Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR LV

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 5. März 2013

EU-Kommissar Piebalgs und FAO-Generaldirektor Graziano da Silva messen der Förderung der Ernährungssicherheit in Malawi größte Bedeutung bei

Während eines hochrangigen Besuchs in Malawi werden EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und der Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) José Graziano da Silva heute mit dem malawischen Präsidenten Joyce Banda die Herausforderungen, die sich Malawi im Bereich der Ernährungssicherheit stellen, und die diesbezügliche laufende EU- und FAO-Unterstützung erörtern.

Malawi hat zwar Fortschritte im Kampf gegen den Hunger erzielt, doch ist die Mangelernährung in dem Land nach wie vor endemisch. Mehr als 47 % der Kinder leiden an Wachstums- und Entwicklungsstörungen, da sie nicht ausreichend mit nährstoffreichen Lebensmitteln versorgt sind. Außerdem steigt durch die Mangelernährung die Anfälligkeit für Krankheiten wie HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose.

Im Vorfeld der Zusammenkunft erklärte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs: „Die EU und die FAO haben die gleichen Zielvorstellungen zur Ernährungssicherheit, und wir werden Malawi, wie auch alle anderen Staaten in Afrika südlich der Sahara, gemeinsam dabei unterstützen, dieses Problem anzugehen. Aus diesem Grund werde ich mich dafür einsetzen, dass die Anzahl der unterentwickelten Kinder in der Welt bis 2025 um mindestens 7 Millionen gesenkt wird, und ich bin fest entschlossen, diese Zusage einzulösen.“

Graziano da Silva erklärte: „Malawi engagiert sich auf höchster Ebene für die Beseitigung von Hunger und extremer Armut und gehört zu den Ländern, die das Recht auf eine gesicherte Ernährung anerkennen. Rund 10% der staatlichen Haushaltsmittel werden in die Landwirtschaft investiert. Mittlerweile hat Malawi den Sprung vom Mais-Importeur zum Mais-Exporteur geschafft. Dies hat bewirkt, dass Malawi bei der Verwirklichung des Millenniumsentwicklungsziels für den Kampf gegen Hunger gut vorankommt. Die FAO wird die Regierung weiterhin bei ihren Bemühungen unterstützen, die Ernährungssicherheit zu fördern und die extreme Armut zu bekämpfen. Die FAO verfolgt dabei einen integrierten und koordinierten Ansatz, der auch den sozialen Schutz und andere für diese Ziele relevante Bereiche einbezieht.“

EU-Kommissar Piebalgs und Dr. Graziano werden bei verschiedenen Treffen mit Ministern und Behördenvertretern Malawis auch darauf hinweisen, dass für die Ernährungssicherheit effiziente und wirksame Mechanismen für die Koordinierung zwischen den verschiedenen Ministerien unabdingbar sind.

Sie werden zudem eine Reihe von EU-Projekten besuchen, u. a. Zentren für Ernährungssicherheit und Landwirtschaft, sowie ein von der FAO finanziertes Getreidelager. Vorgesehen sind außerdem Gespräche mit Vertretern der Privatwirtschaft, bei denen die Bedeutung von Investitionen in die Landwirtschaft erörtert werden soll. 87 % der Bevölkerung Malawis sind in der Landwirtschaft tätig, in der etwa 36 % des BIP und mehr als 70 % der Ausfuhrerlöse erwirtschaftet werden.

Hintergrund

Im November 2012 unterzeichneten EU-Kommissar Piebalgs und der malawische Präsident Banda anlässlich der Europäischen Entwicklungstage in Brüssel zwei Vereinbarungen. Die erste, die Landwirtschaft betreffende Vereinbarung, für die 63 Mio. EUR zur Verfügung gestellt werden, hat die Stärkung der landwirtschaftlichen Produktivität und die Erweiterung der bewässerten Anbauflächen zum Ziel. Auf diese Weise soll Malawi dabei unterstützt werden, die bäuerlichen Haushaltseinkommen zu verdoppeln und ein jährliches Wachstum von 6 % zu erreichen. Ein zweiter EU-Beitrag in Höhe von 35 Mio. EUR dient der Finanzierung von Geldtransfers an extrem arme Haushalte, damit sie Armut und Hunger überwinden können. Damit soll den Familien vor allem geholfen werden, Probleme wie einen starken Anstieg der Nahrungsmittelpreise besser zu bewältigen; zugleich sollen die Schulbesuchsquoten und die Gesundheitsversorgung verbessert werden. Diese EU-Unterstützung dürfte insgesamt 83 000 Haushalten zugute kommen.

Mit 605 Mio. EUR, die für Malawi aus dem 10. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) für den Zeitraum 2008 – 2013 zur Verfügung gestellt werden, ist die EU einer der Hauptgeber des Landes. Diese Finanzmittel werden auf folgende Bereiche verteilt: allgemeine Budgethilfe (196 Mio. EUR), Landwirtschaft und Ernährungssicherheit (188 Mio. EUR) sowie regionale Verkehrsverbindungen mit Schwerpunkt auf der Straßeninfrastruktur (70 Mio. EUR). Die restlichen Mittel fließen in Bereiche wie verantwortungsvolle Staatsführung, Handel, Wasser, HIV/AIDS und Gleichstellung der Geschlechter.

Die FAO unterstützt Malawi seit 1986 bei der Planung und Durchführung von Strategien und Programmen zur Verbesserung der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft und zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit und einer guten Ernährung für alle.

Im kommenden Jahr wird sich die FAO darauf konzentrieren, das Land bei der Durchführung seines Sektoransatzes für die Landwirtschaft zu unterstützen, der die Prioritäten der von Malawi verfolgten Wachstums- und Entwicklungsstrategie II und des umfassenden Programms zur Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft (CAADP) der Afrikanischen Union widerspiegelt.

Die FAO wird zudem in Partnerschaft mit der Kommission der Afrikanischen Union, der EU-Kommission und Partnern wie dem brasilianischen Instituto Lula die Mitgliedstaaten, die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft sowie regionale Wirtschaftsgemeinschaften und Entwicklungspartner dazu aufrufen, sich an der vorgeschlagenen Partnerschaft für eine „Intensivierung der Bemühungen zur Beseitigung des Hungers in Afrika“ zu beteiligen. Das FAO-Engagement für diese Partnerschaft geht auf die jüngsten Anstrengungen der Organisation zurück, verstärkt von den FAO-Mitgliedstaaten geforderte zielgerichtete Produkte und Leistungen auszuarbeiten, mit denen auf Länderebene greifbare Ergebnisse erzielt werden können. Zur Verwirklichung dieses Ziels erarbeitet die FAO mit ihren Mitgliedstaaten Länderprogrammierungsrahmen, in denen die vorrangigen Maßnahmenbereiche festgelegt werden.

Die neue Dezentralisierungsstrategie der FAO und die oben genannte Partnerschaft bieten gute Voraussetzungen dafür, dass konkrete Ergebnisse und eine maximale Wirkung erzielt werden können.

Weitere Informationen:

MEMO/13/165: EU-Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Delegation der EU in Malawi:

http://eeas.europa.eu/delegations/malawi/index_en.htm

Website von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der FAO:

http://www.fao.org

Technische Zusammenarbeit der FAO:

http://www.fao.org/tc/

Homepage des FAO-Generaldirektors:

http://www.fao.org/about/director-gen/en/

Kontakt:

Alexandre Polack (+32(229) 90677)

FAO-Pressestelle: Liliane Kambirigi (+39 3 482 523 763)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website