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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 12. April 2013

Fusionskontrolle: Kommission gibt unter bestimmten Bedingungen grünes Licht für Übernahme von Zijerveld & Veldhuyzen und Den Hollander durch Molkereigenossenschaft Friesland Campina

Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung die geplante Übernahme des niederländischen spezialisierten Käsegroßhändlers Zijerveld & Veldhuyzen B.V. und dessen Verpackungsbetriebs Den Hollander Food B.V. durch die führende niederländische Molkereigenossenschaft FrieslandCampina genehmigt. Die Genehmigung ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass FrieslandCampina eine Reihe von Verpflichtungszusagen erfüllt. Die Kommission hatte Bedenken, dass das Vorhaben in der ursprünglich angemeldeten Form den Wettbewerb auf dem Markt für die Herstellung und den Vertrieb von halbfestem Ziegenkäse in den Niederlanden erheblich eingeschränkt hätte. Mit den Verpflichtungszusagen werden diese Bedenken ausgeräumt, da sie sicherstellen werden, dass dritten Unternehmen ausreichende Mengen von halbfestem Ziegenkäse zur Verfügung stehen.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass sich im Rahmen der geplanten Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form die beiden führenden Produzenten und Lieferanten von halbfestem Ziegenkäse in den Niederlanden zusammengeschlossen hätten, so dass das neuaufgestellte Unternehmen über einen sehr hohen Marktanteil verfügt hätte. FrieslandCampina ist der führende niederländische Käsehersteller, während das Zielunternehmen über einen Exklusivliefervertrag mit Amalthea van Dijk B.V. verfügt, eine niederländische Ziegenhalter-Genossenschaft, die der zweitgrößte Ziegenkäsehersteller in den Niederlanden ist.

Des Weiteren ergab die Untersuchung der Kommission, dass Kunden, die halbfesten Ziegenkäse in den Niederlanden kaufen, eindeutig Käse bevorzugen, der aus niederländischer Milch in den Niederlanden hergestellt wurde. Dies bedeutet, dass die Importe nur begrenzt sind und somit keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das neuaufgestellte Unternehmen ausüben würden. Ferner wäre auch der Wettbewerbsdruck vonseiten anderer Anbieter innerhalb der Niederlande nur beschränkt gewesen.

Um diese Bedenken auszuräumen, hat FrieslandCampina zugesagt, den bestehenden Liefervertrag zwischen dem Zielunternehmen und Amalthea zu ändern, so dass Wettbewerber Zugang zu einem erheblichen Teil des von Amalthea produzierten Ziegenkäses erhalten. Darüber hinaus wird FrieslandCampina die Herstellung von halbfestem Ziegenkäse nicht mehr zu Amalthea auslagern und auf diese Weise sicherstellen, dass die frei werdenden Produktionskapazitäten dritten Unternehmen zur Verfügung stehen. Auf Ersuchen Dritter wird FrieslandCampina auch Ziegenrohmilch für die Herstellung von halbfestem Ziegenkäse zur Verfügung stellen.

Angesichts der angebotenen Abhilfemaßnahmen kam die Kommission zu dem Schluss, dass die Übernahme in der geänderten Form den Wettbewerb nicht erheblich behindern wird. Der Genehmigungsbeschluss ergeht unter der Bedingung, dass die Verpflichtungszusagen strikt eingehalten werden.

Hintergrund

Das Vorhaben wurde am 19. Februar 2013 bei der Kommission angemeldet.

Die Kommission prüfte die möglichen Auswirkungen der geplanten Übernahme auf eine Reihe von Milchproduktmärkten, auf denen sich die Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen überschneiden. Bei diesen Märkten handelt es sich um die Märkte für Käse niederländischer Art (Gouda, Edamer und Maasdamer), halbfesten Ziegenkäse, Verpackungsdienstleistungen für Käse, Joghurt und Quark mit Zusätzen, vorportionierte Milchdesserts und abgepackte Butter mit Zusatzstoffen.

Die Kommission untersuchte auch die vertikalen Beziehungen, die sich aus den Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen ergeben, da es sich bei FrieslandCampina um einen Käsehersteller handelt und das Zielunternehmen auf nachgelagerten Märkten als Großhändler und Verpackungsunternehmen tätig ist.

Die Kommission kam in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der geplante Zusammenschluss auf den geprüften Märkten – abgesehen vom Markt für halbfesten Ziegenkäse – keinen Anlass zu Wettbewerbsbedenken gibt, da die Marktanteile in den meisten Fällen nur geringfügig steigen bzw. das neuaufgestellte Unternehmen weiterhin eine Reihe von Wettbewerbern haben wird.

Unternehmen und Produkte

FrieslandCampina ist eine niederländische Molkereigenossenschaft, die in der Beschaffung und Verarbeitung von Rohmilch sowie in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Milchprodukten tätig ist. Außerdem stellt das Unternehmen verschiedene milchfreie Produkte und Ingredienzen für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie her. FrieslandCampina ist selbst aus einem Zusammenschluss zweier niederländischer Molkereigenossenschaften hervorgegangen, der 2008 nach einer eingehenden Prüfung von der Kommission genehmigt wurde (siehe Sache M.5046).

Zijerveld ist ein spezialisierter niederländischer Käsegroßhändler, der Mehrwertdienste wie einschlägige Beratung, Lagerung, Reifung und Vertrieb von Käse anbietet.

Den Hollander ist ein niederländischer Verpackungsgroßhändler für Käse, der Dienstleistungen wie das Schneiden, Reiben und Verpacken von Käse anbietet.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und dafür zu sorgen, dass Zusammenschlüsse den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6722 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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