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Weitere Unterstützung für Opfer der Sahel-Krise: Europäische Kommission stockt humanitäre Hilfe auf

Commission Européenne - IP/13/549   17/06/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 17. Juni 2013

Weitere Unterstützung für Opfer der Sahel-Krise: Europäische Kommission stockt humanitäre Hilfe auf

Angesichts des wachsenden humanitären Bedarfs in der afrikanischen Sahelzone erhöht die Europäische Kommission ihre Unterstützung um weitere 69 Mio. EUR. Diese zusätzlichen Gelder werden für Ernährungshilfe, sauberes Wasser und die medizinische Grundversorgung von Frauen und Kindern verwendet, die nicht genügend zu essen haben und hungern müssen. Unterstützt werden außerdem gefährdete Bevölkerungsgruppen, die vom Konflikt in Mali betroffen sind, und Flüchtlinge in Tschad, die dort vor den Konflikten in den Nachbarländern Zuflucht gesucht haben.

„Um Leben zu retten und der Bevölkerung vor Ort zu helfen, die anhaltende Krise in der Sahelzone zu überstehen, müssen wir unsere Unterstützung weiter verstärken“, erklärte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion. Derzeit besucht sie humanitäre Projekte in Tschad, einem Land der Sahelzone, das sich in einer komplexen Krisensituation befindet.

Mit dieser neuen Unterstützung erhöht sich die Soforthilfe, die die Kommission für die Sahelzone seit Januar bereitgestellt hat, auf 184 Mio. EUR. Von den zusätzlichen Mitteln sind 53 Mio. EUR für Soforthilfe zugunsten von Menschen bestimmt, die von der generellen Nahrungsmittelknappheit und Ernährungskrise in der Sahelzone betroffen sind. Weitere 4 Mio. EUR dienen der Unterstützung von Flüchtlingen aus Sudan sowie von Tschadern, die vor den Kämpfen ins Ausland geflohen sind und nun in ihre Heimat zurückkehren. 12 Mio. EUR werden vor dem Hintergrund der Krise in Mali zur Verfügung gestellt.

Es gibt alarmierende Anzeichen, dass es auch dieses Jahr wieder in der gesamten Sahelzone zu einer schweren Ernährungskrise kommen wird. In Mali sind nach anderthalb Jahren Krise, die Anfang 2012 mit der politischen Krise und den dadurch ausgelösten Kämpfen im Norden begann und durch die Nahrungsmittelknappheit verschärft wurde, Tausende von Menschen weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen. In der Region sind derzeit viereinhalb Millionen Kinder unter fünf Jahren einem hohen Risiko akuter Unterernährung ausgesetzt.

Die Hungersnot wird durch die Folgen des Konflikts in Mali, aber auch durch Naturkatastrophen in der Region verschlimmert. Nicht zu vergessen ist, dass andere Krisen in der Sahelzone, wie beispielsweise in Darfur und Südsudan, weiterhin andauern. Außerdem verschärft der Zustrom neuer Flüchtlinge die Situation, was sich insbesondere in Tschad bemerkbar macht. Wir helfen den Bedürftigsten zu überleben, doch müssen wir auch zur Stärkung ihrer Resilienz beitragen, denn dies ist die einzige Art und Weise, dem Problem der Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung erfolgreich und nachhaltig zu begegnen. Hierfür werden zusätzliche Gelder benötigt,“ fügte Kommissarin Georgieva hinzu.

Durch die humanitären Maßnahmen, mit denen die internationale Gemeinschaft – zum Teil unter Leitung der Europäischen Union – im letzten Jahr auf die Dürre in der Sahelzone reagiert hat, konnte eine große Hungersnot abgewendet und lebensrettende Unterstützung geleistet werden, indem über eine Million schwer unterernährter Kinder mit Nahrung versorgt wurden. Die Europäische Kommission verfolgt derzeit einen neuen Ansatz, um den Teufelskreis des Hungers zu durchbrechen: So soll die Resilienz der gefährdeten Bevölkerung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels gestärkt werden, die immer häufiger zu immer schwereren Dürren führen.

Hintergrund

Die Sahelzone wurde in den Jahren 2005, 2010 und 2012 von Hungersnöten heimgesucht. Im vergangenen Jahr konnte eine Katastrohe nur dank des raschen Handelns der Regierungen in der Region, des massiven Engagements von Hilfsorganisationen und der zügigen Bereitstellung von Hilfsgeldern durch die EU und andere große Geber abgewendet werden.

Die Lage in der Region ist weiterhin sehr besorgniserregend. Nach wie vor ist in vielen Gebieten von Tschad, Niger, Mauretanien, Burkina Faso, Mali, Senegal und Nigeria die Unterernährung so gravierend, dass eine akute Notlage vorliegt. Die jüngsten Überschwemmungen in Niger und Nigeria, der Kornkammer Westafrikas, haben die durch den Konflikt in Mali bereits ernste Krise noch verschärft. Nach wie vor besteht eine immense Nachfrage nach Ernährungshilfe und Zusatznahrung: 1,4 Millionen Kinder leiden Schätzungen zufolge unter schwerster Unterernährung. Weitere zehn Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen.

Tschad gehört zu den Ländern der Sahelzone, die gleichzeitig von mehreren Krisen betroffen sind. 2,1 Millionen Menschen haben nicht genügend Nahrung. Die Hälfte von ihnen leidet unter schwerer Unterernährung.

Seit Anfang 2013 sind von dieser komplexen Notsituation mehr als 55 000 weitere Menschen betroffen, die vor den Konflikten in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik geflohen sind, sowie Binnenflüchtlinge und zurückkehrende Tschader. Bei diesen neuen Flüchtlingen und Rückkehrern handelt es sich zum Großteil um Frauen und Kinder. Mit den Geldern, die die Kommission für Tschad bereitstellt, werden die Bedürftigsten an neuen Standorten unterstützt, da die bestehenden Lager nicht alle Neuankömmlinge aufnehmen können.

Seit Beginn der Krise in der Sahelzone im Jahr 2012 hat die Europäische Kommission Soforthilfe in Höhe von 521 Mio. EUR für die Opfer der Krise in der Sahelzone und in Mali bereitgestellt. Indem die EU angesichts der Nahrungsmittelkrise und des Konflikts rasch umfangreiche humanitäre Maßnahmen eingeleitet hat, hat sie dazu beigetragen, dass ein Teil der Bedürftigsten in der Region Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Ernährungshilfe, zu Trinkwasser, Unterkünften und Nahrungsmitteln erhielt.

Parallel zu ihrer Soforthilfe fördert die EU außerdem im Einvernehmen mit den Regierungen der Region und internationalen Partnern ein ehrgeiziges Projekt zur Stärkung der Resilienz der am stärksten gefährdeten Menschen in der Sahelzone im Rahmen der Globalen Allianz AGIR Sahel. Die Europäische Kommission hat unlängst angekündigt, dass sie hierfür im Zeitraum 2014 bis 2020 EU-Entwicklungshilfe in Höhe von 1,5 Mrd. EUR mobilisieren will.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Kontakt:

Irina Novakova (+32 2 295 75 17)

David Sharrock (+32 2 296 89 09)


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