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Neues EU-Ausbildungszentrum zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterialien und anderen radioaktiven Stoffen

European Commission - IP/13/338   18/04/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 18. April 2013

Neues EU-Ausbildungszentrum zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterialien und anderen radioaktiven Stoffen

Die Europäische Kommission hat heute ein neues Europäisches Ausbildungszentrum für Gefahrenabwehr im Nuklearbereich (EUSECTRA) in Karlsruhe in Betrieb genommen. In dem Ausbildungszentrum werden Beamte, Ausbilder und Experten darin geschult, den illegalen Handel mit Kernmaterial und anderen radioaktiven Stoffen aufzudecken und darauf entsprechend zu reagieren. EUSECTRA bietet praxisnahe Schulungen und verwendet dafür eine breite Palette von radioaktiven und nuklearen Materialien sowie eine Vielzahl von Geräten und Messinstrumenten. In einer der Schulungshallen werden die Bedingungen an Flughäfen simuliert; sie ist daher mit einem Durchgangsmonitor und einem Gepäckband mit Röntgensichtung ausgerüstet. Ein anderer Teil der Ausbildung findet im Freien statt: Dabei werden unterschiedliche Szenarien zugrunde gelegt und 4 verschiedene Arten von Durchgangsmonitoren zur Strahlungsmessung eingesetzt. Insgesamt werden bei den Schulungen mehr als 30 Messgeräte und Detektoren verwendet. Mit dem Zentrum werden die Schulungsmaßnahmen erweitert, die die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) an ihren Standorten Ispra und Karlsruhe anbietet.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft:Die Gefahrenabwehr im Nuklearbereich ist eine der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ausbildung und internationale Zusammenarbeit im Bereich des Aufspürens von Nuklearmaterial sind von zentraler Bedeutung für unsere Reaktion auf die Bedrohung durch den illegalen Handel mit Kernmaterialien und anderen radioaktiven Stoffen. Das neue Schulungszentrum wird auf höchstem wissenschaftlichen und technischen Niveau einen wichtigen Beitrag in diesem Bereich leisten.“

„Dieses Ausbildungszentrum wird Bereitschaftsdienste und Rettungskräfte besser für die Verhütung und Bewältigung nuklearer Störfälle rüsten. Diese sind zwar selten, doch sie können verheerende Folgen haben. EUSECTRA wird nicht nur dabei helfen, die europäischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen, sondern wird auch eine Referenzstelle für andere Einrichtungen in diesem Bereich sein“, erklärte die EU-Kommissarin für Inneres Cecilia Malmström.

Das Ausbildungszentrum, das am Institut für Transurane (ITU) der JRC angesiedelt ist, wurde im Rahmen des CBRN-Aktionsplans zur Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Bedrohungen errichtet, der 2009 vom Europäischen Rat verabschiedet wurde. Die Schulungsprogramme wurden in Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und dem Energieministerium der Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt. An der Einweihung nahmen auch Vertreter dieser Organisationen teil.

Neben seinem Schwerpunktthema des Materialhandels wird EUSECTRA die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Aufbau von Expertennetzen unterstützen und ein zentrales Wissensmanagement-Tool bereitstellen. Außerdem werden Weiterbildungslehrgänge zum Aufspüren und zur Identifizierung von Materialien, zum Verhalten an Tatorten von Verbrechen mit radiologischen Materialien und zur Entwicklung nationaler Notfallpläne angeboten.

Hintergrund

Mehrere Pilotlehrgänge und gezielte Schulungen für im Außendienst tätige Beamte, Ausbilder und Experten haben bereits stattgefunden, an denen Interessenten aus vielen Ländern in Nord- und Zentralafrika, Zentralasien, Südostasien, der GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten) und Europa teilgenommen haben.

Zu den EUSECTRA-Räumlichkeiten gehören auch neue Ausbildungslaboratorien für Sicherungsmaßnahmen, in denen Nuklearinspektoren der Europäischen Kommission (Euratom) und der IAEO geschult werden sollen. Bereits seit 20 Jahren können die Inspektoren in der Gemeinsamen Forschungsstelle eine Vielzahl von Techniken erlernen.

Der CBRN-Aktionsplan zur Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Bedrohungen wurde im Dezember 2009 vom Europäischen Rat verabschiedet. Darin forderte der Rat die EU-Mitgliedstaaten und die Kommission auf, eine intensivere Sicherheitskultur zu fördern. Hierzu müssten die Kenntnisse im Bereich der CBRN-Gefahrenabwehr ausgebaut werden, wozu verbesserte Risikobewertungen und eine bessere Vorsorge, Forschungsarbeiten, der Austausch bewährter Praktiken und gemeinsame Schulungen und Übungen beitragen könnten.

Mit dem Aktionsplan wurde auch der Weg für das Ausbildungszentrum EUSECTRA geebnet, das Schulungen im Bereich der nuklearen und radiologischen Gefahrenabwehr anbieten und solche Maßnahmen auf nationaler Ebene unterstützen und ergänzen soll.

Die JRC wurde von der Generaldirektion Inneres für die Verwirklichung des Ausbildungszentrums ausgewählt, da sie bei den nationalen und internationalen Behörden als Kompetenzzentrum für die Sicherungskontrolle im Nuklearbereich (Inspektion und Überprüfung der Verwendung von Kernmaterialien zu friedlichen Zwecken) anerkannt ist und eine langjährige Erfahrung mit der erfolgreichen Ausbildung auf diesem Gebiet vorweisen kann. Ferner ist die JRC seit zwei Jahrzehnten an der Umsetzung zahlreicher Projekte auf dem Gebiet der Aufdeckung und Forensik im Nuklearbereich beteiligt, die außerhalb der europäischen Grenzen im Rahmen des Programms TACIS (Technische Hilfe für die Gemeinschaft unabhängiger Staaten) und im Rahmen der Heranführungsinstrumente durchgeführt werden.

Gefahrenabwehr im Nuklearbereich betrifft die Verhütung, Aufdeckung und Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterial und sonstigen radioaktiven Stoffen und liegt in erster Linie in nationaler Zuständigkeit. Sicherungsmaßnahmen sind Tätigkeiten, mit denen dafür gesorgt wird, dass Kernmaterialien nur für die beabsichtigten friedlichen Zwecke eingesetzt werden. Dies erfolgt mit Hilfe von Kernmaterialbuchführungssystemen und unabhängigen Inspektionen. Die Sicherungsmaßnahmen basieren auf internationalen Übereinkommen, die es den nationalen und internationalen Behörden wie der IAEO und der Europäischen Kommission ermöglichen, zu überprüfen, ob Kernmaterialien fortdauernd zu friedlichen Zwecken eingesetzt werden.

Weitere Informationen über die Einweihung von EUSECTRA und seine Tätigkeiten:

http://itu.jrc.ec.europa.eu/index.php?id=36&type=0&iEntryUID=246&iEntryPID=68

Ansprechpartner/innen:

Michael Jennings (+32 2 296 33 88) Twitter: @ECSpokesScience

Monika Wcislo(+32 2 295 56 04)


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