Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 18. Dezember 2013

Fusionskontrolle: Kommission gibt Übernahme des Bodenabfertigers Servisair durch Swissport unter Auflagen frei

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Bodenabfertigungs- und Luftfrachtdienstanbieters Servisair durch seinen Konkurrenten Swissport nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass das Bodenabfertigungsgeschäft von Swissport am Flughafen Birmingham und das Bodenabfertigungsgeschäft von Servisair an den Flughäfen Helsinki, London-Gatwick und Newcastle veräußert wird. Andernfalls wäre das Unternehmen nach dem Zusammenschluss an diesen Flughäfen keinem ausreichenden Wettbewerb mehr ausgesetzt, so dass die Preise für Bodenabfertigungsdienste steigen könnten. Durch die von den beteiligten Unternehmen angebotenen Zusagen werden die diesbezüglichen Bedenken der Kommission ausgeräumt.

Swissport und Servisair bieten beide Vorfeld-, Fluggast- und Gepäckabfertigungsdienste sowie landseitige und Offline-Frachtumschlagsdienste an einer Reihe von Flughäfen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an. Die Kommission äußerte Bedenken in Bezug auf die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Wettbewerb bei der Erbringung von Vorfeld-, Fluggast- und Gepäckabfertigungsdiensten an den Flughäfen Birmingham, Helsinki, London-Gatwick und Newcastle.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass die geplante Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form zu einer Monopolstellung am Flughafen Newcastle geführt hätte. Außerdem wäre an den Flughäfen Birmingham, Helsinki und London-Gatwick ein bedeutender Wettbewerber im Bereich der Erbringung von Vorfeld-, Fluggast- und Gepäckabfertigungsdiensten weggefallen. Die Kommission befürchtete, dass die verbleibenden Wettbewerber nicht in der Lage gewesen wären, ausreichenden Druck auf das zusammengeschlossene Unternehmen auszuüben, um Preiserhöhungen für dessen Kunden (Fluggesellschaften) zu vermeiden.

Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, bot Swissport an, sein Bodenabfertigungsgeschäft am Flughafen Birmingham und das Bodenabfertigungsgeschäft von Servisair an den Flughäfen Helsinki, London-Gatwick und Newcastle zu verkaufen. Durch diese Zusagen wird der Marktanteilszuwachs, den das zusammengeschlossene Unternehmen andernfalls durch die Übernahme an den vier von der Kommission angeführten Flughäfen erlangt hätte, ausgeglichen, so dass an jedem dieser Flughäfen weiterhin faire Wettbewerbsbedingungen herrschen.

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme in der durch die Zusagen geänderten Form keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung des Zusammenschlusses erfolgt unter der Auflage, dass die Zusagen vollständig eingehalten werden.

In Bezug auf den landseitigen und den Offline-Frachtumschlag hat die Kommission keine wettbewerbsrechtlichen Probleme festgestellt, da die beteiligten Unternehmen in diesen Bereichen nur geringe Marktanteile innehaben.

Der Zusammenschluss wurde am 29. Oktober 2013 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Swissport France Holding SAS erbringt Bodenabfertigungsdienste, Frachtumschlagsdienste und damit verbundenen Leistungen für Luftfahrtunternehmen innerhalb und außerhalb Europas. Das Unternehmen wird letztlich von PAI Partner SAS, einer französischen Portfolioverwaltungsgesellschaft, kontrolliert.

Das französische Unternehmen Servisair SAS erbringt ebenfalls Bodenabfertigungsdienste, Frachtumschlagsdienste und damit verbundenen Leistungen für Luftfahrtunternehmen innerhalb und außerhalb Europas.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.7021 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


Side Bar