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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. März 2013

EU will mit neuer ernährungspolitischer Strategie Millionen von Menschenleben retten

Die Europäische Union will ihr Engagement für die Bekämpfung von Hunger, Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung weltweit verstärken. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission nun ein neues politisches Rahmenkonzept angenommen, das die Verbesserung der Ernährung von Mutter und Kind zum Ziel hat, um die Sterblichkeitsraten zu senken, Krankheiten einzudämmen und gegen die Unterernährung als Hindernis für Wachstum und Entwicklung vorzugehen.

Diese neue Strategie, die in der Mitteilung „Verbesserung der Ernährung von Mutter und Kind im Kontext der Außenhilfe: ein politisches Rahmenkonzept der EU“ zusammengefasst ist, wird auf dem Treffen der SUN-Initiative („Scaling Up Nutrition“) am 14. und 15. März in Brüssel vorgestellt.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte dazu: „Unterernährung stellt die mit Abstand größte gesundheitliche Bedrohung in den Entwicklungsländern dar und ist verantwortlich für mindestens ein Drittel der Todesfälle bei Kindern und ein Fünftel der Todesfälle bei Müttern. Diese schockierenden und beschämenden Fakten zeigen, dass weltweit sehr viel effizienter und entschlossener gegen dieses Problem vorgegangen werden muss. Die EU ist fest entschlossen, die Zahl der unter Stunting (chronischer Unterernährung) leidenden Kinder bis 2025 um mindestens 7 Millionen zu senken. Von entscheidender Bedeutung ist dafür allerdings eine massive Mobilisierung auf internationaler Ebene. Aus diesem Grund appelliere ich heute auch an andere wichtige Geber und entwicklungspolitische Akteure, sich gemeinsam mit uns dieser globalen Initiative anzuschließen und ebenfalls entsprechende Verpflichtungen einzugehen.“

„Extreme Armut, die verheerenden Folgen des Klimawandels und Naturkatastrophen, die immer häufiger und heftiger auftreten, treiben die Zahl der Hunger leidenden Menschen in die Höhe. Die katastrophalen Auswirkungen der Unterernährung sind vor allem für Kinder besonders tragisch. Als der weltweit größte Geber von humanitärer Hilfe konnte die Europäische Union zwar bereits Millionen von Menschenleben retten, nachhaltige Lösungen können jedoch nur durch das gemeinsame Engagement und die enge Zusammenarbeit humanitärer und entwicklungspolitischer Akteure erreicht werden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden wir uns dafür einsetzen, dass in diesem Jahrhundert des Überflusses und des Fortschritts die Zukunft von Millionen Menschen nicht länger durch Unterernährung zerstört wird“, bekräftigte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

Schwerpunkte der neuen Strategie

Ziel der neuen Strategie ist es, die Zahl der aufgrund chronischer Unterernährung unter Wachstumsstörungen (Stunting) leidenden Kinder unter fünf Jahren (die in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückgeblieben sind) zu verringern. Die EU hat sich daher verpflichtet, die Partnerländer bei der Verwirklichung dieses Ziels, d. h. der Reduzierung der Zahl der von Stunting betroffenen unter Fünfjährigen um mindestens 10 % (d. h. 7 Millionen) bis 2025, zu unterstützen. Ein weiteres Problem, das mit der neuen Strategie angegangen werden soll, ist „Wasting“ bei Kindern, d. h. ein akutes Untergewicht im Verhältnis zur Körpergröße.

Die Mitteilung sieht auch die Bereitstellung von mehr Mitteln für die Ernährungssicherheit aus den EU-Budgets für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe vor, wobei gezielt auf eine größere Effizienz des Mitteleinsatzes und bessere Rechenschaftslegung geachtet werden soll. Im Rahmen der Strategie soll sowohl gegen die Folgen als auch die grundlegenden Ursachen von Unterernährung vorgegangen werden.

So setzt sich die EU für die Förderung des Stillens und anderer Verhaltensänderungen ein und will zudem die bessere Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen wie Eisen und Entwurmungsmaßnahmen sowie die Bereitstellung von Ergänzungs-/Zusatznahrung und therapeutische Ernährungsmaßnahmen (z. B. die Behandlung schwer unterernährter Kinder) fördern. Zur Eindämmung der Unterernährung sollen auch Investitionen in den Bereichen ländliche Entwicklung, nachhaltige Landwirtschaft, öffentliche Gesundheit, Wasser- und Sanitärversorgung, Sozialschutz und Bildung beitragen.

Die neue Politik sieht auch eine weitergehende Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft vor, z. B. im Rahmen von Maßnahmen wie Kontrolle der Produktsicherheit, Anreicherung von Nahrungsmitteln mit Vitaminen und Mineralstoffen und Gesundheitsaufklärung durch Sozialmarketing.

Hochrangiges Treffen der SUN-Initiative (Scaling up Nutrition)

Die SUN-Initiative wurde 2010 mit aktiver Unterstützung der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und bietet eine globale Plattform für den Kampf gegen Unterernährung. Am 14. und 15. März richtet die Kommission gemeinsam mit Anthony Lake, dem Exekutivdirektor von UNICEF, das zweite SUN-Treffen aus. Als Teilnehmer werden Vertreter von Regierungen, Gebern und internationalen Organisationen erwartet.

Hintergrund

Diese Mitteilung ergänzt das bisherige politische Konzept der EU zur Stärkung der Ernährungssicherheit, insbesondere den strategischen Rahmen von 2010, die Strategie für Ernährungshilfe von 2011 und die Mitteilung über ein EU-Konzept für Resilienz vom letzten Jahr. Ernährung und Resilienz sind eng verknüpfte Bereiche, wie die Sahel-Region und das Horn von Afrika zeigen, wo Resilienz als maßgebliches Grundprinzip zur Bewältigung von Nahrungsmittel- und Ernährungskrisen über die Initiativen AGIR (Allianz globale pour l’Initiative Resilience) und Share (Supporting the Horn of Africa’s Resilience) unterstützt wird, an denen mehrere Geber beteiligt sind.

Weitere Informationen:

Communication "Enhancing Maternal and Child Nutrition in external assistance: an EU policy framework":

http://ec.europa.eu/europeaid/documents/enhancing_maternal-child_nutrition_in_external_assistance_en.pdf

MEMO/13/205: EU action on nutrition in development cooperation

Website von EU-Kommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website von EU-Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


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