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Folge der Wirtschaftskrise: Der Markt für illegale Drogen in der EU wächst

Commission Européenne - IP/13/220   13/03/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. März 2013

Folge der Wirtschaftskrise: Der Markt für illegale Drogen in der EU wächst

Die Europäische Kommission veröffentlicht heute eine Studie, derzufolge die Wirtschaftskrise aller Voraussicht nach mit Wucht, beispielsweise durch den Anstieg der Nachfrage nach illegalen Drogen, auf den Drogenmarkt durchschlagen wird. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass mehr junge Menschen als bisher aus finanziellen Gründen Drogen verkaufen oder sogar herstellen werden, insbesondere, dass sie Cannabis zu Hause anbauen werden. Eine weitere Folge der Wirtschaftskrise dürfte die Kürzung der Mittel für die Drogenbekämpfung sein, die sich insbesondere bei der medizinischen Versorgung Drogenabhängiger und Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitlichen Folgen niederschlagen wird.

„Die Ergebnisse der heute veröffentlichten Studie sollten Europa zu denken geben: Um das Drogenangebot und den Drogenhandel zu bekämpfen, müssen wir die Zahl der Drogenkonsumenten durch präventive Maßnahmen, aber auch durch medizinische Versorgung verringern", sagte die Vizepräsidentin und EU-Kommissarin für Justiz Viviane Reding. „Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage, und bei immer mehr Drogenkonsumenten wächst der Markt für illegale Drogen. Daher beabsichtige ich, noch in diesem Jahr Vorschläge für strengere Rechtsvorschriften über neue psychoaktive Substanzen und den Handel mit illegalen Drogen vorzulegen. Wir müssen auf EU-Ebene tätig werden und unsere Kinder schützen“.

Nach den Erkenntnissen der EU-Drogenbeobachtungsstelle stellen die neuen psychoaktiven Substanzen in zunehmendem Maße ein Problem dar. 2011 wurden insgesamt 49 neue psychoaktive Substanzen über das EU-Frühwarnsystem erstmals offiziell gemeldet. Das ist die größte Zahl von Substanzen, die jemals innerhalb eines Jahres gemeldet wurde (2010 waren es 41 und 2009 24 Substanzen). Und mit bereits mehr als 50 entdeckten neuen Substanzen lassen die vorläufigen Daten für 2012 keinerlei Anzeichen eines Rückgangs erkennen. Während sich der Konsum „traditioneller Drogen“ wie Kokain, Heroin und Ecstasy insgesamt stabilisiert hat, tauchen ständig neue Substanzen auf dem Markt für illegale Drogen auf, da die Drogenhändler weltweit nicht reglementierte Chemikalien zur Drogenherstellung nutzen. Diese zunehmend über das Internet vermarkteten Drogen haben sich in zahlreichen Mitgliedstaaten, in denen sich ihr Verkauf nur schwer verhindern lässt, rasant ausgebreitet.

Immer mehr neue Drogen drängen auf den Markt. In den vergangenen zwei Jahren ist jede Woche eine neue Substanz aufgetaucht. Die Mitgliedstaaten können der Ausbreitung der Drogen nicht alleine Einhalt gebieten: Ein hartes Durchgreifen auf nationaler Ebene könnte dazu führen, dass Kriminelle die Drogenproduktion in Nachbarstaaten verlagern oder Schmuggelrouten verlegen.

Im Januar rief die Kommission zu einem EU-weiten Verbot der amphetaminähnlichen Droge „4-MA“ auf (siehe IP/13/75), nachdem sie 2010 das EU-weite Verbot der ecstasy-ähnlichen Droge Mephedron durchgesetzt hatte (siehe MEMO/10/646). Am 25. Oktober 2011 kündigte die Europäische Kommission eine Überprüfung der EU-Vorschriften über die Bekämpfung illegaler Drogen, insbesondere neuer psychoaktiver Substanzen, an, die hinsichtlich ihrer Wirkung mit gefährlichen Drogen wie Ecstasy oder Kokain vergleichbar sind und in zunehmendem Maße ein Problem darstellen.(siehe IP/11/1236). Ein Legislativvorschlag wird voraussichtlich im weiteren Verlauf des Jahres unterbreitet werden.

Die Studie liefert auch neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Maßnahmen zur Reduzierung von Drogenkonsum und -angebot sowie über die Geschäfte auf dem Markt für illegale Drogen in der EU und bringt zutage, dass die Drogenbeschaffung zunehmend über das Internet erfolgt. Des Weiteren enthält die Studie eine ausführliche Analyse des Umfangs des Marktes für bestimmte illegale Drogen sowie eine Bewertung der Gewinne, die diese Drogen generieren. Für 2010 wird der EU-Markt für Cannabis, der von den Europäern am häufigsten konsumierten Droge, auf einen Wert zwischen 7 und 10 Mrd. EUR geschätzt. Intensive Drogenkonsumenten machen zwar nur einen geringen Teil der Cannabis-Konsumenten aus (je nach Land zwischen 5 % und 25 %), sind aber für den größten Teil (zwischen 55 % und 77 %) des jährlichen Cannabis-Konsums verantwortlich. Die Studie bestätigt außerdem, dass Gesetze, die die Produktion und den Vertrieb von Cannabis verbieten, zu einem dramatischen Preisanstieg für diese Droge führen. Dieser ist darin begründet, dass Produzenten und Händler einen Ausgleich dafür verlangen, dass sie das Risiko einer Festnahme, Inhaftierung, der Beschlagnahmung ihrer Ware und einer Verletzung aufgrund von Gewaltanwendung eingehen; außerdem wollen sie einen Ersatz für die Kosten haben, die ihnen dadurch entstehen, dass sie verdeckt arbeiten müssen.

Hintergrund

Die vorliegende Studie schließt an eine frühere Studie der Europäischen Kommission an, in der die Entwicklungen auf den Weltmärkten für illegale Drogen, die Drogenprobleme und die Drogenpolitik im Zeitraum 1998-2007 analysiert wurden.

Die Studie wurde vom Trimbos-Institut und dem Forschungsinstitut RAND Europe erstellt und im Rahmen des Programms Kriminalprävention und Kriminalitätsbekämpfung (ISEC) finanziert. Das für den Zeitraum 2007-2013 mit 600 Mio. EUR ausgestattete Programm ISEC trägt durch Projekte zur Kriminalprävention und Kriminalitätsbekämpfung zur Sicherheit der Bürger bei.

Die Drogenpolitik liegt weitgehend in der Zuständigkeit der Behörden der EU-Mitgliedstaaten. Diese sind am besten in der Lage, auf die kulturellen und sozioökonomischen Gegebenheiten zugeschnittene Entscheidungen zu treffen. Da die EU-Staaten allein nicht wirksam gegen das Drogenproblem vorgehen können, leistet die Kommission einen entscheidenden Beitrag, indem sie die Maßnahmen zur Reduzierung des Konsums illegaler Drogen koordiniert und den Drogenhandel bekämpft.

Das Konzept der EU für die Drogenbekämpfung ist in der EU-Drogenstrategie 2005-2012, 2013-2020 und im EU-Drogenaktionsplan 2009-2012 dargelegt.

Weitere Informationen

Studie “Further insights into aspects of the EU illicit drugs market“:

http://ec.europa.eu/justice/anti-drugs/document/index_en.htm

Europäische Kommission – Drogenbekämpfungspolitik:

http://ec.europa.eu/justice/anti-drugs/index_de.htm

Homepage von Viviane Reding, Vizepräsidentin und Justizkommissarin der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Folgen Sie der Vizepräsidentin auf Twitter: @VivianeRedingEU

Kontakt :

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)

Natasha Bertaud (+32 2 296 74 56)


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