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Aufstockung der humanitären Hilfe für Mali: Zuständige EU-Kommissarin besucht das Land zwecks Bedarfsbewertung

European Commission - IP/13/32   22/01/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. Januar 2013

Aufstockung der humanitären Hilfe für Mali: Zuständige EU-Kommissarin besucht das Land zwecks Bedarfsbewertung

Die Europäische Kommission reagiert auf die eskalierende Krise in Mali, wo zahlreiche Menschen vor dem Konflikt fliehen und Tausende von Kindern unter schwerer Unterernährung leiden, und stockt ihre humanitäre Hilfe für das Land erneut um 20 Mio. EUR auf.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion ist nach ihrem Besuch vor einem Monat erneut nach Mali gereist. Sie prüft die Lage vor Ort, um zu ermitteln, wie die Hilfe am wirksamsten eingesetzt werden kann.

Die Kommissarin erklärte:Seit letztem Jahr ist das malische Volk von einer dreifachen Krise betroffen: zuerst von einer Dürre und Ernteausfällen, gefolgt von einer politischen Krise, und nun von den Kämpfen, die ausgebrochen sind, nachdem radikale islamistische Gruppen die Kontrolle über den Norden übernommen haben“.

„Durch frühzeitiges Handeln und Koordinierung der internationalen Hilfe konnten wir die schlimmsten Auswirkungen der Nahrungsmittelkrise hier und in der übrigen Sahelzone abwenden und Unterstützung für rund 18 Millionen Menschen leisten“.

„Allerdings haben die zunehmende Gewalt und die Kämpfe im Norden mehr als 350 000 Menschen gezwungen, in den Süden Malis und in benachbarte Länder zu fliehen, wodurch ein massiver humanitärer Bedarf entstanden ist. Wir hatten unsere Hilfe um 20 Mio. EUR erhöht, um in Mali und den Nachbarländern die Maßnahmen der humanitären Partner zu unterstützen, die ich im Dezember während meines Besuchs in Bamako getroffen habe. Die Lage hat sich jedoch seither weiter verschlechtert, da die islamistischen Rebellen bei ihren Gefechten mit der malischen Armee weiter nach Süden vorrücken, so dass der Bedarf noch weiter gestiegen ist. Daher haben wir zusätzliche 20 Mio. EUR mobilisiert, um auf die wachsende humanitäre Not einzugehen“.

„Ich rufe die übrigen Geber auf, rasch zu handeln, da die Bevölkerung durch monatelange Härten geschwächt ist. Darüber hinaus fordere ich alle Beteiligten auf, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Achtung des humanitären Völkerrechts zu gewährleisten“.

Eingesetzt wird die zusätzliche Soforthilfe für schwer unterernährte Kinder, die Unterstützung von rund 100 000 malischen Flüchtlingen in Nachbarländern und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Grundversorgungsdiensten für 150 000 Malier, die von den laufenden Kämpfen betroffen sind.

Die humanitäre Lage in Mali wird immer kritischer: Die heftigen Kämpfe führen zur Vertreibung der Bevölkerung und humanitäre Organisationen stoßen auf Schwierigkeiten beim Zugang zu bestimmten Gebieten.

Durch die Verschärfung des Konflikts verschlimmert sich auch die laufende Nahrungsmittel- und Ernährungskrise, so dass Millionen von Maliern im Jahr 2013 von Ernährungsunsicherheit bedroht sind. Trotz einer guten Ernte bleiben die Preise für Grundnahrungsmittel hoch und damit für die Ärmsten unerschwinglich. Die Quote der schweren Unterernährung liegt in bestimmten Gebieten im Süden über der Alarmschwelle, im Norden konnte keine Erhebung durchgeführt werden.

Hintergrund

Es bedarf umfassender Notfallmaßnahmen an zwei Fronten: Deckung des durch den Konflikt verursachten zusätzlichen Bedarfs und Eindämmung der Folgen von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung.

Zusätzlich zu den Maliern, die im vergangenen Jahr vor den Kämpfen geflohen sind – 145 000 Flüchtlinge und 200 000 Binnenvertriebene – strömen nun weitere Menschen in die Lager, die in Burkina Faso, Mauretanien und Niger sowie in Dörfern und Städten in Südmali errichtet wurden. Dadurch erhöht sich die Belastung der Aufnahmegemeinschaften, die bereits unter der großen Ernährungskrise leiden, von der die gesamte Sahelzone betroffen ist. Dort werden 2013 voraussichtlich 10,8 Millionen Menschen von Hunger bedroht sein, darunter 4,2 Millionen Malier. In Nordmali sind schätzungsweise 510 000 Menschen auf sofortige Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

2012 stellte die Europäische Kommission 73 Mio. EUR für Malier bereit, die unter der Nahrungsmittelkrise und dem politischen Konflikt im Land litten. Weitere 38 Mio. EUR wurden von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewährt (womit sich der Gesamtbeitrag der EU 2012 auf 111 Mio. EUR belief).

Die humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission für Mali hat es den UN-Organisationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und internationalen NRO ermöglicht, rasch auf den wachsenden humanitären Bedarf zu reagieren. Trotz einer schwierigen Sicherheitslage haben die Hilfsorganisationen die Gesundheitsversorgung, die Bereitstellung von medizinischen Hilfsgütern, Ernährungsdiensten und Nahrungsmittelhilfe, die Unterstützung bei der Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Verhütung und Behandlung von Epidemien in den Regionen Kidal, Gao und Timbuktu weiter sichergestellt.

Nach der vergangene Woche von der Hohen Vertreterin der EU Catherine Ashton einberufenen Tagung der Außenminister kündigte der EU-Kommissar für Entwicklung Andris Piebalgs den Beschluss der Europäischen Kommission an, 50 Mio. EUR aus der Friedensfazilität für Afrika bereitzustellen, um einen Beitrag zur Entsendung der internationalen Unterstützungsmission für Mali unter afrikanischer Führung (African-led International Support Mission to Mali – AFISMA) zu leisten.

Angesichts der schwierigen Lage der malischen Zivilbevölkerung könnte schon bald eine Reihe von Entwicklungsprogrammen mit Mali wiederaufgegriffen werden, wodurch auch die malische Regierung Rückendeckung für ihre Bemühungen um den Übergang zur Demokratie bekäme. Dafür sollen rund 250 Mio. EUR bereitgestellt werden. Durch die Fortsetzung der bestehenden Programme können unter anderem die Zivilgesellschaft gestärkt, die Ernährungssicherheit erhöht und die Trinkwasserversorgung der Stadt Bamako von Kabala aus verbessert werden.

Am 17. Januar einigten sich die EU-Außenminister auf eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Unterstützung der malischen Behörden: Einleitung einer EU-Ausbildungsmission für die Schulung und Neuorganisation der malischen Streitkräfte, politische Unterstützung für die Entwicklung eines Fahrplans für die Wiederherstellung der Demokratie und der verfassungsmäßigen Ordnung sowie Ernennung eines EU-Sonderbeauftragten für die Sahelzone. Am 5. Februar wird die EU in Brüssel ein Ministertreffen der internationalen Unterstützungs- und Überwachungsgruppe zur Lage in Mali ausrichten.  

Weitere Informationen:

Humanitäre Hilfe der EU für Mali:

http://ec.europa.eu/echo/aid/sub_saharian/mali_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


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