Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von MACH durch Syniverse unter Bedingungen

Commission Européenne - IP/13/481   29/05/2013

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 29. Mai 2013

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von MACH durch Syniverse unter Bedingungen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des luxemburgischen Unternehmens Mach durch die US-amerikanische Gesellschaft Syniverse im Anschluss an eine eingehende Untersuchung nach der EU‑Fusionskontrollverordnung genehmigt. Bedingung für die Genehmigung ist die Veräußerung der Datenclearing-Dienste (DC) und der NRTRDE-Dienste (Near Trade Roaming Data Exchange) von Mach im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Bei diesen Diensten handelt es sich um technische Abschnitte im Roaming-Prozess, der die Nutzung eines Mobiltelefons im Ausland ermöglicht. Syniverse und Mach sind die beiden größten Anbieter dieser Dienste sowohl im EWR als auch weltweit. Die Kommission hatte nach einer vorläufigen Prüfung Bedenken, dass Syniverse durch den Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form die Möglichkeit erhalten würde, die Preise zu erhöhen oder qualitativ schlechtere Leistungen zu erbringen, denn durch die geplante Übernahme schließen sich der größte und der zweitgrößte Anbieter zusammen, so dass ein beherrschendes Unternehmen mit monopolartigen Marktanteilen entsteht. Die von Syniverse angebotene Verpflichtungen zur Veräußerung eines wesentlichen Teils der Vermögenswerte von Mach – so insbesondere des gesamten DC‑ und NRTRDE‑Geschäfts von Mach im EWR –, sind geeignet, die Bedenken der Kommission auszuräumen.

„Die Verbraucher in Europa nutzen ihr Mobiltelefon zunehmend auch im Ausland, sowohl zum Telefonieren als auch zum Abrufen von Daten. Die angebotenen Verpflichtungen verhindern, dass das reibungslose Funktionieren von Roaming-Diensten für Mobilfunkbetreiber durch Preiserhöhungen oder schlechtere Leistungsqualität gestört wird“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia.

Aus der Untersuchung ging hervor, dass auf den betreffenden Märkten erhebliche Expansionshindernisse bestehen und die verbleibenden kleineren Wettbewerber weder als glaubhafte Anbieter für Großkunden auftreten noch den Wettbewerbsdruck ersetzen könnten, den bisher Mach auf Syniverse ausübt. Ferner zeigte sich, dass die Kunden nicht über genügend Marktmacht verfügen, um die negativen Folgen des geplanten Zusammenschlusses auszugleichen. Auch ist unwahrscheinlich, dass neue Wettbewerber in den Markt eintreten werden. Somit bestand die Gefahr, dass die Übernahme in einem Ausmaß zu höheren Preisen für DC‑ und NRTRDE‑Dienste und zu schlechterer Leistungsqualität führt, dass Endkunden unangemessene Preise für Roaming‑Dienste berechnet werden.

Verpflichtungen

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, verpflichtete sich Syniverse, einen wesentlichen Teil der Vermögenswerte von Mach – so insbesondere das gesamte DC‑ und NRTRDE‑Geschäft von Mach im EWR – zu veräußern, einschließlich Infrastrukturteilen, die es dem Käufer ermöglichen, nicht nur DC‑ und NRTRDE‑Dienste, sondern je nach Kundenbedarf auch eine umfassende Palette von anderen Diensten im Roaming-Bereich anzubieten.

Wie die Untersuchung der Kommission ergab, sind ein anerkannter Ruf und eine längere erfolgreiche Tätigkeit für einen Mobilfunknetzbetreiber von entscheidender Bedeutung, um gegenüber den größten Kunden als glaubhafter Anbieter auftreten zu können. Daher hat Syniverse zugesagt, sich neben Betriebsmitteln und herstellerspezifischer Software für das DC‑ und NRTRDE‑Geschäft auch von dem im EWR mit diesen Diensten betrauten Personal von Mach und wichtigen Mach‑Kunden zu trennen. Die Verpflichtungen umfassen auch den Verkauf einer Reihe von Kundenverträgen mit mittleren und kleineren Mobilfunknetzbetreibern, um das veräußerte Geschäft überlebensfähig zu machen.

Die Kommission wird dafür sorgen, dass die Vermögenswerte an einen geeigneten Käufer veräußert werden, der bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, damit ein ernsthafter, rentabel arbeitender Wettbewerber für das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen entsteht und die veräußerten Tätigkeiten im EWR und weltweit ausgebaut werden.

Angesichts dieser Verpflichtungen gelangte die Kommission zu dem Ergebnis, dass der Wettbewerb auf den Märkten für DC‑ und NRTRDE‑Dienste angemessen gewahrt bleibt.

Hintergrund

Die Kommission hat sich bereits im Jahr 2007 mit Unternehmen befasst, die Clearingdienste für Roaming-Daten anbieten. Damals prüfte sie den Zusammenschluss zwischen Syniverse und BSG, dem damals drittgrößten Datenclearing-Unternehmen in Europa. Die Kommission konnte das Vorhaben genehmigen, weil Mach als starker Wettbewerber des zusammengeschlossenen Unternehmens auf dem Markt verblieb (vgl. IP/07/1852).

Syniverse meldete die geplante Übernahme von Mach im November 2012 bei der Kommission an. Daraufhin leitete die Kommission im Dezember 2012 eine eingehende Untersuchung ein (siehe IP/12/1439). Die Evenex-Unternehmen, d. h. Evenex ApS und die hundertprozentige Tochtergesellschaft Evenex AS, sind von der Transaktion nicht betroffen.

Im März 2013 waren die beteiligten Unternehmen im Rahmen einer Mitteilung der Beschwerdepunkte darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass das Vorhaben in Bezug auf DC‑ und NRTRDE‑Dienste für Roaming Wettbewerbsbedenken aufwarf. Die Untersuchung der Kommission zeigte, dass die Märkte für Financial Clearing, SMS und andere Dienste im Roaming‑Bereich nicht erheblich beeinträchtigt würden, da stärkere Wettbewerber vorhanden sind, der Markteintritt leichter ist und diese Leistungen auch intern erbracht werden könnten.

Unternehmen und Produkte

Syniverse ist ein globaler Anbieter von Technologiediensten für Telekommunikationsunternehmen. Zu den Hauptgeschäftstätigkeiten zählen Datenclearing und finanzielle Abwicklung für Roaming-Dienste, SMS- und Nummernübertragungslösungen und verschiedene andere technologische Lösungen für Telekommunikationsgesellschaften. Syniverse hat seinen Sitz im US-amerikanischen Tampa und wird von der Investmentgruppe Carlyle kontrolliert.

Mach erbringt ebenfalls weltweit Technologiedienste für Telekommunikationsunternehmen. Dabei handelt es sich insbesondere um Datenclearing und die finanzielle Abwicklung für Roaming-Dienste, SMS-Lösungen, Dienstleistungen für Betrugserkennung und Einnahmenschutz, Lösungen für die systematische Analyse von Daten (Business Intelligence) und die Abrechnung von Informationsinhalten (Content Billing). Mach hat seinen Sitz in Luxemburg und wird von der Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus kontrolliert.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Zurzeit laufen noch zwei weitere eingehende Prüfverfahren. Das erste eingehende Prüfung wurde im März eingeleitet und betrifft den Erwerb von Shell-Raffinieranlagen in Hamburg-Harburg durch Nynas (siehe IP/13/290). Dieses Verfahren muss bis zum 6. September 2013 abgeschlossen werden. Die zweite laufende Prüfverfahren wurde im April 2013 eingeleitet und bezieht sich auf die Übernahme von Olympic Air durch Aegean Airlines (siehe IP/13/361). Die Frist ist auf den 25. September 2013 festgesetzt.

Kontakt:

Antoine Colombani +32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine

Marisa Gonzalez Iglesias +32 229-51925


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site