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Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Raumfahrtindustrie erhalten und Satellitenkollisionen vermeiden

European Commission - IP/13/172   28/02/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 28. Februar 2013

Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Raumfahrtindustrie erhalten und Satellitenkollisionen vermeiden

Die Europäische Kommission hat heute Maßnahmen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrtindustrie und zum Aufbau eines europäischen Systems zur Verhinderung von Satellitenkollisionen vorgeschlagen. Die EU spielt zwar eine wichtige Rolle auf dem globalen Markt für kommerzielle Trägerraketen und für Telekommunikationssatelliten und -dienste, sieht sich jedoch mit einem zunehmendem Wettbewerb durch Unternehmen aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien konfrontiert, einem Wettbewerb, der eine Herausforderung für die weitere Entwicklung der EU-Raumfahrtindustrie darstellt. Um hier Abhilfe zu schaffen, schlägt die Kommission eine neue Industriepolitik für den europäischen Raumfahrtsektor vor. Dabei sollen die folgenden Ziele erreicht werden: Steigerung des Qualifikationsniveaus in diesem Industriezweig, schnellere Verfügbarmachung von Finanzmitteln und Investitionen, Sicherung der Unabhängigkeit der EU im Bereich der Raumfahrt; ferner die Neuordnung des EU-Rechtsrahmens, um ihn zu einer Triebfeder für die Raumfahrtindustrie zu machen - z. B. durch Maßnahmen zur Förderung der Produktion und Verbreitung von Daten von Satelliten für kommerzielle Zwecke.

Diese Initiativen werden ergänzt durch ein Beobachtungs- und Ortungssystem zum Schutz der Satelliten vor Kollisionen im Weltraum. Es gibt rund 16 000 Gegenstände in der Erdumlaufbahn, die größer als 10 cm sind und die bei einer Kollision einen Satelliten zerstören würden. Das vorgeschlagene Unterstützungsprogramm würde den EU-Mitgliedstaaten, die Satelliten und Weltraummüll überwachen, die Möglichkeit bietet, ihre Kapazitäten zu bündeln und erstmals ein europäisches Überwachungssystem zu schaffen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „EU-Investitionen in weltraumgestützte Infrastrukturen eröffnen neue Chancen für Unternehmen in Europa. Doch wir müssen noch mehr tun: Ohne eine dynamische Raumfahrtindustrie in Europa werden wir nicht in der Lage sein, vollen Nutzen aus unseren Investitionen zu ziehen. Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit unsere Industrie im internationalen Wettbewerb mithalten kann und damit ein echter Binnenmarkt für innovative satellitengestützte Dienste entsteht. Parallel dazu müssen wir sicherstellen, dass wir diese Infrastrukturinvestitionen vor Schaden schützen können."

MEMO/13/146 Action programme for space industry

MEMO/13/149 Avoiding collisions in space

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/space/index_en.htm

Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrtpolitik

Zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit in diesem Industriezweig werden im Rahmen der neuen europäischen Weltraumindustriepolitik Maßnahmen in den folgenden Bereichen vorgeschlagen:

Verbesserung des Rechtsrahmens für die Raumfahrtindustrie, um Folgendes zu gewährleisten:

  • die Schaffung eines echten Binnenmarktes für Produkte und Dienste der Raumfahrt

  • die Überwachung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Ausfuhrkontrolle von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck und für deren innergemeinschaftliche Verbringung

  • die Verfügbarkeit von Frequenzen für den Satellitenfunk in der Zukunft

  • die Vorbereitung unserer rechtlichen Rahmenbedingungen auf künftige Raumfahrtaktivitäten, z. B. gewerbliche Raumflüge

Investitionen in Forschung und Innovation: Bei Investitionen in die Raumfahrtforschung und –innovation sollte das Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, dass der Industrie der Zugang zu kritischen Technologien gesichert und die Entwicklung neuer bahnbrechender Technologien gefördert wird, wie im Rahmen des künftigen Programms „Horizont 2020“ für den Zeitraum 2014-2020 vorgeschlagen.

Fähigkeiten: In der europäischen Raumfahrtindustrie fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Es sind Maßnahmen erforderlich, damit sich mehr Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler für Stellen in der europäischen Weltraumindustrie und an Universitäten und Forschungszentren bewerben.

Finanzierung von Raumfahrtinfrastrukturen und öffentliche Aufträge: Die Kommission wird prüfen, wie die Möglichkeiten, die durch die Finanzierungsinstrumente der EU für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen geboten werden, so genutzt werden können, dass mehr Finanzmittel für Raumfahrtinfrastrukturen oder raumgestützte Anwendungen und Dienste, insbesondere für KMU, bereitgestellt werden können. Ferner wird die Kommission prüfen, ob ihr Konzept für das Beschaffungswesen im Bereich der Raumfahrt verbessert werden kann.

Zugang zum Weltraum: Die Kommission wird die Entwicklung einer europäischen Trägerraketenpolitik fördern, um dafür zu sorgen, dass ein unabhängiges, zuverlässiges, sicheres, verfügbares und kostengünstiges Trägersystem zur Verfügung steht.

Vermeidung von Zusammenstößen im Weltraum

Die wachsende Zahl von Satelliten und die Zunahme des Weltraumschrotts lassen aus der Gefahr von Kollisionen eine ernste Bedrohung für den nachhaltigen Betrieb von Weltrauminfrastrukturen werden. Es befinden sich rund 16 000 Gegenstände, die größer als 10 cm sind, und zwischen 300 000 und 600 000 mit einer Größe von mehr als 1 cm in einer Umlaufbahn um die Erde. Trifft ein Objekt von mehr als 1 cm Größe einen Satelliten, so wird es Untersysteme oder Instrumente an Bord zumindest beschädigen oder gar zerstören, und bei einem Zusammenstoß mit einem Gegenstand von mehr als 10 cm Größe wird ein Satellit zerstört. Außerdem besteht ein Risiko für die Infrastrukturen am Boden und für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger beim Wiedereintritt von inaktiven Satelliten oder verbrauchten Raketenteilen in die Erdatmosphäre.

Den vorsichtigsten Schätzungen zufolge belaufen sich die potenziellen wirtschaftlichen Verluste von europäischen Satellitenbetreibern wegen Zusammenstößen oder teueren und risikobehafteten Manövern, um ihre Satelliten von einem Kollisionskurs abzubringen, auf 210 Mio. EUR pro Jahr. Die wirtschaftlichen Verluste am Boden aufgrund der Unterbrechung von Anwendungen und Diensten, die sich auf die Daten von verlorenen oder beschädigten Satelliten stützen, können nicht quantifiziert werden kann, doch liegen sie wohl deutlich höher.

Zur Minderung der Gefahr von Kollisionen und unkontrollierten Wiedereintritten ist es erforderlich, Satelliten und Weltraummüll zu überwachen, so dass die Satellitenbetreiber und Behörden rechtzeitig gewarnt werden können. Die Kommission schlägt ein Programm vor, das die EU-Mitgliedstaaten, die Radare und Teleskope zur Überwachung von Satelliten und Weltraummüll oder relevante Datenzentren besitzen, dabei fördern soll, ihre Kapazitäten zu bündeln und erstmals einen europäischen Dienst für die Beobachtung und Ortung von Objekten im Weltraum anzubieten.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752)

Sara Tironi (+32 229-90403)


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