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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 30. Mai 2013

Kommission, Parlament und Europäischer Rat erörtern mit Religionsführern die Unionsbürgerschaft

Brüssel, 30. Mai 2013 — Rund zwanzig hochrangige Vertreter von Christentum, Islam, Judentum und Hinduismus aus ganz Europa kamen heute unter dem Motto „Das europäische Projekt für Bürgerinnen und Bürger in Zeiten des Wandels“ am Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel zusammen. Dieses Treffen auf hoher Ebene, das im Rahmen des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger 2013 stattfand, wurde von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso einberufen, der gemeinsam mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Herman Van Rompuy und EP-Vizepräsident László Surján den Vorsitz führte. Die Teilnehmer führten eine offene Debatte über die Frage, wie Europa bürgernäher gestaltet werden kann.

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, forderte die Religionsgemeinschaften auf, sich aktiv an der laufenden öffentlichen Debatte im Rahmen des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger 2013 sowie an der jüngst gestarteten Initiative „Ein neues Bild Europas“ zu beteiligen, und erklärte: „Während wir alles in unseren Kräften Stehende tun, um Europa aus der Wirtschaftskrise zu führen, zeigt sich ganz deutlich, dass wir noch eine andere Krise bewältigen müssen: eine Vertrauens- und Wertekrise. Wir müssen die Bürger wieder in den Mittelpunkt unseres gemeinsamen Projekts der europäischen Integration rücken, indem wir erörtern, warum es sinnvoll ist, als Union gemeinsam zu handeln. Ich bin der festen Überzeugung, dass die aktive Mitwirkung der Religionsgemeinschaften bei diesem Unterfangen von entscheidender Bedeutung ist. Die zum heutigen Treffen geladenen Religionsführer können einen wichtigen Beitrag zu dieser EU-weiten Debatte über die Zukunft Europas leisten.“

Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, erklärte: „Die Bürger in Europa verlangen jetzt dringend von uns, dass wir Antworten auf die Herausforderungen der Krise finden und unsere Werte bekräftigen. Handlungsbedarf besteht in der Wirtschaft wie im Sozialen, im kulturellen Bereich und daher auch in der Bildung und Erziehung. Beleben wir daher diesen Bürgergeist, indem wir all das betonen, was uns zu Bürgern dieses gemeinsamen Raums macht, der Europäischen Union. Was macht uns, einzeln und gemeinsam, als europäische Bürger aus? Es ist essentiell, dass politische und religiöse Instanzen gemeinsam darüber nachdenken. Denn gemeinsam tragen wir – jeder in seiner Funktion und im Rahmen seiner Verantwortung – zur Gestaltung des europäischen Projektes bei, durch eine stetige Debatte, die manchmal gegensätzlich, aber immer fruchtbar ist - fruchtbar, gerade weil sie manchmal gegensätzlich ist.“

László Surján, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, betonte: „Die europäischen Bürgerinnen und Bürger – darunter auch diejenigen, die einer Religionsgemeinschaft angehören – sollten sich in den europäischen Wahlkampf einbringen und anschließend an den Wahlen teilnehmen, damit ihre Meinungen, Vorstellungen und Werte von den Abgeordneten repräsentiert werden können.“

Hintergrund

Das heutige Treffen mit hochrangigen Vertretern der Religionsgemeinschaften war das neunte in einer Reihe, die Kommissionspräsident Barroso 2005 ins Leben gerufen hatte. Durch den Vertrag von Lissabon (2009) wurde der offene, transparente und regelmäßige Dialog mit den Kirchen, Religionsgemeinschaften und weltanschaulichen Gemeinschaften im europäischen Primärrecht verankert (Artikel 17 AEUV). Neben regelmäßigen Seminaren mit verschiedenen Gesprächspartnern finden jährlich ein Treffen mit führenden Vertretern der Religionen (Frühjahr) sowie ein Treffen mit Vertretern weltanschaulicher Gemeinschaften (Herbst) statt.

Bei dem diesjährigen Treffen gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie der Dialog mit Bürgern und gesellschaftlichen Organisationen über die Zukunft Europas und über die durch die Unionsbürgerschaft garantierten grundlegenden, individuellen und kollektiven Rechte intensiviert werden kann. Die Beiträge der Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften fließen direkt in die breitere Debatte ein, die derzeit zwischen Bürgern, Unternehmen, Zivilgesellschaft und staatlichen Stellen im Rahmen des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger 2013 geführt wird.

Das Treffen fand im Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel statt. Kommissions-Vizepräsidentin Viviane Reding und Kommissar Dacian Cioloș nahmen ebenfalls an dem Treffen teil.

Vollständige Liste der Teilnehmer: siehe MEMO/13/473

Informationen über das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger 2013:

http://europa.eu/citizens-2013/de/home

Informationen über den Dialog der Europäischen Kommission mit Kirchen, Religionsgemeinschaften und weltanschaulichen Gemeinschaften:

http://ec.europa.eu/bepa/activities/outreach-team/dialogue/index_en.htm

Website von José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/president/index_de.htm

Kontakt:

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Cezary Lewanowicz (+32 2 299 30 50)

Dirk Volckaerts (+32 2 299 39 44)


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