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Geschlechtergleichstellung im Sport: EU-Kommission fordert Maßnahmen

Commission Européenne - IP/13/1197   03/12/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilungen

Brüssel, 3. Dezember 2013

Geschlechtergleichstellung im Sport: EU-Kommission fordert Maßnahmen

Wir leben zwar im 21. Jahrhundert, aber Frauen und Mädchen haben es in der Welt des Sports immer noch schwer. Es wird über Gleichstellung gesprochen, die Realität sieht jedoch häufig anders aus: In den maßgeblichen Sportgremien dominieren nach wie vor Männer, Trainerinnen verdienen oft weniger als ihre männlichen Kollegen und Mädchen werden im Sport häufiger Opfer sexueller Belästigung als Buben. Am 3. und 4. Dezember lädt die Europäische Kommission zu einer Konferenz nach Vilnius, die sich mit dem Thema Geschlechtergleichstellung im Sport beschäftigt. An der Veranstaltung nehmen Vertreterinnen und Vertreter europäischer, internationaler und nationaler Sportorganisationen teil, darunter das Internationale Olympische Komitee, nationale olympische Komitees, das Internationale Paralympische Komitee, die UEFA, hochrangige Regierungsberaterinnen und ‑berater sowie das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen, das seinen Sitz in der litauischen Hauptstadt hat.

„Wenn es um die Teilhabe am Sport auf allen Ebenen geht, sind Frauen und Mädchen unbestritten immer noch mit zahllosen Hürden konfrontiert. Das gilt sowohl für den Amateur- als auch den Profisport. Im Klartext heißt das, wir brauchen keine weitere Absichtserklärung, wir brauchen Maßnahmen. Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen Sport in einem sicheren Umfeld ausüben können, und Möglichkeiten schaffen, die Frauen in Sportgremien eine Stimme verleihen“, erklärte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Sport.

Im Rahmen des Sportkapitels des neuen Programms Erasmus+ hat die Europäische Kommission die Möglichkeit, transnationale Projekte zur Förderung der Geschlechtergleichstellung zu unterstützen.

„Wir brauchen einen kohärenten Katalog von Maßnahmen, die auf nationaler und europäischer Ebene koordiniert werden, darunter Schulungen, um für Frauen im Sport Chancengleichheit und ein Trainingsumfeld zu gewährleisten, das frei von Diskriminierung und Belästigung ist. Die Zeit der Lippenbekenntnisse zur Gleichstellung ist vorbei: Wenn wir Einstellungen verändern wollen, muss Frauensport einen höheren Stellenwert in der Berichterstattung erhalten und es müssen mehr Frauen in Sportmedien arbeiten“, fügte die Kommissarin hinzu.

Bei der Veranstaltung in Vilnius werden folgende Aspekte im Vordergrund stehen: allgemeine Förderung der Geschlechtergleichstellung durch den Sport; Eindämmung der häufigen Verwendung übersexualisierter Bilder im Sport und in den Medien; bewährte Verfahren zur Prävention sexueller Belästigung, vor allem im Sportkontext.

Teilnehmen werden u. a. Sir Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, Ulla Koch, Trainerin beim Deutschen Turner-Bund, Esther Vergeer, siebenfache Paralympics-Goldmedaillengewinnerin im Rollstuhltennis, und Daina Gudzinevičiūtė, Präsidentin des Litauischen Olympischen Komitees und ehemalige Olympiasiegerin im Schießen.

Die Konferenz umfasst zwei Podiumsdiskussionen und sieben Workshops mit dem Schwerpunkt auf „strategischen Maßnahmen“. Bei der zweiten Podiumsdiskussion wird es um „Verpflichtungen und konkrete Schritte“ gehen. Geleitet werden die Podiumsdiskussionen von Novella Calligaris, ehemalige Weltmeisterin im Schwimmen und Olympia-Medaillengewinnerin aus Italien. Die Schlussfolgerungen werden an die EU-Institutionen, die Sportbewegung und die Mitgliedstaaten gerichtet sein, mit dem Ersuchen um Unterstützung und der Aufforderung zu weiteren Maßnahmen. Sie sollen auch bei der Festlegung der Prioritäten für das Sportkapitel von Erasmus+ und den neuen Arbeitsplan der EU für Sport helfen.

Für die nächsten sieben Jahre sind im neuen Programm Erasmus+ insgesamt rund 265 Mio. EUR für Breitensportverbände vorgesehen. Neben der Förderung der Geschlechtergleichstellung liegt der Schwerpunkt der Unterstützung auf verantwortungsvollem Handeln, sozialer Inklusion, Zweitkarrieren für Athletinnen und Athleten sowie körperlicher Aktivität für alle. Über das neue Programm werden auch grenzüberschreitende Initiativen gegen Rassismus, Spielabsprachen und Doping im Sport unterstützt.

Hintergrund

Die Eurobarometer-Umfrage zu Sport und körperlicher Aktivität (veröffentlicht im März 2010) zeigt, dass Frauen seltener Sport treiben als Männer. Die Umfrage ergab, dass 43 % der Männer mindestens einmal wöchentlich sportlich aktiv sind, gegenüber 37 % der Frauen. Die Zahlen für die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen fallen noch deutlicher aus (71 % der Männer und 50 % der Frauen).

Laut Forschungsergebnissen der britischen Loughborough University ist die Zahl der Frauen, die als Trainerinnen arbeiten oder eine Führungsposition in Sportgremien einnehmen, in Europa nach wie vor sehr gering (im Durchschnitt 10 %); einige wenige Mitgliedstaaten ausgenommen, in denen sie Führungspositionen auf örtlicher Vereinsebene und auf untergeordneter Trainingsebene innehaben. Profitrainerinnen verdienen im Durchschnitt auch weniger als ihre männlichen Kollegen. So verdienen sie zum Beispiel in Deutschland für dieselbe Art von Job pro Monat 1000 EUR weniger.

Mit dem von der EU finanzierten Projekt „Prevention of sexualised violence in sport“ wurde nachgewiesen, dass Sport Kindern zwar ein Gefühl von Stärke und Selbstvertrauen vermittelt, aber auch ein Bereich ist, der aufgrund der Nähe und des Vertrauens, das Menschen im Rahmen eines Trainingsverhältnisses aufbauen, eindeutige Gefahren für sexuelle und geschlechterbezogene Belästigung sowie Missbrauch birgt.

Bei der Konferenz „European Women and Sport 'London Calling'“ (16. September 2011), lud EU-Kommissarin Vassiliou Interessenträger/innen ein, Vorschläge zur Verbesserung der Geschlechtergleichstellung im Sport zu diskutieren, und forderte eine Expertengruppe auf, einen Aktionsplan zu diesem Thema auszuarbeiten. Bei der dieswöchigen Konferenz sollen diese Vorschläge nun erörtert werden.

Am 28. Juni 2012, vor dem Beginn der Olympischen Spiele in London, gratulierten EU-Kommissarin Vassiliou und Vizepräsidentin Reding dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Internationalen Paralympischen Komitee zu den ersten Olympischen Spielen, bei denen Frauen in allen Sportarten antraten. Obwohl die Kommissarinnen dies als „einen wichtigen Schritt in einem langwierigen Kampf für ein wirklich ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen im Sport“ anerkannten, sprachen sie sich für einen gemeinsamen Rahmen für Geschlechtergleichstellung im Sport aus, mit realistischen Zielen für Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die bis 2020 erreicht werden sollen.

Nächste Schritte

Die von EU-Kommissarin Vassiliou eingesetzte Expertengruppe fordert die Aufnahme einer Strategie für die Geschlechtergleichstellung im Sport in den neuen Arbeitsplan der EU für Sport, der während der neuen griechischen EU-Ratspräsidentschaft erörtert werden soll. Der Rat wird den neuen Arbeitsplan der EU für Sport voraussichtlich im Mai 2014 verabschieden.

Weitere Informationen

Europäische Kommission: Sport

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU folgen

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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