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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 4. März 2013

Europäische Kommission startet Große Koalition für digitale Arbeitsplätze

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso appellierte heute an Europas IKT-Unternehmen, Regierungen sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, einer Großen Koalition für digitale Arbeitsplätze beizutreten und Schritte einzuleiten, um zu verhindern, dass 2015 in Europa – nach heutigen Schätzungen ‑ 900 000 Arbeitsplätze auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) unbesetzt bleiben. Trotz der aktuellen Arbeitslosenzahlen steigt die Zahl der digitalen Arbeitsplätze um mehr als 100 000 pro Jahr. Doch die Zahl der neuen IKT-Hochschulabsolventen und qualifizierten IKT-Kräfte hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt.

Vizepräsidentin Neelie Kroes (Digitale Agenda) und Vizepräsident Antonio Tajani (Industrie und Unternehmertum) sowie die Mitglieder der Kommission László Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration) und Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend) nahmen ebenfalls an der heutigen Auftaktveranstaltung zur Großen Koalition in Brüssel teil, die Teil der Initiativen der Kommission ist, Europa wettbewerbsfähiger zu machen.

Präsident Barroso erklärte:Die Große Koalition, die wir heute ins Leben rufen, ist ein wesentlicher Beitrag dazu, die europäische Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen und zumindest für einen Teil der 26 Millionen Arbeitslosen in Europa Arbeitsplätze zu finden. Ich danke den Unternehmen, die sich heute zur Mitarbeit verpflichtet haben. Wenn es uns gelingt, gemeinsam eine Kehrtwende einzuleiten und die steigende Zahl an freien IKT-Arbeitsplätzen zu besetzen, wird sich dies auf die gesamte Wirtschaft auswirken. Wir möchten die Europäer in die Lage versetzen, die Arbeitsplätze zu besetzen, die die Impulse für die nächste IKT-Revolution geben werden.

Europa kann es sich nicht leisten, solche Beschäftigungsmöglichkeiten ungenutzt zu lassen. Die heutige Ankündigung stützt sich auf die Vorarbeiten von Vizepräsidentin Kroes, die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von Unternehmen, Regierungen, Bildungseinrichtungen, Sozialpartnern, Arbeitsvermittlern und der Zivilgesellschaft bereits erste Zusicherungen für neue Arbeitsplätze, Praktika, Ausbildungsplätze, Finanzierungen von Unternehmungsgründungen, kostenlose Online-Hochschulkurse und mehr eingeholt hat (siehe IP/13/52).

Nach dieser ersten Runde, in der sich Interessierte zum Handeln verpflichtet haben, sind nun mehr als 15 Unternehmen und Einrichtungen der Großen Koalition beigetreten. Zu den ersten Zusicherungen, die in die Tat umgesetzt werden, gehören die Initiative Academy Cube, eine neue Online-Weiterbildungsplattform für junge Menschen, und ein neues Schulungsmodul für Installateure intelligenter Energienetze.

Die Kommission strebt verbindliche Zusagen in den folgenden Schlüsselbereichen an:

  • die passende Ausbildung für digitale Arbeitsplätze ‑ damit die Menschen die Qualifikationen erwerben, die die Wirtschaft braucht;

  • Mobilität ‑ damit geholfen wird, dass diejenigen mit den entsprechenden Qualifikationen dorthin kommen, wo sie gebraucht werden, und damit ein Mangel oder ein Überschuss in den einzelnen Städten verhindert wird;

  • Zertifizierung ‑ damit es leichter wird, unabhängig vom jeweiligen Land gegenüber einem Arbeitgeber nachzuweisen, welche Kompetenzen man hat;

  • Sensibilisierung – damit die Leute wissen, dass der digitale Sektor sowohl Frauen als auch Männern interessante und gut bezahlte Laufbahnen bietet;

  • innovatives Lernen und Lehren – damit unsere Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung umfassender und besser werden, damit mehr Menschen die Kompetenzen erwerben, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein.

EU-Kommissionspräsident Barroso appellierte an Unternehmen und Einrichtungen, dem Beispiel der Vorreiter zu folgen. Die Kommission muss ihren Teil tun, doch bei der Ausbildung unter Federführung der Industrie, der Unterstützung der Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, der Zertifizierung von Kompetenzen, der Verbesserung der Lehrpläne für Schulen und Universitäten, der Sensibilisierung sowie der Schaffung eines unternehmerfreundlicheren Umfelds für Jungunternehmer ist das aktive Engagement aller Beteiligten gefragt.

Außerdem ruft die Kommission „Startup Europe“ ins Leben, eine Plattform mit Instrumenten und Programmen zur Unterstützung von Menschen, die in Europa neue Web-Unternehmen gründen bzw. vergrößern wollen.

Hintergrund

Im von der Kommission im April 2012 verabschiedeten Beschäftigungspaket wurde deutlich herausgestellt, dass ein erheblicher Mangel an IKT-Fachkräften besteht ‑ trotz hoher Arbeitslosigkeit in anderen Bereichen (IP/12/380, MEMO/12/252).

In Europa gab es 2011 6,7 Millionen IKT-Arbeitskräfte, die 3,1 % der Beschäftigten insgesamt ausmachen. Von 2000 bis 2010 hat die Anzahl der IKT-Kräfte im Jahr durchschnittlich um 4,3 % zugenommen. Neuesten, noch nicht veröffentlichten Zahlen zufolge (Empirica, März 2013) könnte die Zahl digitaler Arbeitsplätze, die bis 2015 in Europa geschaffen werden, sogar 864 000 erreichen. Allerdings gefährden die sinkende Zahl der IKT-Hochschulabsolventen und der für die nächsten Jahren anstehende Renteneintritt von IKT-Fachkräften das Wachstumspotenzial für IKT-Arbeitsplätze. Die Ausbildung in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwissenschaften und Mathematik muss ausgebaut werden. Auch die Laufbahnmöglichkeiten in diesen Disziplinen sollten – insbesondere für Frauen – verbessert werden.

Sorgt man dafür, dass Beschäftigte in der EU die notwendigen höheren Qualifikationen haben, werden dadurch Investitionen angelockt und es wird dem Verlust wichtiger IKT-Arbeitsplätze an andere Regionen der Welt entgegengewirkt. Diesem Aspekt widmet sich das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Exploiting the employment potential of ICTs”, das als Teil des Beschäftigungspakets veröffentlicht wurde.

Um den Qualifikationsbedarf besser voraussagen zu können, hat die Europäische Kommission im Dezember das EU-Kompetenzpanorama gestartet, eine Website mit quantitativen und qualitativen Informationen zu kurz- und mittelfristig nachgefragten und angebotenen Qualifikationen sowie Diskrepanzen zwischen beiden (IP/12/1329). Das Panorama stützt sich auf für die EU und für die einzelnen Mitgliedstaaten erstellte Daten und Prognosen und zeigt auf, welche Berufe die höchsten Wachstumsraten aufweisen und welche die „Engpass-Berufe“ sind, in denen es viele freie Stellen gibt. Trotz hoher Arbeitslosigkeit sind EU-weit derzeit rund zwei Millionen Stellen unbesetzt. Die Website umfasst detaillierte, nach Branchen, Berufen und Ländern aufgeschlüsselte Informationen.

Neue Denkansätze für die Bildung und frei zugängliche Lehrmittel

Im November 2012 startete die Kommission ihre Strategie Neue Denkansätze für die Bildung. Darin wird zu mehr Investitionen in die berufliche Aus- und Weiterbildung, vor allem im IKT-Bereich aufgerufen. Darüber hinaus wird erläutert, wie Bildungsinvestitionen so eingesetzt werden können, dass sie in Zeiten finanzieller Sparmaßnahmen optimale Wirkung erzielen.

Außerdem soll noch in diesem Sommer Opening up Education, eine gemeinsame Initiative von Androulla Vassiliou und Neelie Kroes, beschlossen werden. Sie setzt sich zum Ziel, den Zugang zu Bildung durch Technologie und frei zugängliche Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources) zu erleichtern.

Nützliche Links

Digitale Arbeitsplätze

Grand Coalition for Digital Jobs  

Grand Coalition Framing Document

Get involved with the Grand Coalition

Die Große Koalition auf Twitter @eSkillsGrowthEU (hashtags: #GC_EU, #eSkills and #ICTjobs)

Website zur Digitalen Agenda

Beschäftigungspaket

Allgemeine und berufliche Bildung

Aktionsplan Unternehmertum 2020

Ansprechpartner/innen:

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Sarah Collins (+32 2 296 80 76)

Ryan Heath (+32 2 296 17 16)

Dennis Abbott (+32 2 295 92 58)

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Carlo Corazza (+32 2 295 17 52)

Anhang: Prozentsatz der Personen mit geringen, mittleren und fundierten Computerkenntnissen, 2011

Abbildung 6.7. Prozentsatz der Personen mit geringen, mittleren und fundierten Computerkenntnissen, 2011

Quelle: Eurostat, Statistiken zur Informationsgesellschaft. Anm.: Personen zwischen 16 und 74 Jahren; Einzelheiten zu den verschiedenen Arten von Comuptertätigkeiten, siehe

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/4-26032012-AP/EN/4-26032012-AP-EN.PDF


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