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Kommission stellt Optionen für die Zukunft der 1‑ und 2‑Euro-Cent-Münzen vor

Commission Européenne - IP/13/425   14/05/2013

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 14. Mai 2013

Kommission stellt Optionen für die Zukunft der 1‑ und 2‑Euro-Cent-Münzen vor

Die Kommission schlägt vier mögliche Szenarien für die künftige Ausgabe oder Einziehung von 1- und 2-Euro-Cent-Münzen vor. Mit der heute angenommenen Mitteilung kommt die Kommission dem im Jahr 2012 geäußerten Wunsch des Europäischen Parlaments und des Ministerrats1 nach, die Verwendung der 1- und 2-Euro-Cent-Münzen im Hinblick auf ihre Kosten und öffentliche Akzeptanz zu prüfen.2 Die Schlussfolgerungen der Kommission fokussieren im Wesentlichen auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Herstellung und Ausgabe dieser Münzen sowie auf die Haltung der Öffentlichkeit.

„Die Kommission hat Unternehmen und Verbraucherverbände, Finanzministerien, Münzprägeanstalten und Zentralbanken zum Pro und Contra einer weiteren Ausgabe von 1- und 2-Euro-Cent-Münzen konsultiert“, erklärte der für Wirtschaft, Währung und den Euro zuständige Vizepräsident der Kommission Olli Rehn. „Wir wollen die Diskussion mit den Interessenträgern und Mitgliedstaaten nun weiter voranbringen, um festzustellen, ob eine eindeutige Präferenz hinsichtlich der Grundlage für einen Legislativvorschlag besteht.“

Die Kommission hat vier mögliche Szenarien analysiert:

  • Status-quo-Szenario: Es werden weiterhin 1- und 2-Euro-Cent-Münzen unter den heutigen, d. h. unter unveränderten rechtlichen und materiellen Rahmenbedingungen ausgegeben. Die Münzen bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und werden weiter mit den derzeit vorgegebenen technischen Merkmalen (in Bezug auf Metall, Gewicht und Größe) hergestellt, ohne dass Herstellungs- und Ausgabeverfahren geändert würden.

  • Szenario der Ausgabe bei verminderten Kosten: Die Münzen werden weiterhin ausgegeben, wobei jedoch die Kosten der Ausgabe durch eine Änderung der Materialzusammensetzung und/oder durch Effizienzsteigerungen in der Münzherstellung gesenkt werden. Damit würde das für die meisten Mitgliedstaaten des Euroraums bestehende Problem der Verluste behoben, die daraus resultieren, dass die Ausgabekosten den Nennwert der Münzen weit übersteigen.

  • Szenario des Schnelleinzugs: Die Ausgabe der betreffenden Münzen wird eingestellt, und die im Umlauf befindlichen Münzen werden innerhalb einer festgelegten kurzen Frist insbesondere über Einzelhändler und Banken eingezogen. Ab dem ersten Tag des Einzugszeitraums gelten verbindliche Rundungsregeln, und am Ende des Zeitraums verlieren die Münzen ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel.

  • Auslaufszenario: Auch bei diesem Szenario wird eine – wenngleich anders gestaltete – Einziehung der betreffenden Münzwerte angestrebt. Die Münzausgabe wird zwar eingestellt und es gelten verbindliche Rundungsregeln, die Münzen bleiben aber gesetzliches Zahlungsmittel. Sie können weiterhin benutzt werden, allerdings nur zur Zahlung des gerundeten Endbetrags. Da keine neuen Münzen ausgegeben werden, dürften die Münzen aufgrund der hohen Verlustrate und ihrer mangelnden Attraktivität als Zahlungsmittel allmählich aus dem Umlauf verschwinden.

Die Ergebnisse der Konsultation der Interessenträger und der Analysen erlauben einige zentrale Schlussfolgerungen:

  • Die Herstellung von 1- und 2-Euro-Cent-Münzen ist für den Euroraum eindeutig ein Verlustgeschäft: Die Differenz zwischen dem Nennwert der Münzen und dem vom Staat zu zahlenden Preis für ihre Beschaffung hat seit 2002 mit einem geschätzten Gesamtverlust von 1,4 Mrd. EUR zu Buche geschlagen.

  • Hinsichtlich der Haltung der Öffentlichkeit ergibt sich ein gemischtes Bild: Zwar scheinen die Menschen an den kleinen Münzwerten zu hängen und im Fall ihres Verschwindens Inflationsgefahren zu befürchten, doch behandeln sie die Münzen wie wertlose Gegenstände und bringen sie nicht wieder in Umlauf. Die daraus folgende hohe Verlustrate führt zusammen mit der psychologischen Preisgestaltung zu einer nicht nachlassenden Nachfrage nach neuen kleinen Münzen, die derzeit nahezu die Hälfte aller im Umlauf befindlichen Münzen ausmachen.

  • Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es zu empfehlen, die Ausgabe von 1- und 2‑Euro‑Cent-Münzen einzustellen. Der Kostenfaktor muss allerdings gegen andere Faktoren abgewogen werden, insbesondere eine mögliche negative Reaktion der Öffentlichkeit auf Rundungsregeln.

Die nächsten Schritte

Es bedarf weiterer Diskussionen mit allen einschlägigen Interessenträgern auf der Grundlage der beschriebenen vier Szenarien. Sollte sich dabei zeigen, dass ein Szenario eindeutig bevorzugt wird, wird die Kommission die erforderlichen Legislativvorschläge vorlegen.

Hintergrund

Euro-Münzen werden von den Mitgliedstaaten ausgegeben; für die Harmonisierung der Stückelung und der technischen Merkmale ist jedoch der Rat zuständig. Die Stückelungen und technischen Merkmale der für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen sind in der Verordnung (EG) Nr. 975/98 des Rates festgelegt. Nach dieser Verordnung haben nur Münzen, die auf Euro oder Cent lauten und den vom Rat festgelegten Bezeichnungen und technischen Merkmalen entsprechen, in allen Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, die Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Jegliche Änderung der bestehenden Stückelungsstruktur des Euro (wie etwa eine Abschaffung der 1- und 2‑Euro‑Cent‑Münzen) würde eine Änderung der Ratsverordnung erfordern.

Seit Januar 2002 haben die Mitgliedstaaten des Euroraums über 45,8 Milliarden 1‑ und 2‑Euro-Cent-Münzen ausgegeben; dies entspricht 137 Münzen pro Kopf der Bevölkerung.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/economy_finance/euro/cash/coins/pdf/1_2_eurocoins_en.pdf

Kontakt:

Audrey Augier (+32 2 297 16 07)

Vandna Kalia (+32 2 299 58 24)

Simon O'Connor (+32 2 296 73 59)

1 :

Verordnung (EU) Nr. 651/2012 über die Ausgabe von Euro-Münzen (ABl. L 201 vom 27.7.2012, S. 135).

2 :

Der Mitteilung ist ein ausführliches Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen beigefügt.


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