Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. März 2013

EU-Kommissar Barnier beruft Philippe Maystadt als Sonderberater zur Stärkung der Rolle der EU bei der Förderung von Rechnungslegungsstandards hoher Qualität

Michel Barnier, EU-Kommissar für die Ressorts Binnenmarkt und Dienstleistungen, hat heute den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Investitionsbank, Philippe Maystadt, zum Sonderberater ernannt. In dieser Funktion soll der Finanzexperte der EU helfen, einen stärkeren Beitrag zu den Internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards – IFRS) zu leisten und die Governance der Gremien, die diese Standards entwickeln, zu verbessern.

„Wenn sich unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten, Kapital aufnehmen und Investoren präzise Finanzinformationen zur Verfügung stellen sollen, ist eine Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften auf globaler Ebene entscheidend“, so EU-Kommissar Barnier. „Zudem ist dies eine wichtige Komponente der weltweit geltenden Aufsichtsbestimmungen für Banken und Versicherungen. Die EU war schon immer eine entschiedene Befürworterin weltweit geltender Rechnungslegungsstandards von hoher Qualität. Weichenstellungen im Bereich der Rechnungslegung sind von unmittelbarem öffentlichem Interesse. Unsere Entscheidungen in diesem Bereich müssen deshalb fundiert sein. Deshalb benötigt die EU einen soliden Rahmen für die Entwicklung von Standards von hoher Qualität. Ich bin davon überzeugt, dass uns Herr Maystadt mit seinen einschlägigen Erfahrungen in diesem Bereich eine wertvolle Stütze sein wird.“

Der Auftrag von Maystadt wird im Kern darin bestehen, die Governance der EU-Gremien im Bereich der Finanzberichterstattung und Rechnungslegung, d. h. die Governance der Europäischen Beratergruppe für Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group – EFRAG) und des Regelungsausschusses für Rechnungslegung (RAR), einer Überprüfung zu unterziehen. Ziel einer solchen Überprüfung ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die EU stärker für weltweit geltende Rechnungslegungsstandards von hoher Qualität einsetzen kann. Ferner wird Maystadt der Kommission bei der Übernahme der neuen Internationalen Rechnungslegungsstandards beratend zur Seite stehen. Des Weiteren soll er Vorschläge zur Verbesserung des gegenwärtigen Systems vorlegen und dabei den verschiedenen Positionen Rechnung tragen und sicherstellen, dass die EU mit einer Stimme spricht. Philippe Maystadt wird eine Reihe von Interviews führen sowie öffentliche Konsultationen ausrichten, bevor er der Kommission seinen Bericht vorlegen wird. Seine endgültigen Empfehlungen wird er den Finanzministern der Mitgliedstaaten und EU-Kommissar Barnier im November 2013 auf der Tagung des Europäischen Rates (Wirtschaft und Finanzen) vorstellen.

Hintergrund

Der belgische Politiker Philippe Maystadt war bereits Wirtschaftsminister, Finanzminister und Vizepremier. Sein Mandat als Präsident der Europäischen Investitionsbank übte er von 2000 bis 2011 aus.

Die Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) wurden als gemeinsame globale Rechnungslegungssprache konzipiert, die die Rechnungslegung von Wirtschaftsunternehmen verständlich und international vergleichbar machen soll. Die IFRS werden von dem in London angesiedelten International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht.

Im Einklang mit der Verordnung betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards1 gelten die IFRS seit dem 1. Januar 2005 verbindlich für die Erstellung der konsolidierten Jahresabschlüsse aller börsennotierten Unternehmen in der EU. Diesbezüglich ist in der Verordnung ein eigener Übernahmeprozess vorgesehen, der von der Kommission gemeinsam mit der Europäischen Beratergruppe für Rechnungslegung (EFRAG), einem unabhängigen Sachverständigengremium, und dem Regelungsausschuss für Rechnungslegung (RAR), dem Vertreter der Mitgliedstaaten angehören und der von der Europäischen Kommission geleitet wird, gesteuert wird.

2012 leitete die EFRAG eine Governance-Überprüfung ein, in der in erster Linie untersucht wurde, ob die Vorkehrungen zur Gewährleistung der Zusammenarbeit zwischen der EFRAG und den einzelstaatlichen standardsetzenden Gremien greifen. Bei den Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass eine umfassendere Überprüfung der EFRAG-Governance nicht nur von Interesse, sondern erforderlich ist.

Aber es wird nicht nur Teil des Mandats von Maystadt sein, weiterhin auf Rechnungslegungsstandards von hoher Qualität hinzuwirken. Die Kommission wird ihrerseits eine Überprüfung der IAS-Verordnung vornehmen, um sich ein Bild darüber zu verschaffen, wie sich die Anwendung der internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) in den letzten acht Jahren in Europa konkret niedergeschlagen hat. So soll unter anderem untersucht werden, ob durch diese Standards das in der Verordnung formulierte Ziel erreicht worden ist, dass die Kapitalmärkte der EU durch mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse besser funktionieren. Die Evaluierung der IAS-Verordnung wird auch die Empfehlungen von Maystadt berücksichtigen und diese um Fakten über die bisherigen Erfahrungen mit der Anwendung der IFRS in Europa ergänzen.

Weitere Informationen

EU-Politik im Bereich der Finanzberichterstattung und der Rechnungslegung:

http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/index_de.htm

Kontakt:

Stefaan De Rynck (+32 229-63421)

Carmel Dunne (+32 229-98894)

Audrey Augier (+32 229-71607)

1 :

Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates.


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site