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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 24. Juni 2013

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme von NYSE Euronext durch InterContinental Exchange

Die Europäische Kommission hat die beabsichtigte Übernahme von NYSE Euronext („NYX“) durch InterContinental Exchange („ICE“) nach der EU‑Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Börsenbetreiber NYX und ICE bieten in erster Linie Handels- und Clearing-Dienste für Derivate an. Die Prüfung durch die Kommission bestätigte, dass die geplante Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft, da NYX und ICE auf den betroffenen Märkten nicht unmittelbar im Wettbewerb miteinander stehen und weiterhin mehreren Konkurrenten gegenüber stehen werden. Die Kommission untersuchte insbesondere die wettbewerblichen Auswirkungen des Vorhabens auf den Märkten für Handels- und Clearing-Dienste für bestimmte börsennotierte Derivate, vor allem Agrarderivate (Canola- und Rapssamen) und Agrarrohstoff-Derivate (Kakao, Kaffee, Zucker) sowie US‑Aktienindexderivate.

Die Prüfung ergab, dass das Vorhaben in keinem Bereich zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken führt, da die von NYX und ICE jeweils angebotenen Kontrakte unterschiedlichen Produktmärkten angehören und sich die Tätigkeiten der Unternehmen daher nicht überschneiden. Ferner zeigte die Marktuntersuchung, dass die Unternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen keine besonders enge Wettbewerber sind. Wettbewerbswidrige Auswirkungen können somit ausgeschlossen werden.

Ferner prüfte die Kommission geringfügige Überschneidungen der Tätigkeiten der beiden Unternehmen bei anderen börsennotierten Agrarderivaten (Gerste, Mais und Mahlweizen), Devisenderivaten und im Anleihehandel. Sie gelangte jedoch auch hier zu dem Schluss, dass das Vorhaben angesichts der begrenzten Präsenz von NYX und ICE auf diesen Märkten bzw. des Vorhandenseins anderer starker Konkurrenten keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft.

In Bezug auf etwaige vertikale Verbindungen zwischen Derivatehandel und -Clearing ergeben sich der Prüfung der Kommission zufolge keine Wettbewerbsbedenken. Dasselbe gilt auch für Dienste in den Bereichen Börsenvernetzung und Front-end-Abwicklung. Die Kommission ist daher zu dem Schluss gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Die Transaktion wurde am 17.5.2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

ICE betreibt Terminbörsen, Plattformen für den außerbörslichen Handel und Clearingstellen für Derivate in den USA, Kanada und Europa. Ferner bietet ICE Dienste der Börsenvernetzung (Infrastrukturen zur Vernetzung von Marktteilnehmern mit einem Börsenplatz) für eigene Plattformen sowie Dienste der Front-end-Abwicklung (zur Beurteilung von Handelsgelegenheiten und Durchführung von Handelsgeschäften) an.

NYX bietet in den USA und Europa Dienste in den Bereichen Börsennotierung, Kassahandel, Nachhandel, Derivatehandel, Clearing und Information sowie Technologielösungen an. NYX erbringt ferner Dienste der Börsenvernetzung für eigene Plattformen und vergibt hinegen für die Front-end-Abwicklung von Handelsgeschäften Lizenzen an Dritte.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6873 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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