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EU verdreifacht Innovationsförderung im Eisenbahnbereich

European Commission - IP/13/1250   16/12/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 16. Dezember 2013

EU verdreifacht Innovationsförderung im Eisenbahnbereich

Die Europäische Kommission hat heute die Gründung von „Shift2Rail“ beschlossen, einer neuen öffentlich-privaten Partnerschaft, die mit Investitionen von knapp 1 Mrd. EUR für Forschung und Innovation das Fahrgast- und Frachtaufkommen auf Europas Schienenwegen erhöhen soll. Die Eisenbahn gehört zu den effizientesten und klimaverträglichsten Verkehrsmitteln, auf das jedoch nur ca. 10 % des Güter- und 6 % des Personenverkehrs in Europa entfallen.

Der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Siim Kallas erklärte dazu:

„Wenn wir mehr Personen und Güter auf die Schiene bekommen wollen, muss die Bahn ihr Dienstleistungsangebot verbessern und attraktive Angebote für mehr Kunden schaffen. Hierzu sind Innovationen im Eisenbahnbereich erforderlich. Die öffentlich-private Partnerschaft ist ein wichtiger Durchbruch, der Innovationen vorantreiben und dazu führen wird, dass die Kosten für Bahndienstleistungen sinken und mehr Kapazitäten sowie zuverlässigere und häufigere Bahnverbindungen für die Kunden geschaffen werden.“

Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn erklärte: „Diese Investition bündelt öffentliche und private Mittel aus dem gesamten Eisenbahnsektor und verschafft der Industrie mehr Spielraum, um strategisch wichtige Technologien und Lösungen zu entwickeln. Diese werden zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen beitragen und Europas Spitzenposition auf dem weltweiten Schienenverkehrsmarkt festigen. Die Hebelwirkung des EU-Haushalts für Wachstum und Beschäftigung wird damit optimal unter Beweis gestellt.“

„Shift to Rail“

„Shift2Rail“ ist eine ambitionierte öffentlich-private Partnerschaft, die ein siebenjähriges Arbeitsprogramm mit gezielten Forschungs- und Innovationstätigkeiten umsetzen wird, um die Entwicklung besserer Bahndienstleistungen in Europa zu fördern. Sie wird technologische Neuerungen entwickeln und deren Einführung am Markt beschleunigen.

Mit „Shift2Rail“ werden die von der Kommission bereitgestellten Mittel für Eisenbahnforschung und -innovation mehr als verdreifacht, nämlich auf 450 Mio. EUR für den Zeitraum 2014-2020 (gegenüber 155 Mio. EUR im vorangegangenen Zeitraum). Die Eisenbahnindustrie steuert mit 470 Mio. EUR einen vergleichbaren Betrag bei. Durch diesen langfristigen Kooperationsansatz erhält die Eisenbahnindustrie im Vergleich zur früheren Förderung einzelner Vorhaben einen enormen Innovationsschub.

„Shift2Rail“ dient folgenden Zielen: Verringerung der Lebenszykluskosten im Bahnverkehr (d. h. Kosten für Bau, Betrieb, Instandhaltung und Erneuerung der Infrastruktur und Fahrzeuge) um bis zu 50 %; generelle Kapazitätssteigerung um bis zu 100 %; Steigerung der Zuverlässigkeit um insgesamt bis zu 50 % in den verschiedenen Segmenten des Schienenverkehrsmarktes.

Die Forschungs- und Innovationstätigkeiten sind auf fünf Schlüsselbereiche ausgerichtet:

Entwicklung einer neuen Generation von kosteneffizienten und zuverlässigen Hochleistungszügen zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität.

Entwicklung besserer intelligenter Verkehrsmanagement- und Verkehrsleit­systeme, damit mehr Kapazitäten entstehen und mehr Züge gleichzeitig auf einer Strecke fahren können.

Bereitstellung von zuverlässiger und hochwertiger Infrastruktur; dies umfasst auch die Verringerung des Schienenlärms, Kostensenkungen sowie die Entwicklung von intelligenter Instandhaltung.

Entwicklung innovativer IT-Lösungen und -Dienste zur Schaffung integrierter Fahrscheinsysteme und Reiseplaner.

Verbesserung der Logistik und Entwicklung intermodaler Lösungen für den Güterverkehr, damit die Bahn in verschiedenen Märkten effektiv konkurrieren und ihre Verbindungen zu anderen Verkehrsträgern verbessern kann.

Durch die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens im Schienenverkehrssektor – die öffentlich-private Partnerschaft „Shift2Rail“ – können öffentliche und private Mittel gebündelt und auf Forschungstätigkeiten gerichtet werden, die für die Vollendung des einheitlichen europäischen Eisenbahnraums und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Eisenbahnsektors insgesamt von Bedeutung sind. Hiervon werden auch Impulse für die Beschäftigung und den Export ausgehen. An dem Projekt nehmen praktisch sämtliche Hersteller der europäischen Eisenbahnbranche teil, darunter auch innovative kleine und mittlere Unternehmen, damit die Entwicklung und Markteinführung neuer Technologien beschleunigt wird. Beteiligt sind auch Eisenbahnunternehmen und Infrastrukturbetreiber, die eine marktgerechte Ausrichtung der Forschungstätigkeiten gewährleisten sollen. Bislang haben bereits die Ausrüstungshersteller Alstom, Ansaldo STS, Bombardier, Siemens, Thales und CAF sowie die Infrastrukturbetreiber Trafikverket und Network Rail zugesagt, sich mit jeweils mindestens 30 Mio. EUR (insgesamt 270 Mio. EUR) an der „Shift2Rail“-Initiative zu beteiligen.

Hintergrund

Europa steht vor erheblichen Herausforderungen angesichts einer zunehmenden Verkehrs­überlastung, steigender Verkehrsnachfrage und der Notwendigkeit, umweltverträgliche Verkehrsverbindungen zu schaffen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Trotz positiver Entwicklungen auf einigen Märkten stagniert bzw. schrumpft der Eisenbahnsektor jedoch in vielen EU-Mitgliedstaaten. Im EU-Personenverkehr liegt der Bahnanteil seit 2000 mehr oder weniger konstant bei rund 6 %, während der Marktanteil des Schienengüterverkehrs von 11,5 % auf 10,2 % gesunken ist.

Angesichts dieser Fakten handelt die Europäische Kommission an drei Fronten:

1. Annahme eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Umstrukturierung des europäischen Eisenbahnmarkts (4. Eisenbahnpaket).

2. Verdreifachung der Investitionen in die europäische Infrastruktur von derzeit 8 Mrd. EUR auf 26 Mrd. EUR (2014-2020). Mehr als 80 % davon sind für die Eisenbahn bestimmt.

3. Verdreifachung der Forschungs- und Innovationsförderung im Eisenbahnbereich, insbesondere im Rahmen des neuen „Shift2Rail“-Programms.

Weitere Informationen:

MEMO/13/1143

IP/13/1239

Vizepräsident Kallas auf Twitter

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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