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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Juni 2013

eCall: Automatischer Notruf für Verkehrsunfälle ab 2015 Pflicht in Autos

Die EU-Kommission hat heute, im Rahmen ihres Beitrags zu einer EU-weiten Verringerung der Folgen schwerer Verkehrsunfälle, zwei Vorschläge angenommen, um sicherzustellen, dass ab spätestens Oktober 2015 im Falle eines schwerwiegenden Unfalls automatische Notrufe aus Autos abgesetzt werden. Das „eCall“-System wählt bei einem schweren Unfall automatisch die 112 - Europas einheitliche Notfallnummer. Es übermittelt den Standort des Fahrzeugs an die Notfalldienste, auch wenn der Fahrer bewusstlos oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, einen Telefonanruf zu tätigen. Es wird erwartet, dass so bis zu 2 500 Menschenleben pro Jahr gerettet werden könnten (MEMO/13/547).

Diese Vorschläge für einen künftigen Rechtsakt stellen sicher, dass ab Oktober 2015 alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit dem 112-eCall-System ausgerüstet werden und die erforderliche Infrastruktur für reibungslosen Empfang und Abwicklung von eCall-Notrufen in Notrufzentralen geschaffen wird. Auf diese Weise wird für den eCall-Dienst eine EU-weite Kompatibilität, Interoperabilität und Kontinuität erreicht.

Der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas, erklärte dazu: „Mit den beiden heute angenommenen Vorschlägen erreichen wir einen neuen Meilenstein in unserem Bestreben, die Straßen der EU sicherer zu machen. Letztes Jahr wurden auf den Straßen der EU 28 000 Menschen getötet und 1,5 Mio. verletzt. Ereignet sich ein Unfall, dann zählt jede einzelne Minute, damit verletzte Personen gerettet werden können. Die eCall-Technologie bietet ein großes Potenzial zur Rettung von Menschenleben, indem die Zeitspanne, in der Notfalldienste intervenieren können, dramatisch verringert wird, und dies EU-weit.

Der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani erklärte: „Die Einrichtung eines EU-weiten interoperablen eCall-Systems stellt einen wichtigen Fortschritt in Bezug auf mehr Sicherheit im Straßenverkehr dar. Die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union können sich nun aufgrund dieses zeitsparenden Systems ein Stück weit sicherer fühlen, da es dazu beitragen wird, sowohl den Verlust von Menschenleben als auch Verletzungen auf unseren Straßen zu vermeiden. Außerdem machen wir mit diesem neuen System einen bedeutenden Schritt vorwärts in der Entwicklung intelligenterer Fahrzeuge und stärken damit unsere Wettbewerbsfähigkeit.“

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, stellte fest: „Der EU-weite eCall bedeutet für die Reduzierung von Gefahren im Straßenverkehr einen großen Schritt nach vorne. Wenn Notfallhilfe gebraucht wird, ist es viel besser vernetzt zu sein als allein - und diesen wertvollen Beitrag leisten die Informations- und Kommunikationstechnologien.“

Die Pluspunkte von eCall

Die mittels eCall erhaltenen Informationen werden es Notfalldiensten ermöglichen, Fahrzeuginsassen schneller mit Hilfsleistungen beizustehen, und dazu beitragen, Leben zu retten und Verletzungen zügig zu versorgen. Schätzungen zufolge könnte eCall die Notfall-Reaktionen in städtischer Umgebung um 40 % und auf dem Land um 50 % beschleunigen und jährlich bis zu 2 500 Menschenleben retten.

Zusätzlich zu den Vorteilen in Bezug auf die Straßenverkehrssicherheit wird eCall auch die durch Verkehrsunfälle verursachten Staus und die durch ungesicherte Unfallstellen verursachten Folgeunfälle verringern. Auch die Wirtschaft wird davon profitieren, da eine große Zahl an Unternehmen an der Bereitstellung von Technologien, Bauteilen und Dienstleistungen für die verschiedenen Aspekte des eCall-Systems beteiligt sind, beispielsweise bordeigene Systeme, Datenübertragung per Funk und Systeme für öffentliche Notrufzentralen. Ferner wird erwartet, dass die für eCall eingebauten bordeigenen Geräte für weitere Dienste genutzt werden können (z. B. für die Ortung gestohlener Autos).

Wie eCall funktioniert

eCall wird automatisch aktiviert, sobald fahrzeugseitige Sensoren einen schweren Zusammenstoß registrieren. Sobald das System aktiviert ist, wählt es die europäische Nutrufnummer 112, stellt eine Telefonverbindung zur nächsten Notrufzentrale her und übermittelt den Notdiensten Daten zum Unfall, wie beispielsweise Zeitpunkt des Unfalls, genauer Standort des verunfallten Fahrzeugs und Fahrtrichtung (besonders wichtig auf Autobahnen und in Tunneln). Ein eCall kann auch manuell, etwa durch einen Zeugen eines schweren Unfalls, ausgelöst werden, indem ein Knopf im Auto betätigt wird.

Vorschläge für Rechtsakte zur Schaffung eines verbindlichen eCall-Systems

Die Kommission legt zwei Vorschläge für Rechtsakte vor, mit denen die Entwicklung und Einführung eines solchen Systems unterstützt werden soll:

  • Eine Verordnung über Anforderungen für die Typgenehmigung zur Einrichtung des eCall-Systems (und zur Änderung der damit zusammenhängenden Richtlinie 2007/46/EG), mit der das Fahrzeug eCall-tauglich gemacht wird, sowie

  • einen Rechtsakt über die Einrichtung des interoperablen EU-weiten eCalls, mit dem die öffentliche Infrastruktur eCall-tauglich gemacht wird.

Mit diesen Vorschlägen schließt die Kommission ihre aus drei Phasen bestehende Vorgehensweise zur Schaffung eines Rechtsrahmens ab, mit dem eCall in der ganzen EU verbindlich eingeführt werden soll (siehe IP/11/1010 und Delegierte Verordnung (EU) Nr. 305/2013). Die Kommission hatte zunächst dazu aufgerufen, eCall europaweit bis 2009 auf freiwilliger Basis einzuführen (IP/09/1245), jedoch zeigte es sich. dass die Umsetzung zu langsam verlief.

Die nächsten Schritte

Vorschlag: Nach Billigung der heute verabschiedeten Vorschläge durch Rat und Parlament strebt die Kommission die Einrichtung eines voll funktionsfähigen eCall-Dienstes in der gesamten Europäischen Union (sowie in Island, Norwegen und der Schweiz) bis zum Jahr 2015 an.

Vorschlag für eine Verordnung über die Anforderungen für die Typgenehmigung zur Einrichtung des eCall-Systems

Vorschlag für eine Entscheidung über die Einrichtung eines EU-weiten interoperablen eCall-Systems

Weitere Informationen über das eCall-System

Kontakt:

Helen Kearns (+32 229-87638)

Dale Kidd (+32 229-57461)

Carlo Corazza (+32 229-51752) Twitter: @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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