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Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter bestimmten Bedingungen Gemeinschaftsunternehmen von Hydro und Sapa, den beiden größten Anbietern von Aluminium-Strangpressprodukten im EWR

European Commission - IP/13/426   13/05/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Mai 2013

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter bestimmten Bedingungen Gemeinschaftsunternehmen von Hydro und Sapa, den beiden größten Anbietern von Aluminium-Strangpressprodukten im EWR

Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens von Norsk Hydro ASA und Sapa Holding AB, einer 100 %igen Tochtergesellschaft von Orkla ASA, genehmigt. Die beiden norwegischen Unternehmen sind auf dem Markt für Aluminium-Strangpressprodukte tätig. Das Gemeinschaftsunternehmen wird mit einem Jahresumsatz von rund 6 Mrd. EUR weltweit der führende Anbieter von Aluminium-Strangpressprodukten sein. Die Genehmigung ist an die Bedingung geknüpft, dass Sapa seine Sparte für Multi-Port-Extrusion (MPE) in den Niederlanden und Hydro seine größte Strangpressanlage in Norwegen veräußert.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia, erklärte hierzu: „Dieser Fall zeigt erneut, dass die europäische Fusionskontrolle die Kunden durch wirksame Abhilfemaßnahmen vor Preiserhöhungen schützen kann, die das Ergebnis zu großer Marktmacht sind; gleichzeitig gibt sie den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Kräfte zu einen, um weltweit Branchenführer zu werden.“

Die Marktuntersuchung ergab, dass der Zusammenschluss in seiner ursprünglich angemeldeten Form möglicherweise den Wettbewerb auf den Märkten für MPE und Strangpressprodukte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und im nordischen Raum (Norwegen und Schweden) erheblich eingeschränkt hätte.

Im Hinblick auf MPE wurden Bedenken geäußert, weil die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen sehr groß sind, vollständig austauschbare Produkte fehlen und nur zwei andere Anbietern im EWR vorhanden sind. Aus diesen Gründen befürchteten Kunden einen Preisanstieg für MPE im EWR.

Im Hinblick auf den Markt für Aluminium-Strangpressprodukte ergab die Marktuntersuchung, dass die Kunden im nordischen Raum nur wenig Bezugsalternativen haben, da es nur wenige andere Hersteller gibt, die Transportkosten im Vergleich zum Rest des EWR höher und die Importe aus anderen Teilen des EWR relativ begrenzt sind.

Um diese Bedenken auszuräumen, boten die beteiligten Unternehmen an, Sapas gesamte MPE-Sparte im EWR und Hydros größte Strangpressanlage in Norwegen zu verkaufen. Durch diese Veräußerungen wird die Überschneidung der Geschäftstätigkeiten der beiden Unternehmen im Bereich MPE im EWR und ein Großteil der Überschneidungen im Bereich Strangpressprodukte im nordischen Raum beseitigt. Die Kommission ist somit zu dem Schluss gelangt, dass das Rechtsgeschäft in der durch die Verpflichtungszusagen geänderten Form keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr aufwirft.

Die Kommission stellte ferner fest, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken in Bezug auf Aluminium-Bausysteme und geschweißte Aluminium-Präzisionsrohre gibt.

Das Vorhaben wurde am 18. März 2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Hydro ist ein weltweit tätiger Aluminiumhersteller, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, unter anderem Herstellung und Verkauf von Primäraluminium, Strangpressprodukten, Bausystemen und Walzprodukten. Sapa ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft von Orkla, einem international tätigen norwegischen Unternehmen, das in den Bereichen Aluminium und Wasserkraft sowie in der Investmentbranche tätig ist.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und dafür zu sorgen, dass Zusammenschlüsse den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen zu diesem Fall werden unter der Nummer M.6756 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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