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Stärkung der Vorsorge für natürliche und vom Menschen verursachte Katastrophen in der EU

Commission Européenne - IP/13/329   16/04/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 16. April 2013

Stärkung der Vorsorge für natürliche und vom Menschen verursachte Katastrophen in der EU

Die Europäische Kommission stellt heute ein Paket vor, das aus zwei Teilen besteht: Die EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel enthält Rahmenbedingungen und Mechanismen, um die Vorsorge der EU für die derzeitigen und künftigen Auswirkungen des Klimawandels auf ein neues Niveau zu heben; in diesem Zusammenhang hat die Kommission außerdem ein Grünbuch über Versicherungen für den Fall natürlicher und vom Menschen verursachter Katastrophen angenommen. Mit dieser öffentlichen Konsultation wird eine breite Diskussion über die Angemessenheit und Verfügbarkeit bestehender Versicherungsmöglichkeiten angestoßen.

Die für Klimapolitik zuständige EU-Kommissarin Connie Hedegaard erklärte hierzu: „Die Verringerung der globalen Treibhausgasemissionen muss auch künftig absolute Priorität genießen, damit die Erderwärmung auf weniger als 2 °C begrenzt und ein gefährlicher Klimawandel abgewendet werden kann. Die negativen Folgen des Klimawandels machen sich jedoch bereits jetzt in Europa zunehmend bemerkbar. Die Anpassung an diese Veränderungen ist eine der grundlegenden Herausforderungen für die territoriale Entwicklung in der EU. Unsere Strategie hilft den europäischen Entscheidungsträgern, zum Nutzen ihrer Bürger die besten Lösungen zu finden. Dies fördert Wachstum und Beschäftigung und verhindert potenziell hohe menschliche, wirtschaftliche und ökologische Verluste später.“

Der EU-Kommissar für den Binnenmarkt und Dienstleistungen Michel Barnier sagte: „Natürliche und anthropogene Katastrophen werden immer häufiger, während das Versicherungspotenzial des Versicherungssektors für solche Katastrophenfälle nicht vollständig genutzt wird. Auf EU-Ebene muss geprüft werden, wie diese Versicherungslücke überbrückt, allgemeine Vorsorgemaßnahmen getroffen sowie die Bürger und Unternehmen für diese Problematik sensibilisiert werden können. Mit diesem Grünbuch wird eine wichtige Debatte über diese Fragen angestoßen. Außerdem können wir uns damit einen vollständigeren Überblick über die Lage in den einzelnen Mitgliedstaaten verschaffen.“

Die EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion äußerte sich wie folgt: „Gut konzipierte Versicherungspolicen können auch als marktbasierte Instrumente wirken, die von riskantem Verhalten abschrecken, das Risikobewusstsein fördern und bewirken, dass die Absicherung gegen Katastrophen bei wirtschaftlichen und finanziellen Entscheidungen berücksichtigt wird.“

Die Strategie stellt drei Hauptziele in den Mittelpunkt

  • Förderung von Maßnahmen der Mitgliedstaaten: Die Kommission will alle Mitgliedstaaten dazu bewegen, umfassende Anpassungsstrategien anzunehmen (derzeit haben 15 Mitgliedstaaten eine Anpassungsstrategie aufgestellt), und ihnen Finanzmittel zur Verfügung stellen, um ihnen zu helfen, Anpassungskapazitäten aufzubauen und Maßnahmen zu treffen. Darüber hinaus wird sie die Anpassung von Städten unterstützen, indem sie freiwillige Selbstverpflichtungen auf der Grundlage der Initiative „Konvent der Bürgermeister“ einleitet.

  • „Klimasicherung“ auf EU-Ebene: Durch die weitere Förderung von Anpassungsmaßnahmen in besonders gefährdeten Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Fischerei und Kohäsionspolitik soll die Klimaresilienz der europäischen Infrastruktur gestärkt und dafür gesorgt werden, dass mehr Versicherungen für den Fall natürlicher oder vom Menschen verursachter Katastrophen abgeschlossen werden.

  • Besser fundierte Entscheidungsfindung: Hierzu sollen das Schließen von Wissenslücken in Bezug auf die Anpassung und der weitere Ausbau der europäischen Plattform für Klimaanpassung (Climate-ADAPT) zu einer zentralen Anlaufstelle für Informationen über Anpassung in Europa beitragen.

Arbeitsplätzen schaffen, Kosten sparen

Im Mittelpunkt der Strategie stehen kostengünstige Anpassungsoptionen, die der Wirtschaft und dem Klima zugutekommen und aus verschiedenen Gründen sinnvoll sind. Die Strategie soll das Wirtschaftswachstum fördern, klimaresiliente Investitionen fördern und neue Arbeitsplätze schaffen, namentlich in den Sektoren Bauwesen, Wasserwirtschaft, Versicherung, Agrartechnologie und Ökosystemmanagement.

Schätzungen der künftigen Kosten und des künftigen Nutzens zufolge könnte jeder in den Hochwasserschutz investierte Euro Schadenskosten von sechs Euro vermeiden. Von 1980 bis 2011 haben Hochwasser mehr als 2500 Menschen das Leben gekostet, mehr als 5,5 Millionen Menschen geschädigt und direkte wirtschaftliche Verluste von über 90 Mrd. EUR verursacht. Die Mindestkosten einer unterlassenen Anpassung an den Klimawandel werden für die EU als Ganzes mit 100 Mrd. EUR im Jahr 2020 bis 250 Mrd. EUR im Jahr 2050 veranschlagt.

Grünbuch zu Katastrophenversicherungen

Wie viele andere Regionen der Welt ist die Europäische Union von fast allen Arten von Naturkatastrophen bedroht. Solche Katastrophen kosten nicht nur Menschenleben, sondern führen jedes Jahr auch zu Schäden in Milliardenhöhe und gefährden die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum. Sie können grenzüberschreitende Auswirkungen haben und ganze Gebiete in benachbarten Ländern bedrohen. Selbst wenn die Kosten großer Katastrophen räumlich beschränkt sind, können sie einzelne Mitgliedstaaten finanziell stark belasten und dort zu internen und externen Ungleichgewichten führen, wenn für die Schäden kein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Daher ist dieses Thema für Bürger, Wirtschaft und Behörden in der gesamten Union von Belang.

In diesem Grünbuch werden Fragen zur Angemessenheit und Verfügbarkeit von geeigneten Katastrophenversicherungen gestellt. Dadurch soll für diese Problematik sensibilisiert und beurteilt werden, ob Maßnahmen auf EU-Ebene zur Verbesserung des Katastrophenversicherungsmarkts in der Europäischen Union sinnvoll oder gerechtfertigt sind. Allgemein betrachtet wird dieser Reflexionsprozess darüber hinaus eine breitere Wissensgrundlage schaffen, den Versicherungsschutz als Maßnahme für das Katastrophenmanagement fördern und dadurch eine Schwerpunktverlagerung auf eine Kultur der Verhütung und Minderung von Katastrophen bewirken.

Die nächsten Schritte

Die Mitteilung über die Anpassungsstrategie ist an die anderen EU-Organe gerichtet, die darauf reagieren müssen. Die Kommission wird am 29. April in Brüssel für Interessenvertreter eine Konferenz über die Strategie veranstalten.

Die Konsultation zum Grünbuch läuft bis zum 30. Juni 2013. Sobald die Kommission die eingegangenen Beiträge gesichtet hat, entscheidet sie über die geeignetsten Folgemaßnahmen, die sie in unterschiedlicher – legislativer oder nicht-legislativer – Form treffen kann.

Hintergrund

Europa erwärmt sich schneller als viele andere Teile der Welt: Die Temperatur auf dem europäischen Festland lag im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich um 1,3 °C über dem vorindustriellen Niveau, verglichen mit einem globalen Temperaturanstieg um 0,8 °C. Je nach den klimatischen, geografischen und sozioökonomischen Bedingungen sind in der EU unterschiedliche Auswirkungen zu verzeichnen, doch trifft der Klimawandel potenziell alle Mitgliedstaaten. Bestimmte Extremwetterereignisse haben zugenommen; in Süd- und Mitteleuropa kam es häufiger zu Hitzewellen, Waldbränden und Dürren, während für Nord- und Nordosteuropa höhere Niederschläge und Überschwemmungen mit einem höheren Risiko von Sturmfluten und Erosion erwartet werden. Die Häufung solcher Ereignisse dürfte auch das Ausmaß von Katastrophen verstärken, was beträchtliche wirtschaftliche Verluste, Probleme der öffentlichen Gesundheit und Verluste von Menschenleben verursachen kann.

In Europa sind das Mittelmeerbecken, Berggebiete, dicht bevölkerte Flussebenen, Küstengebiete, Regionen in äußerster Randlage und die Arktis besonders vulnerabel. Hinzu kommt, dass drei Viertel der Bevölkerung in städtischen Gebieten leben, die Hitzewellen, Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels ausgesetzt sein können.

Weitere Informationen

Die Website der GD CLIMA zum Thema „Anpassung“

Europäische Plattform für Klimaanpassung

MEMO/13/334

MEMO/13/335

Kontaktpersonen:

Isaac Valero Ladron (+32-229 64971)

Stephanie Rhomberg (+32-229 87278)

Chantal Hughes (+32-229 64450)

Carmel Dunne (+32-229 98894)


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