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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Dezember 2013

Beschäftigung: Kommission schlägt bewährte Verfahren zur Begrenzung der sozialen Folgen von Umstrukturierungen vor

Die Europäische Kommission hat heute einen Qualitätsrahmen für die Antizipation von Veränderungen und Umstrukturierungen mit bewährten Verfahren für die vorausschauende Planung von Unternehmensumstrukturierungen und zur Minimierung von deren Auswirkungen auf Arbeitnehmer und soziale Bedingungen vorgestellt. Dieser Qualitätsrahmen soll Unternehmen, Arbeitnehmern, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und öffentlichen Verwaltungen als Leitfaden dafür dienen, durch eine bessere Vorausplanung und durch Investitionen in Humankapital den Umstrukturierungsprozess für Unternehmen und Arbeitnehmer zu erleichtern und dabei die sozialen Auswirkungen zu minimieren. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten dringend auf, die Umsetzung des Qualitätsrahmens zu unterstützen und zu fördern und dessen Anwendung auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu prüfen. Weiterhin ruft sie alle Interessenträger zur Zusammenarbeit auf der Grundlage dieser Leitlinien auf.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Krise ist es wichtiger denn je, sicherzustellen, dass Unternehmensumstrukturierungen verantwortlich abgewickelt und die sozialen Folgen minimiert werden“, sagte der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration László Andor. „Ich fordere Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitnehmer und öffentliche Verwaltungen auf, gemeinsam auf der Grundlage dieses Qualitätsrahmens darauf hinzuwirken, den zukünftigen Bedarf an Arbeitskräften und Qualifikationen besser vorauszuplanen und Arbeitnehmer bei der Rückkehr auf den Arbeitsmarkt zu unterstützen, wenn Entlassungen unvermeidbar sind. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, nach diesen Grundsätzen zu handeln, die uns helfen werden, die Ziele der Strategie Europa 2020 zu erreichen.

Die Leitlinien des Qualitätsrahmens basieren auf realen Erfahrungen von Unternehmen und sind in einzelnen Datenblättern zusammengefasst, die sich an die unterschiedlichen Beteiligten richten: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Sozialpartner und nationale und regionale Behörden. Thematisiert werden sowohl Maßnahmen zur Antizipation von Umstrukturierungen (die dauerhaft eingeführt werden sollen) als auch das Management konkreter Umstrukturierungsprozesse.

Dabei sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • strategisches langfristiges Monitoring von Arbeitsmarktentwicklungen

  • fortlaufende Erfassung der Anforderungen des Arbeitsmarkts und des Qualifikationsbedarfs

  • Maßnahmen für einzelne Beschäftigte, wie Schulungen, Laufbahnberatung und Unterstützung beim Berufswechsel

  • frühzeitige Einbeziehung externer Akteure wie öffentlicher Behörden, Hochschulen, Ausbildungszentren und der Lieferkette

  • umfassende Nutzung der EU-Strukturfonds, wie des Europäischen Sozialfonds und des Europäischen Fonds zur Anpassung an die Globalisierung, in den betreffenden Regionen zur Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen und inklusiver Übergänge

Der Qualitätsrahmen ist zwar hauptsächlich auf die Beschäftigungs- und Sozialkomponenten der Antizipation von Strukturwandel ausgerichtet, soll jedoch auch zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beitragen. Auch die generellen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Umstrukturierungen auf die betroffenen Städte und Regionen werden berücksichtigt und die Rolle der industrie- und regionalpolitischen Strategien bei der Antizipation der Anpassung an den Strukturwandel wird hervorgehoben.

Die Kommission wird die Anwendung des Qualitätsrahmens beobachten und bis 2016 darüber Bericht erstatten, ob weitere Maßnahmen in diesem Bereich erforderlich sind, gegebenenfalls auch in Form eines Legislativvorschlags. Das Europäische Parlament wird über die Ergebnisse dieser Analyse unterrichtet.

Hintergrund

Der Qualitätsrahmen für Umstrukturierungen ist eine Folgemaßnahme zu dem Grünbuch „Umstrukturierung und Antizipierung von Veränderungen: Lehren aus den jüngsten Erfahrungen“ von Januar 2012 (IP/12/23) sowie eine Reaktion auf die Aufforderung des Europäischen Parlaments in seiner Entschließung vom 15. Januar 2013 mit Empfehlungen an die Kommission zu Unterrichtung und Anhörung von Arbeitnehmern, Antizipation und Management von Umstrukturierungen.

Die Europäische Stelle zur Beobachtung des Wandels (EMCC) hat seit 2002 mehr als 16 000 Umstrukturierungsmaßnahmen mit einem Nettoverlust von mehr als 2 Millionen Arbeitsplätzen verzeichnet. Umstrukturierungen betreffen alle Länder in Europa und geben vor dem Hintergrund des Wirtschaftsabschwungs besonderen Anlass zur Besorgnis. Investitionen in Humankapital sowie ein angemessenes Management von Umstrukturierungsprozessen sind dringend notwendig.

Im dritten Quartal 2013 hat das Europäische Beobachtungsinstrument für Umstrukturierungen (ERM) 250 Umstrukturierungsmaßnahmen verzeichnet, bei denen 57 081 Arbeitsplätze abgebaut und 27 792 neu geschaffen wurden. Ganz anders verhielt es sich im dritten Quartal 2007, als unter dem Strich 23 537 neue Arbeitsplätze entstanden. Damit zeigt sich eine Trendwende in den letzten Jahren.

Weitere Informationen

Schlagzeilen auf der Website der GD Beschäftigung

ERM-Jahresbericht 2013 (auf Englisch)

László Andors Website

László Andor auf Twitter

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Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)


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