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Neue EU-Vorschriften für sicherere und umweltfreundlichere Lkw

European Commission - IP/13/328   15/04/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 15. April 2013

Neue EU-Vorschriften für sicherere und umweltfreundlichere Lkw

Die Europäische Kommission hat heute neue Vorschriften vorgeschlagen, die es den Herstellern ermöglichen, aerodynamischere Lkw zu entwickeln, mit denen der Kraftstoffverbrauch um 7-10 % reduziert, der Ausstoß von Treibhausgasen eingedämmt und die Sicherheit besonders gefährdeter Straßenverkehrsteilnehmer erhöht werden kann.

Mit dem Vorschlag werden Führerhäuser mit abgerundeter Form und das Anbringen aerodynamischer Luftleiteinrichtungen am hinteren Teil des Anhängers zugelassen. Diese Maßnahmen werden zu einer erheblichen Verbesserung der Fahrzeugaerodynamik beitragen und damit die Kraftstoffkosten für einen im Fernverkehr eingesetzten LKW, der jedes Jahr durchschnittlich 100 000 km zurücklegt, um rund 5 000 EUR pro Jahr senken. Dies entspricht einer Verringerung der Treibhausgasemissionen um 7-10 % (bzw. 7,8 Tonnen CO2 für einen solchen Lkw über eine Strecke von 100 000 km). Gleichzeitig wird das Sichtfeld des Fahrers verbessert, wodurch jedes Jahr das Leben von 300 bis 500 besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer – wie Fußgänger oder Radfahrer – gerettet werden kann.

Der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Kommission Siim Kallas erklärte hierzu:Ein Ziegelstein ist die Form mit der geringsten Aerodynamik, die man sich vorstellen kann. Deshalb müssen wir die Form der Lkw, die auf unseren Straßen unterwegs sind, verbessern. Durch diese Änderungen wird der Straßenverkehr umweltfreundlicher und sicherer. Für die Verkehrsunternehmen bedeuten sie geringere Kraftstoffkosten, und den europäischen Herstellern verschaffen sie einen Vorsprung bei der Konzeption des Lastkraftwagens der Zukunft, d. h. eines umweltfreundlicheren Lkw für den globalen Markt.“

Die Vorschriften über die Spezifikationen für schwere Nutzfahrzeuge stammen aus dem Jahr 1996 (Richtlinie 96/53/EC). Sie müssen nun aktualisiert werden, um technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Die Vorteile, die sich durch den Vorschlag erzielen lassen, sind vor allem folgende:

  • Bessere ökologische Bilanz: Der Verkehrssektor in der EU ist – was seinen Energiebedarf angeht – zu etwa 96 % von Erdöl bzw. Erdölprodukten abhängig1. Die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs im Lkw-Fernverkehr um 7-10 % wird einen ganz wichtigen wirtschaftlichen und ökologischen Beitrag leisten. Darüber hinaus dürfen nach dem Vorschlag Lastkraftwagen und Busse zusätzliches Gewicht aufweisen, wenn dieses durch die Verwendung von schwereren Batterien bedingt ist, die bei alternativen Antriebssystemen (Hybrid-, Elektro-Antriebe) erforderlich sind. Dies betrifft vor allem den Verkehr in Stadtgebieten und deren Umkreis. Das Ladevermögen von Lastkraftwagen dagegen ändert sich nicht.

  • Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit: Durch die derzeitige „Ziegelsteinform“ des Vorderteils des Führerhauses kann die Schwere der Verletzungen für Verkehrsteilnehmer bei einem Zusammenstoß zunehmen. Zudem ist das seitliche Sichtfeld des Fahrers kleiner. Dies ist besonders für Radfahrer und Fußgänger bei Kreuzungen gefährlich. Durch eine abgerundetere Form vergrößert sich das Sichtfeld des Fahrers und verringert sich im Falle eines Zusammenstoßes bei geringer Geschwindigkeit — in der Regel im innerstädtischen Verkehr – die Gefahr einer ernsthaften Verletzung .

  • Verbesserungen für die Verkehrsunternehmen: Durch eine verbesserte Aerodynamik der Fahrzeuge werden die Kraftstoffkosten für einen im Fernverkehr eingesetzten LKW, der jedes Jahr durchschnittlich 100 000 km zurücklegt, um rund 5 000 EUR pro Jahr gesenkt.

  • Chancen für die Fahrzeughersteller: Die europäischen Lkw-Hersteller sind Marktführer und der Sektor, der mit am meisten in Forschung und Entwicklung investiert. Die Konzeption der neuen aerodynamischen Führerhäuser und der Luftleiteinrichtungen am Heck wird den Herstellern die Gelegenheit bieten, neue Modelle zu entwickeln; dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen und wird das Wirtschaftswachstum in Europa angekurbelt.

  • Einheitlichere Kontrollen und geringere Straßenschäden: Bis zu einem Drittel aller kontrollierten Fahrzeuge sind überladen. Dadurch werden Straßen beschädigt und wird die Sicherheit beeinträchtigt. Fahrzeugseitige, mit dem digitalen Fahrtenschreiber verbundene Wiegesysteme und Messstellen an den Hauptstraßen, die die Fahrzeuge während der Fahrt wiegen, ermöglichen länderübergreifend einheitlichere Kontrollen. Die Überladung von Lastkraftwagen kostet den Steuerzahler schätzungsweise 950 Mio. EUR pro Jahr.

  • Förderung des intermodalen Verkehrs: Der Verwaltungsaufwand wird gesenkt, so dass es einfacher wird, 45-Fuß-Container im kombinierten Verkehr von Schiff, Schiene und Straße zu transportieren.

Im Juni 2012 erläuterte Vizepräsident Kallas die Bedingungen, unter denen längere Lkw im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden können. Dabei wollte er vor allem unterstreichen, dass der Einsatz längerer Fahrzeuge ein Thema ist, über das – im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip – die einzelnen Mitgliedstaaten auf der Grundlage unterschiedlicher örtlicher Gegebenheiten zu entscheiden haben. Kein Mitgliedstaat ist verpflichtet, den Einsatz längerer Fahrzeuge zuzulassen, wenn er dies nicht für sinnvoll hält. Allerdings wird in den entsprechenden Leitlinien darauf hingewiesen, dass der Einsatz längerer Fahrzeuge von zwei angrenzenden Mitgliedstaaten genehmigt werden kann, solange er auf den Verkehr zwischen diesen beiden Mitgliedstaaten, die diesen bereits gestatten, beschränkt bleibt und er den internationalen Wettbewerb nicht wesentlich beeinträchtigt. Diese Vorgaben sind jetzt in die überarbeitete Richtlinie aufgenommen worden.

Wie geht es weiter?

Der Vorschlag muss sowohl vom Europäischen Parlament als auch von den Mitgliedstaaten gebilligt werden, bevor er Rechtskraft erlangen kann. Die neuen Lkw dürften ungefähr 2018-2020 auf unseren Straßen zu sehen sein.

Nähere Informationen:

http://ec.europa.eu/transport/modes/road/weights-and-dimensions_en.htm

Geltende Richtlinie 96/53/EG

Ansprechpartner/innen:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)

1 :

Europäische Kommission, EU Energy and Transport in Figures, 2010
http://ec.europa.eu/transport/facts-fundings/statistics/index_en.htm.


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