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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 24. Juni 2013

Die Europäische Kommission stellt weitere Unterstützung für die Opfer der jüngsten Vertreibungen in Pakistan bereit

Die Europäische Kommission stellt weitere 10 Mio. Euro zur Finanzierung dringend benötigter humanitärer Hilfe für Hunderttausende von Menschen bereit, die angesichts der Gewalt und der bewaffneten Konflikte im Nordwesten Pakistans auf der Flucht sind. Die Hilfe soll mehr als 200 000 Binnenvertriebenen zugute kommen, wobei besonderes Augenmerk auf die am stärksten gefährdeten Gruppen wie Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen gelegt werden soll.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, erklärte: „Die Menschen in Pakistan leiden. Die neuerlichen Kämpfe haben fast 200 000 Menschen zur Flucht gezwungen, sodass sich die Zahl der Vertriebenen in dieser Region auf über 1,2 Millionen erhöht hat. Der humanitäre Grundbedarf notleidender Familien muss dringend gedeckt wird, denn diese Menschen mussten ihr Heim und ihre Lebensgrundlagen aufgeben und stehen jetzt vor dem Nichts. In Krisenzeiten wie dieser ist die Solidarität Europas von entscheidender Bedeutung."

Mit den zusätzlichen Mitteln soll der dringendste humanitäre Bedarf gedeckt werden: Nahrungsmittelsoforthilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser, Hygiene- und Sanitäreinrichtungen, Basisgesundheitsdienste, Notunterkünfte sowie Schutz und Unterstützung.

Die humanitäre Hilfe soll den bedürftigsten Bevölkerungsgruppen zugute kommen. Sie wird über die humanitären Partnerorganisationen der Kommission abgewickelt, zu denen unter anderem Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz/Roter Halbmond und internationale Nichtregierungsorganisationen zählen.

Mit den zusätzlichen Mitteln erhöht sich die 2013 von der Europäischen Kommission für Pakistan bereitgestellte humanitäre Hilfe auf 70 Mio. EUR. Die Kommission unterstützt in Pakistan seit den 1990er Jahren Opfer von Konflikten und Naturkatastrophen mit humanitärer Hilfe. Die umfangreichsten Hilfemaßnahmen erfolgten nach dem Erdbeben des Jahres 2005 und den Überschwemmungen der Jahre 2010 und 2011. Mit der neuen Mittelzuweisung beläuft sich die seit 2009 geleistete humanitäre Hilfe der Europäischen Union für Pakistan auf fast 440 Millionen EUR. Die Kommission war 2012 für Pakistan der größte Geber humanitärer Hilfe, da sie rund 35 % der gesamten humanitären Hilfe für das Land finanzierte. Unterstützung und Hilfsgüter für die Opfer der Überschwemmungen wurden auch im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens bereitgestellt.

Hintergrund

In den vergangenen vier Jahren haben militärische Operationen der Regierung gegenüber bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen und die anhaltende religiös motivierte Gewalt zu massiven Vertreibungen in Khyber Pakhtunkhwa und in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (FATA) im Nordwesten Pakistans geführt. In diesen Gebieten gibt es derzeit nahezu 1,25 Millionen Vertriebene, darunter schätzungsweise 200 000 Menschen, die seit Anfang des Jahres vor den Kämpfen auf der Flucht sind. Während einige von ihnen in Lagern leben, hat die überwältigende Mehrheit in Aufnahmegemeinschaften Zuflucht gefunden, deren Mittel jedoch aufgrund der langen Dauer der Krise bereits aufgebraucht sind.

Dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) zufolge steht derzeit nur die Hälfte des Betrages von 327 Mio. Dollar zur Verfügung, der in Khyber Pakhtunkhwa und FATA für humanitäre Hilfe benötigt wird. Voraussichtlich sind weitere 160 Mio. Dollar erforderlich, um den dringendsten Bedarf zu decken und die Vertriebenen wie auch die Aufnahmegemeinschaften im Zeitraum Juni bis Dezember 2013 zu unterstützen.

Die derzeitigen humanitären Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union in Pakistan konzentrieren sich auf drei verschiedene, jedoch miteinander verbundene Krisen: Unterstützung der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung und der Binnenvertriebenen (mehr als 1,1 Millionen Menschen), Unterstützung der unter der Ernährungsunsicherheit leidenden Menschen, deren Lage sich durch wiederkehrende Überschwemmungen verschärft hat; und Unterstützung der in Pakistan lebenden afghanischen Flüchtlinge (rund 1,7 Mio. Menschen) vor allem durch den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. Auch Maßnahmen zur Bewältigung von Naturkatastrophen und der Katastrophenschutz sind fester Bestandteil des humanitären Engagements.

Die Kommission hat auf die Entwicklung des humanitären Lage rasch reagiert, um mehr als 150 000 vertriebenen Familien in Khyber Pakhtunkhwa und FATA — von denen viele besonders gefährdeten Gruppen wie etwa von Frauen oder Kindern geführten Familien zuzurechnen sind - umgehend zu helfen. Die Kommission finanziert für die vertriebenen Familien sowohl in den Lagern als auch in den Gastfamilien außerhalb der Lager Nahrungsmittel, Unterkünfte, medizinische Versorgung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und Schutzmaßnahmen.

Die Kommission baut zudem vor allem in der Provinz Sindh ihre Bemühungen um eine bessere Nährstoffversorgung von Frauen und Kindern aus, die von den Überschwemmungen betroffen sind.

Weitere Informationen

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

Irina Novakova (+32 229 57517)

David Sharrock (+32 229 68909)


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