neuen Initiative.

Zur Unterstützung der Behörden in dieser Übergangsphase wird die Europäische Kommission Treffen mit Behörden, dem IKT-Sektor, Normenorganisationen und der Zivilgesellschaft organisieren, in denen die Vertreter öffentlicher Einrichtungen Gelegenheit erhalten, voneinander zu lernen und neue bewährte Verfahren zu übernehmen, gemeinsame Probleme zu behandeln und gemeinsame Lösungen vorzustellen.

Hintergrund

In der Digitalen Agenda für Europa wurde die Bindung an einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmte Technik („Lock-in“) als Problem genannt, und angekündigt, Orientierungshilfen zum Zusammenhang zwischen IKT-Normung und dem öffentlichen Beschaffungswesen zu geben, um Behörden dabei zu unterstützen, Normen und Standards zur Förderung der Effizienz und zur Verringerung von Lock-in-Effekten zu nutzen. Die Kommission veröffentlicht heute eine Mitteilung und eine dazugehörige Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen mit einem praktischen Leitfaden zur besseren Nutzung von Normen und Standards im Beschaffungswesen, insbesondere im öffentlichen Sektor.

Nützliche Links

Offene Standards in der Digitalen Agenda

(https://ec.europa.eu/digital-agenda/en/open-standards)

Digitale Agenda – Aktion 23: Leitfaden für IKT-Normung und öffentliches Beschaffungswesen

Grundsätze für offene Standards – Vereinigtes Königreich

Grundsätze für offene Standards – Niederlande

Hashtags: #standards, #publicprocurement

Digitale Agenda

Neelie Kroes auf Twitter

Kontakt:

Ryan Heath (+32 29-61716), Twitter: @RyanHeathEU

Linda Cain (+32 229-99019)


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