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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 12. Juni 2013

EU-Fortschrittsanzeiger: jährlicher Überblick über Erfolge im digitalen Bereich

Die Europäer verfügen heute zwar über grundlegende digitale Netze und Dienste, aufgrund von Problemen in Europas Telekommunikationssektor und auf den digitalen Märkten profitieren sie aber kaum von den wichtigsten gegenwärtigen und künftigen Vorteilen der digitalen Revolution. Dies geht aus dem heute von der Kommission veröffentlichten jährlichen Fortschrittsanzeiger zur Digitalen Agenda („Digital Agenda Scoreboard“) hervor. Als Antwort auf die Forderung des Europäischen Rates nach einem Telekommunikationsbinnenmarkt wird die Kommission im weiteren Jahresverlauf Vorschläge für konkrete Maßnahmen vorlegen, um die Probleme anzugehen, die durch die heutigen Ergebnisse erneut bestätigt wurden.

Neelie Kroes erklärte hierzu: „Ich freue mich darüber, dass nun praktisch überall in der EU grundlegende Internetdienste zur Verfügung stehen – aber wir dürfen uns nicht mit den Fragen von gestern aufhalten. Wie die Daten zeigen, besteht unser größtes Problem in diesem Jahr darin, dass es an Investitionen in sehr schnelle Netze mangelt und noch immer kein echter Telekommunikationsbinnenmarkt besteht. Das Problem ist klar, und wir werden es entschlossen mit einem Telekom-Binnenmarktpaket angehen.“

Die Europäische Kommission kommt in ihrem Fortschrittsanzeiger zur Digitalen Agenda für Europa (DAE) unter anderem zu folgenden Hauptergebnissen:

Internet-Fortschritte:

  1. Grundlegende Breitbandanschlüsse gibt es inzwischen praktisch überall in Europa – die Satellitenanbindung hat sich verbessert und kommt den 4,5 % der Bevölkerung zugute, die keinen Zugang zu grundlegenden Breitband-Festnetzen haben. Die Kommission konzentriert sich jetzt auf eine bessere Satellitennutzung, um verbleibende Versorgungslücken zu schließen.

  2. Schnelle Breitbandverbindungen erreichen inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung – 54 % der EU-Bürger haben Zugang zu Breitbandanschlüssen mit Geschwindigkeiten von mehr als 30 Mbit/s.

  3. Internetzugänge werden zunehmend mobil – 36 % der EU-Bürger gehen mit Laptops oder anderen mobilen Geräten ins Internet (Zunahme des Internetzugangs über Mobiltelefone von 7 % im Jahr 2008 auf 27 % im Jahr 2012). Beim Mobilfunk der 4. Generation (LTE) hat sich die Abdeckung in einem Jahr um das Dreifache auf 26 % verbessert.

Problembereiche:

  1. Nur 2 % der Privathaushalte haben ultraschnelle Breibandanschlüsse (ab 100 Mbit/s), was noch weit vom 50-Prozent-Ziel der EU für 2020 entfernt ist.

  2. 50 % der EU-Bürger haben keine oder nur geringe Computerkenntnisse – weder zahlenmäßig noch in Bezug auf das Niveau haben sich die IKT-Kompetenzen im letzten Jahr verbessert. 40 % der Unternehmen, die IT-Fachkräfte einstellen oder suchen, haben Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Dabei wird die Zahl der freien Stellen für IKT-Fachkräfte bis 2015 voraussichtlich auf 900 000 anwachsen. Die kürzlich ins Leben gerufene „Große Koalition für digitale Arbeitsplätze“ wird sich gezielt um die Schließung dieser Lücke bemühen.

Sonstige Ergebnisse:

  1. Immer mehr Menschen probieren das Internet aus – der Anteil der EU-Bürger, die noch nie das Internet genutzt haben, geht weiter stark zurück (Abnahme um 2 Prozentpunkte auf 22 %). Aber immer noch haben rund 100 Mio. EU-Bürger noch nie das Internet genutzt. Als Haupthindernisse nennen sie zu hohe Kosten, mangelndes Interesse oder mangelnde Kenntnisse.

  2. 70 % der Europäer nutzen das Internet heute regelmäßig mindestens einmal pro Woche (gegenüber 67 % im Vorjahr); 54 % der benachteiligten Menschen nutzen das Internet regelmäßig (gegenüber 51 % im Vorjahr).

  3. Die Roamingpreise sind 2012 gesunken – um fast 5 Cent, vor allem seit dem 1. Juli 2012 infolge der Roamingverordnung.

  4. Der elektronische Geschäftsverkehr nimmt stetig zu, aber kaum über Grenzen hinweg – 45 % der Europäer kaufen im Internet Waren und Dienstleistungen ein (eine leichte Steigerung gegenüber 43 % im Vorjahr), aber nur sehr wenige davon auch in einem anderen Land.

  5. Elektronische Behördendienste werden inzwischen von den meisten Unternehmen und Bürgern in Anspruch genommen – 87 % der Unternehmen nutzen solche Dienste, und auch der Anteil der Bürger, die eGovernment-Dienste nutzen, ist im letzten Jahr auf 44 % angestiegen (jeweils eine Zunahme um 3 Prozentpunkte).

  6. Die Forschungsausgaben nahmen trotz der Haushaltszwänge leicht zu. Die öffentlichen FuE-Investitionen im IKT-Bereich stiegen um 1,8 % bzw. 122 Mio. EUR auf 6,9 Mrd. EUR. Die privaten FuE-Investitionen im IKT-Bereich nahmen ebenfalls zu, aber der Zuwachs von 2,7 % reichte nicht aus, um den im Vorjahr verzeichneten Rückgang auszugleichen.

Hintergrund

Die Europäische Kommission setzt sich für rechtliche Rahmenbedingungen und ein Geschäftsklima ein, die dem Wettbewerb und der Investitionstätigkeit auf den europäischen Märkten für digitale Technologien förderlich sind.

Mit dem Fortschrittsanzeiger („Scoreboard“) zur Digitalen Agenda für 2013 werden die Fortschritte bei der Verwirklichung dieses Ziels auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene bewertet, wofür die 78 Aktionen der Digitalen Agenda für die Kommission und die 23 Aktionen für die Mitgliedstaaten die Messlatte bilden. Der Bericht basiert auf Daten des Jahres 2012.

Im Zeitraum 2012-2013 wurden wichtige Vorschläge zur Erreichung der Ziele vorgelegt:

  1. Am 19. Dezember 2012 beschloss die Europäische Kommission neugefasste Leitlinien für die Anwendung der EU-Beihilfevorschriften im Breitbandsektor, die insbesondere eine Stärkung der Pflicht zur Gewährung eines offenen Zugangs vorsehen und bessere Transparenzbestimmungen enthalten.

  2. Am 7. Februar 2013 nahm die Kommission ihre Cybersicherheitsstrategie für einen „offenen, sicheren und geschützten Cyberraum“ an, in der in umfassender Weise die Vorstellungen der EU davon dargelegt werden, wie Cyberstörungen und Cyberangriffe am besten verhindert und bewältigt werden können.

  3. Gleichzeitig verabschiedete sie einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit als Schlüsselelement einer Gesamtstrategie, die alle Mitgliedstaaten, zentrale Internetanbieter und Infrastrukturbetreiber dazu verpflichtet, in der gesamten EU für ein sicheres und vertrauenswürdiges digitales Umfeld zu sorgen.

  4. Am 4. März 2013 rief die Kommission die große Koalition für digitale Arbeitsplätze ins Leben, eine Partnerschaft verschiedener Interessenträger, die sich um die Lösung des Problems der großen Zahl unbesetzter Stellen für IKT-Fachkräfte bemüht.

  5. Am 26. März 2013 nahm die Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung zur Senkung der Baukosten an, die bis zu 80 % der Kosten des Ausbaus von Breitbandnetzen ausmachen. Durch die Vermeidung unnötiger Tiefbauarbeiten könnte der Kommissionsvorschlag Einsparungen von 40 bis 60 Mio. EUR bzw. von bis zu 30 % der gesamten Investitionskosten ermöglichen.

Die Kommission hat im Rahmen der Digitalen Agenda bislang 55 Aktionen abgeschlossen. Bei 10 Aktionen sind dagegen Verzögerungen eingetreten oder zu erwarten. Die verbleibenden 36 Aktionen, für die entweder die Kommission oder die Mitgliedstaaten zuständig sind, verlaufen planmäßig und dürften fristgemäß abgeschlossen werden.

Nützliche Links

Digital Agenda Scoreboard (Fortschrittsanzeiger zur Digitalen Agenda)

Scoreboard-Länderprofile: Daten für jedes EU-Land zu Breitbandversorgung, Internetnutzung, eGovernment, Telekommunikationsregulierung und Forschungstrends

Große Koalition für digitale Arbeitsplätze

Digitale Agenda

Neelie Kroes

Neelie Kroes auf Twitter

Ansprechpartner:

Ryan Heath (+32 2 296 17 16), Twitter: @RyanHeathEU

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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