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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 15. April 2013

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme des britischen Kabelbetreibers Virgin Media durch Liberty Global (USA)

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des britischen Kabelbetreibers mit Verwaltungssitz in den Vereinigten Staaten, Virgin Media Inc., durch das US-Unternehmen Liberty Global, Inc. nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Die 17,2 Mrd. EUR schwere Übernahme würde den zweitgrößten Pay-TV-Anbieter im Vereinigten Königreich – Virgin Media – und den größten Kabelbetreiber in Europa – Liberty Global – zusammenführen. Die Untersuchung der Kommission bestätigte, dass das geplante Rechtsgeschäft keinen Anlass zu Wettbewerbsbedenken gibt, insbesondere weil die beteiligten Unternehmen Kabelnetze in unterschiedlichen Mitgliedstaaten betreiben und das neuaufgestellte Unternehmen als Anbieter von Fernsehprogrammen im Vereinigten Königreich und in Irland nur über eine relativ geringe Marktmacht verfügen würde.

Sowohl Liberty Global als auch Virgin Media erwerben audiovisuelle Inhalte (z. B. einzelne TV-Sendungen und ganze Fernsehprogramme), die sie dann ihren Abonnenten anbieten. Die Kommission prüfte insbesondere den Markt für den Erwerb von TV-Inhalten im Vereinigten Königreich, in Irland und im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Dabei gelangte sie zu dem Ergebnis, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb auf diesen Märkten nicht beeinträchtigen würde, weil Lizenzen für TV-Inhalte in der Regel für ein Land oder für ein Sprachgebiet vergeben werden und weil beispielsweise konkurrierende Anbieter von TV-Inhalten und von Pay-TV-Programmen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das neue Unternehmen ausüben könnten.

Die Kommission untersuchte ferner die vertikalen Beziehungen zwischen den Geschäftstätigkeiten von Liberty Global als Anbieter von Pay-TV-Programmen (z. B. Extreme Sports Channel, CBS Reality, Horror Channel) und den Tätigkeiten von Virgin Media als Käufer dieser Programme und Anbieter von Pay-TV-Diensten für Endkunden im Vereinigten Königreich. Die Prüfung der Kommission ergab, dass das neuaufgestellte Unternehmen wohl kaum konkurrierende Anbieter von Pay-TV-Diensten für Endkunden vom Markt ausschließen würde, indem es ihnen seine Programme vorenthält. Schließlich würde es als Anbieter von Fernsehprogrammen nur über eine sehr geringe Marktpräsenz verfügen und außerdem würde es in seinem eigenen Interesse liegen, für seine Fernsehprogramme möglichst viele Lizenzen zu vergeben. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass das neue Unternehmen konkurrierenden Fernsehsendern den Zugang zum Markt für Pay-TV-Dienste für Endkunden versperren würde, da diese ihre Programme nicht nur über das Kabelnetz von Virgin Media sondern auch über eine Reihe anderer Plattformen (z. B. die Satellitenplattform von BSkyB) vertreiben könnten, und das Unternehmen eine breite Palette von Fernsehprogrammen im Angebot haben müsste, um Abonnenten für sein Bezahlfernsehen zu gewinnen.

Die Kommission ist daher zu dem Schluss gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die geplante Übernahme wurde am 6. März 2013 bei der Kommission angemeldet.

Hintergrundinformationen zu den Unternehmen und Produkten

Der Kabelnetzbetreiber Liberty Global bietet Fernseh-, Breiband-Internet- und Telefondienste in zehn EU-Mitgliedstaaten an, zu denen auch Irland, nicht aber das Vereinigte Königreich zählt. Die Verbraucher kennen das Unternehmen über seine Marken Telenet, Unitymedia und UPC. Außerdem produziert Liberty Global über seinen Geschäftsbereich für TV-Inhalte, Chellomedia, eine Reihe von Fernsehprogrammen, die es an Fernsehsender, auch im Vereinigten Königreich, liefert.

Das Unterhaltungs- und Kommunikationsunternehmen Virgin Media besitzt und betreibt ein Kabelnetz im Vereinigten Königreich. Dort bietet es Pay-TV-, Breitband-Internet-, Festnetztelefon- und Mobiltelefondienste an.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6880 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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