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Flugverkehrsmanagement: EU-Kommission leitet Errichtung von SESAR ein

European Commission - IP/13/398   03/05/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 3. Mai 2013

Flugverkehrsmanagement: EU-Kommission leitet Errichtung von SESAR ein

Die EU-Kommission hat heute eine neue Verordnung verabschiedet, deren Ziel es ist, durch den Aufbau von Entscheidungsstrukturen und die Schaffung von Anreizen die effektive und rechtzeitige Errichtung von SESAR zu erleichtern, dem Leuchtturmprojekt der Europäischen Union zur Modernisierung des Flugverkehrsmanagements (ATM) und zur Verbesserung seiner Leistung.

Dazu Siim Kallas, Vizepräsident der Kommission und zuständig für Verkehrsfragen: „Ich bin sehr erfreut über unsere guten Fortschritte bei der Errichtung von SESAR. Es war immer klar, dass die Technologie eine wichtige Komponente des einheitlichen europäischen Luftraums darstellt, aber für die Luftfahrtunternehmen, Flughäfen und Anbieter von Flugsicherungsdiensten muss das Programm einen konkreten Nutzen haben, damit sie die erforderlichen Leistungsverbesserungen erreichen können – und die Verabschiedung dieser Verordnung bringt uns diesem Nutzen ein Stück näher.”

SESAR trägt zur Erhöhung von Kapazität und Sicherheit der ATM-Systeme bei und ermöglicht gleichzeitig eine Senkung der Kosten von ATM-Diensten und die Verringerung der Umweltauswirkungen des Luftverkehrs. Das SESAR-Projekt bildet den Technologie-Pfeiler der Initiative zur Schaffung des einheitlichen europäischen Luftraums. Fortschritt und Erfolg des einheitlichen europäischen Luftraums hängen auch von einer erfolgreichen Errichtung von SESAR ab.

SESAR umfasst einen Zyklus von drei miteinander verbundenen und sich weiter entwickelnden Prozessen zur Festlegung, Entwicklung und Umsetzung eines neuen Konzepts für den ATM-Betrieb. Mit dieser neuen Verordnung setzt die Kommission nun den Errichtungsprozess in Gang, mit dem das SESAR-Projekt abgeschlossen wird. Danach kann SESAR seinen vollen Nutzen entfalten.

In der Verordnung werden vier Hauptinstrumente festgelegt, mit denen die Errichtung von SESAR unterstützt werden soll:

  • Gemeinsame Vorhaben: Sie sollen die Errichtung der ATM-Funktionen gewährleisten, die für die Verbesserung der Leistung des ATM-Systems der Union als unverzichtbar angesehen werden.

  • Entscheidungsstrukturen: Sie sollen eine rechtzeitige und koordinierte Umsetzung des SESAR-Konzepts gewährleisten – unter Einbeziehung aller Beteiligten und der relevanten Einrichtungen der EU. Alle Akteure erhalten klare Zuständigkeiten auf drei Ebenen: Politik, Management und Durchführung.

  • Das Errichtungsprogramm: Es soll gewährleisten, dass die gemeinsamen Projekte in spezifische Errichtungstätigkeiten münden.

  • Gezielte Anreize: Sie sollen die Koordinierung und die Durchführung der gemeinsamen Vorhaben unterstützen.

Der Vorschlag ist das Ergebnis einer umfassenden Konsultation, bei der in den vergangenen zwei Jahren alle Beteiligten und Mitgliedstaaten einbezogen wurden. Die Kommission arbeitet derzeit am Aufbau der Entscheidungsstrukturen und wird das erste gemeinsame Vorhaben voraussichtlich Anfang 2014 beschließen. Damit wird die Grundlage für die Errichtung spezifischer Komponenten von SESAR geschaffen.

Hintergrund

Die im Rahmen von SESAR entwickelten Technologien und Verfahren unterstützen die Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums durch ein ATM-System einer neuen Generation, mit dem sich die Leistung im Vergleich zur jetzigen Kapazität um das Dreifache und die Sicherheit um das Zehnfache erhöhen lassen, wodurch die Luftfahrtunternehmen 50 % der Kosten einsparen können und die Umweltweltauswirkungen des Luftverkehrs pro Flug um 10 % verringert werden (Leistungsziele für den einheitlichen europäischen Luftraum).

Zwar werden für die Errichtung von SESAR Investitionen in Höhe von insgesamt 30 Mrd. EUR veranschlagt, doch wird Europa von der signifikanten Wertschöpfung sowie von den Verbesserungen in der Sicherheit, der Dienstequalität und für die Umwelt profitieren. Die kumulativen Auswirkungen auf das BIP der EU werden auf 419 Mrd. EUR geschätzt, voraussichtlich werden 328 000 neue Arbeitsplätze entstehen und 50 Mio. t CO2 vermieden. Diese Ergebnisse sind jedoch in hohem Maße davon abhängig, ob die Errichtung rechtzeitig und synchronisiert vorangetrieben werden kann.

Zum Beispiel können gemeinsame Vorhaben durchgeführt werden, um die Einführung bestimmter ATM-Funktionen zu erleichtern und zu beschleunigen, die dazu beitragen, die Kraftstoffeffizienz von Flügen zu verbessern und Emissionen zu verringern, indem Luftfahrzeugen die Nutzung direkterer Strecken gestattet wird (z. B. „Free Route”-Luftraum). Auf der Grundlage der einschlägigen neuen Technologien und Betriebsverfahren, die in der Entwicklungsphase von SESAR entwickelt und validiert wurden, wäre in einem solchen gemeinsamen Vorhaben festzulegen, „was” im Hinblick auf die umsetzungsreifen technologischen oder betrieblichen Veränderungen zu tun ist (z. B. Aufrüstung der Flugdatenverarbeitungssysteme); „warum” dies im Hinblick auf den erwarteten Nutzen erforderlich ist (z. B. bessere Flugleistung, Treibstoffeffizienz und Kostenverringerung); „wo” die Maßnahmen im Hinblick auf einen maximalen Nutzen durchgeführt werden müssen, und „wer” die betreffenden Funktionen einführen muss.

Bei gemeinsamen Vorhaben werden auch Anreize (z. B. EU-Mittel, Darlehen, Änderung der Streckengebühren für Luftraumnutzer) zur Unterstützung der auf Betriebsebene Betroffenen bei der Durchführung der gemeinsamen Vorhaben festgelegt – insbesondere für die Akteure, die bei der Einführung der ausgewählten Funktionen die meisten Schwierigkeiten haben. Im Errichtungsprogramm wird definiert, „wie” ein gemeinsames Vorhaben durch eine Reihe von Umsetzungsvorhaben durchgeführt werden sollte, die gewährleisten, dass die betreffenden ATM-Funktionen des gemeinsamen Vorhabens eingeführt werden.

Die Formulierung, Synchronisierung und Überwachung der gemeinsamen Vorhaben werden spezifische Entscheidungsstrukturen auf drei Ebenen sichergestellt:

  • Auf Ebene der Politik formuliert und beschließt die Kommission nach Konsultation der Beteiligten und der Mitgliedstaaten gemeinsame Vorhaben in Form von Durchführungsverordnungen. Die Kommission gewährleistet die Kohärenz der gemeinsamen Vorhaben mit der Politik für den einheitlichen europäischen Luftraum und mit dem öffentlichen Interesse. Sie verwaltet außerdem die für die Umsetzungsvorhaben gewährten Anreize und überwacht die Durchführung der gemeinsamen Vorhaben und ihren Beitrag zur Verbesserung der ATM-Leistung insgesamt.

  • Auf Managementebene ist das von der Kommission eingesetzte Errichtungsmanagement für die Planung und Gewährleistung der rechtzeitigen und koordinierten Durchführung des Errichtungsprogramms zuständig.

  • Auf Durchführungsebene sorgen die Projektmanager für die Durchführung ihrer Umsetzungsvorhaben in Übereinstimmung mit dem Errichtungsprogramm.

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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