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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 29. April 2013

Kommission fordert Zusammenarbeit zur Förderung einer nachhaltigen Aquakultur in Europa

Zur Förderung der Entwicklung der Aquakultur in der EU hat die Europäische Kommission strategische Leitlinien herausgegeben, um gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und Interessenträgern die Herausforderungen in diesem Sektor zu bewältigen. Der Aquakultur­sektor der EU weist ein beträchtliches Wachstumspotenzial auf und kann helfen, überfischte Meeresressourcen zu schonen. Die heute vorgestellten Leitlinien werden dazu beitragen, die Anstrengungen in allen Mitgliedstaaten zu koordinieren. Es werden keine neuen rechtlichen Verpflichtungen geschaffen, sondern eine Reihe von freiwilligen Maßnahmen vorgestellt, die die Mitgliedstaaten, die Kommission und die Interessenträger ergreifen können, um eine Industrie zu fördern, die wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig ist und den Verbrauchern gesunde und hochwertige Meereserzeugnisse bietet.

Wie in der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik dargelegt, über die derzeit verhandelt wird, kann die Aquakultur dazu beitragen, die Lücke zwischen dem ständig zunehmenden Verbrauch von Meereserzeugnissen und schwindenden Fischbeständen zu schließen. Tatsächlich bietet die Aquakultur eine tragfähige Alternative zur Überfischung und kann für Wachstum und Beschäftigung in den Küsten- und Binnengebieten sorgen. In anderen Weltregionen boomt dieser Sektor. In der EU insgesamt stagniert er hingegen, was teilweise auf schleppende Zulassungsverfahren und ineffiziente Verwaltung auf unterschiedlichen Ebenen zurückzuführen ist.

Heute kann es bis zu drei Jahre dauern, um eine Zulassung für einen neuen Aquakulturbetrieb zu erhalten, was Investoren natürlich abschreckt", erklärte die EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei Maria Damanaki. „Ich möchte gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors aufbauend auf unserem derzeitigen hohen Maß an Verbraucher- und Umweltschutz stärken“.

Die Kommission hat in enger Abstimmung mit allen Beteiligten die vier wichtigsten Herausforderungen für den Aquakultursektor ermittelt: die Notwendigkeit, Bürokratie und Unsicherheiten für Betreiber abzubauen, den Zugang zu Raum und Gewässern zu erleichtern, die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu steigern und für fairere Wettbe­werbsbedingungen zu sorgen, indem der Wettbewerbsvorteil von Fischereierzeugnissen „Made in the EU“ genutzt wird.

In den Leitlinien werden diese Herausforderungen aufgezeigt und eine Kombination von Maßnahmen vorgeschlagen, wie die Vereinfachung der Verwaltungsverfahren, Raumplanung, Marktorganisation, Diversifizierung sowie bessere Kennzeichnung und Information, damit die Marktkräfte das Potenzial der EU-Aquakultur erschließen können. Beispielsweise

  • wird die Kommission eine Aktion zur Ermittlung bewährter Verfahren koordinieren, durch die die Zulassungsverfahren für neue Aquakulturbetriebe verkürzt werden sollen;

  • fördert die Kommission einen integrierten Ansatz für die Raumordnung, der dazu beitragen wird, den Aquakulturbetreibern geeigneten Zugang zu Raum und Gewässern zu sichern und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt und andere Wirtschaftstätigkeiten zu minimieren;

  • bietet die europäische Aquakultur Erzeugnisse bester Qualität, die den höchsten Anforderungen an Verbraucherschutz, Umweltschutz und Tierwohl genügen. Dies wirkt sich zwar auf die Herstellerkosten aus, doch geeignete Informationen über die Qualität der Erzeugnisse, wie etwa die Kennzeichnung, können einen Wettbewerbsvorteil bringen und die Wahrnehmung der Verbraucher verbessern.

Nächster Schritt

Die strategischen Leitlinien stehen im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), durch die die Aquakultur durch eine sogenannte „offene Koordinierungsmethode“ gefördert werden soll. Auf der Grundlage dieser Leitlinien und unbeschadet der Ergebnisse der Verhandlungen über die GFP-Reform werden die Mitgliedstaaten ihre mehrjährigen nationalen Strategiepläne erstellen, wobei die spezifischen Ausgangsbedingungen, Herausforderungen und Potenziale eines jeden Landes berücksichtigt werden. Die Kommission wird bei der Koordinierung der Tätigkeiten und dem Austausch bewährter Verfahren unterstützen und weitere Orientierungshilfen dazu geben, wie die Wirtschaftstätigkeiten in der Praxis mit den EU- Rechtsvorschriften in Einklang gebracht werden können.

Hintergrund

Im Jahr 2010 wurden in der EU 1,26 Mio. Tonnen Aquakulturerzeugnisse mit einem Wert von 3,1 Mrd. EUR produziert. Dies entspricht etwa 2 % der weltweiten Aquakultur­erzeugung. Diese stagnierte in der EU im letzten Jahrzehnt, während andere Regionen – insbesondere Asien – in diesem Sektor ein sehr schnelles Wachstum zu verzeichnen hatten.

Heute stammen 10 % der in der EU verzehrten Meereserzeugnisse aus Aquakultur, 25 % aus EU-Fischereien und 65 % aus Einfuhren aus Drittländern (sowohl Fischerei als auch Aquakultur); die Lücke zwischen Verbrauch und Erzeugung unserer Fangfischerei hat sich in den letzten Jahren stetig vergrößert, und die Aquakultur kann dazu beitragen, sie zu schließen. Jeder intern durch Aqua­kultur erzeugte Prozentpunkt des derzeitigen EU-weiten Verbrauchs könnte helfen, zwischen 3000 und 4000 Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/aquaculture/index_de.htm

MEMO/13/391

Kontaktpersonen:

Oliver Drewes (+32 229-92421)

Lone Mikkelsen (+32 229-60567)


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