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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Mai 2013

Emissionshandel: Weiterer Rückgang der Emissionen im Jahr 2012 bei gleichzeitigem Anstieg des Überschusses an Zertifikaten

Nach den Angaben aus dem Unionsregister sind die Treibhausgasemissionen der am EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) teilnehmenden Anlagen im vergangenen Jahr um 2 % zurückgegangen.

Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard erklärte hierzu: „Die gute Nachricht lautet, dass die Emissionen im Jahr 2012 erneut zurückgegangen sind. Die schlechte Nachricht ist aber, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vor allem wegen der beispiellos starken Inanspruchnahme internationaler Gutschriften weiter verschlechtert hat. Zu Beginn von Phase 3 liegt ein Überschuss von beinahe 2 Milliarden Zertifikaten vor. Das Europäische Parlament und der Rat müssen also rasch über eine vorübergehende Rücknahme von Zertifikaten vom Markt (sogenanntes „Backloading“) beschließen."

Die Emissionsdaten für 2012

Unter das EU-EHS fallen mehr als 12 000 Kraftwerke und Industrieanlagen in den 27 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und Liechtenstein sowie seit 2012 auch die Emissionen von Fluggesellschaften, die Flughäfen in diesen Ländern und eng mit ihnen verbundenen Gebieten anfliegen. Die geprüften Treibhausgasemissionen ortsfester Anlagen1 sind erneut zurückgegangen und lagen im letzen Jahr bei 1 867 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent und damit um etwa 2 % unter dem Wert für Anlagen von 2011. Die von Fluggesellschaften gemeldeten geprüften Emissionen belaufen sich auf knapp 84 Mio. Tonnen.

Die teilnehmenden Anlagen befolgen die Vorschriften

Die Betriebe haben auch diesmal wieder die EU-EHS-Vorschriften größtenteils eingehalten. Nur weniger als 1 % der teilnehmenden Anlagen haben bis zum Stichtag 30. April 2013 ihre Zertifikate nicht für alle ihre Emissionen im Jahr 2012 abgegeben. Hierbei handelt es sich in der Regel um kleine Anlagen, die zusammen für weniger als 1 % der Emissionen im Rahmen des EU-EHS verantwortlich sind.

Erstes Jahr der Verantwortlichkeit von Luftfahrzeugbetreibern für Emissionen

Luftfahrzeugbetreiber, die im Jahr 2012 für über 98 % der unter das EU-EHS fallenden Emissionen aus dem Luftverkehr verantwortlich sind, haben erfolgreich die notwendigen Schritte unternommen, um die Vorschriften des EU-EHS einzuhalten. Gemäß dem „Stop-the-Clock-Beschluss“2 können Luftfahrzeugbetreiber für das Jahr 2012 ihre Verantwortlichkeit auf innereuropäische Flüge begrenzen und in diesem Fall als weiteren Schritt kostenlos zugeteilte Zertifikate für außereuropäische Flüge bis zum 27. Mai zurückgeben.

Alle Verstöße werden von den zuständigen Behörden des betreffenden Mitgliedstaats nach den einschlägigen Verfahren untersucht.

Verdopplung des Überschusses im Jahr 2012

Ende 2011 belief sich der Überschuss an Zertifikaten auf rund 950 Millionen. Die Inanspruchnahme internationaler Gutschriften, die Versteigerung von Phase-2-Zertifikaten und die verbleibenden Zertifikate in der Reserve für neue Marktteilnehmer, der Verkauf von Phase-3-Zertifikaten zur Generierung von Mitteln für das NER300-Programm und die vorgezogene Versteigerung von Phase-3-Zertifikaten haben zusammen bis Ende 2012 zu einem kumulierten Überschuss von fast zwei Milliarden Zertifikaten geführt.

Hintergrund

Im Rahmen des EU-EHS müssen die Anlagen den Registern der Mitgliedstaaten alljährlich Daten zu ihren geprüften Emissionen übermitteln. Am 2. April wurden die Daten für 2012 der Öffentlichkeit über das Transaktionsprotokoll der Europäischen Union (EUTL) zugänglich gemacht. Seit dem 15. Mai wird im EUTL auch veröffentlicht, inwieweit die Industrieanlagen ihrer Verpflichtung nachgekommen sind, Zertifikate im Umfang der geprüften Emissionen des Vorjahres abzugeben.

Der zweite Handelszeitraum des EU-EHS begann am 1. Januar 2008 und lief fünf Jahre bis 31. Dezember 2012. Dies deckte sich mit dem Zeitraum, innerhalb dessen die Industrieländer ihre Emissionsziele nach dem Kyoto-Protokoll erreichen mussten. Das EU-EHS wurde für den dritten Handelszeitraum, also für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis 2020, grundlegend reformiert. Die Rechtsvorschriften zur Überarbeitung der Emissionshandelsrichtlinie wurden im Rahmen des EU-Klima- und Energiepakets am 23. April 2009 (IP/09/628) angenommen, mit dem überarbeitete Regeln für das EHS für die Zeit von 2012 bis 2020 und darüber hinaus festgelegt wurden.

Weitere Informationen:

CITL-Portal: http://ec.europa.eu/environment/ets/

Portal der GD Klimapolitik für die Register auf EUROPA:

http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/registry/index_en.htm

Überarbeitetes EHS und häufig gestellte Fragen:

http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/faq_en.htm

Luftverkehr und „Stop-the-Clock-Beschluss“:

http://ec.europa.eu/clima/policies/transport/aviation/index_en.htm

Zuteilungen und geprüfte Emissionen

http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/monitoring/docs/compliancetable1_en.pdf

Kontaktpersonen:

Isaac Valero Ladron (+32-229 64971)

Stephanie Rhomberg (+32-229 87278)

Anhang I

Stark gestiegene Inanspruchnahme internationaler Gutschriften

Seit 2008 können Anlagen gemäß den Vorschriften des EU-EHS internationale, im Rahmen der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls generierte Emissionsreduktions-Gutschriften abgeben, um einen Teil ihrer Emissionen auszugleichen.

2012 wurden über 500 Mio. internationale Gutschriften zur Einhaltung des EU-EHS verwendet, so viel wie noch nie. Dies entspricht 26 % der im Jahr 2012 insgesamt abgegebenen Einheiten und schließt eine Rekordzahl von ERU ein.

Mit den seit 2008 abgegebenen CER3 und ERU wurden zusammen etwa 75 % des für den Handelszeitraum 2008-2012 zulässigen Kontingents an Gutschriften in Anspruch genommen.

Auf CER entfielen 6,9 % aller seit 2008 abgegebenen Einheiten. Insgesamt gesehen ist auf das EU-EHS die Verwendung von 670 Mio. CER zurückzuführen; davon stammten 63 % aus Projekten in China und 16 % aus Projekten in Indien.

Auf ERU entfielen 3,9 % aller von 2008 bis 2012 abgegebenen Einheiten. Insgesamt wurden seit 2008 im Rahmen des EU-EHS 378 Mio. ERU in Anspruch genommen. Angesichts der bevorstehenden Beschränkungen wurden 285 Mio. ERU für Emissionen aus dem Jahr 2012 abgegeben, was über 14% der im Jahr 2012 insgesamt abgegebenen Einheiten entspricht.

Insgesamt abgegebene Einheiten für Emissionen in der Phase 2 (2008-12) – Anlagen

9 708 Mio.

100 %

CER und ERU

1 047 Mio.

10,8 %

Kostenlos zugeteilte und bei Versteigerungen erworbene Zertifikate

8 661 Mio.

89,2 %

Insgesamt abgegebene Einheiten für Emissionen in der Phase 2 (2012) – Luftfahrzeugbetreiber

83 Mio.

100 %

CER und ERU

11 Mio.

13,1 %

Kostenlos zugeteilte und bei Versteigerungen erworbene Zertifikate4

72 Mio.

86,9 %

1 :

Die Anlagen in Zypern und Liechtenstein haben für 2011 noch keine geprüften Emissionsdaten vorgelegt.

3 :

Projekte zur Einsparung von Emissionen im Rahmen des Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) des Kyoto-Protokolls generieren Gutschriften, die sog. zertifizierten Emissionsreduktionen (CER).

4 :

Einschließlich 2,5 Mio. Luftverkehrszertifikate, die von Deutschland im Laufe des Jahres 2012 zur Versteigerung angeboten wurden.


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