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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 6. Juni 2013

Europäische Kommission startet Gebärdensprachen­projekt

Die Europäische Kommission hat heute ein neues Pilotprojekt auf den Weg gebracht, das die Kommunikation zwischen den Europäischen Institutionen und gehörlosen und schwerhörigen Menschen verbessern soll. Nachdem der entsprechende Finanzierungsbeschluss heute angenommen wurde, kann das Pilotprojekt, für das das Europäische Parlament ein Budget in Höhe von 750 000 EUR bewilligt hat, nunmehr durchgeführt werden.

„Alle EU-Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, am demokratischen Leben der Union teilzunehmen. Aber einige unserer Bürger sind dabei mit Hindernissen konfrontiert, und dies ist etwas, was wir angehen müssen,“ so Vizepräsidentin Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz.Sprache ist ein leistungsfähiges Kommunikationsinstrument, um Ideen und Gefühle zu vermitteln. Die Gebärdensprache ist für viele Gehörlose die erste Sprache, sozusagen ihre Muttersprache, und für ihre Familien und Freunde die zweite oder dritte Sprache. Die Behörden und Politiker müssen daher ihr Bestes tun, um die Verwendung von Gebärdensprachen zu fördern und einfache Lösungen für Hörgeschädigte zu schaffen. Dieses Pilotprojekt soll genau das leisten. Ich danke dem Europäischen Parlament und insbesondere Ádám Kósa und Werner Kuhn für ihre beharrliche Unterstützung bei der Verwirklichung dieses wichtigen Pilotprojekts.”

Die Beauftragung eines Gebärdensprachen-Dolmetschers ist häufig zeitraubend, kostspielig und schwierig. Gebärdensprachen-Dolmetscher sind qualifizierte Fachleute, die im Voraus gebucht und für ihre Dienste, ihre Reise- und Aufenthaltskosten entschädigt werden müssen. Es ist offensichtlich, dass Menschen, die auf solche Dienstleistungen angewiesen sind, benachteiligt werden. Sie können nicht so einfach und spontan wie ihre Mitbürger, die sich der gesprochenen Sprache bedienen, mit nationalen oder EU-Beamten in Kontakt treten.

Das Pilotprojekt, das die Kommunikation zwischen den europäischen Institutionen und den gehörlosen und schwerhörigen Menschen verbessern soll, wird beispielsweise die Installation von Audio- und Videoanlagen in den Organen und Einrichtungen der EU vorsehen, so dass Beamte leichter mit Nutzern von Gebärdensprachen kommunizieren können. Das Pilotprojekt umfasst sowohl die technischen Lösungen als auch die Komponente Gebärdendolmetschen.

Längerfristig soll das Pilotprojekt fast einer Million gehörloser oder schwerhöriger Bürger aller Mitgliedstaaten, die verschiedene Gebärdensprachen benutzen, die direkte Kommunikation mit allen EU-Institutionen ermöglichen, indem es die Entwicklung entsprechender Lösungen unterstützt.

Die Europäische Kommission hat in enger Abstimmung mit dem Europäischen Parlament daran gearbeitet, das Pilotprojekt auf den Weg zu bringen.

Weitere Informationen

Europäische Kommission – Menschen mit Behinderungen:

http://ec.europa.eu/justice/discrimination/disabilities/index_de.htm

Homepage von Viviane Reding, Vizepräsidentin der Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Folgen Sie der Vizepräsidentin auf Twitter: @VivianeRedingEU

Contacts :

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)

Natasha Bertaud (+32 2 296 74 56)


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