Navigation path

Left navigation

Additional tools

Praktika: Umfrage macht Mängel bei Arbeitsbedingungen und Lerninhalten deutlich

European Commission - IP/13/1161   26/11/2013

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 26. November 2013

Praktika: Umfrage macht Mängel bei Arbeitsbedingungen und Lerninhalten deutlich

Viele Praktikantinnen und Praktikanten sind der Ansicht, ihre Arbeitsbedingungen könnten verbessert werden und die Lerninhalte ihres Praktikums seien unzureichend, so eine Eurobarometer-Umfrage über die Qualität von Praktika in der EU, die heute veröffentlicht wurde. Selbst wenn die meisten ein Praktikum als nützliche Erfahrung sehen, so zeigt die Umfrage doch, dass bei fast einem Drittel der Praktika Arbeitsbedingungen oder Lerninhalte nicht den Erwartungen entsprechen.

Diese Probleme sollen in einem künftigen Vorschlag für einen Qualitätsrahmen für Praktika behandelt werden, den die Kommission im Dezember dieses Jahres vorlegen wird.

Praktika sind äußerst wichtig dafür, den Übergang von der Ausbildung auf den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Angesichts der gegenwärtig hohen Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist es von entscheidender Bedeutung zu gewährleisten, dass Praktikantinnen und Praktikanten die beste Ausbildung und die Erfahrung für einen künftigen Arbeitsplatz erhalten und nicht ausgebeutet werden. Aus diesem Grund wird die Kommission am 4. Dezember einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu einem Qualitätsrahmen für Praktika vorlegen, der Praktikanten eine hochwertige Arbeitserfahrung unter sicheren Bedingungen ermöglichen sollen“, erklärte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration.

Die Eurobarometer-Umfrage zeigt Folgendes:

Praktika sind weitverbreitet: etwa die Hälfte der Befragten (46 %) haben ein Praktikum absolviert, viele sogar mehrere.

Fast sechs von zehn Praktikanten (59 %) erhielten während ihres letzten Praktikums kein finanzielles Entgelt. Von denjenigen, die entlohnt wurden, sind weniger als die Hälfte der Meinung, dass das Geld zur Deckung der Grundlebenshaltungskosten ausreichte.

Vier von zehn Praktikanten hatten keine schriftliche Vereinbarung bzw. keinen schriftlichen Vertrag über das Praktikum mit der Gasteinrichtung oder dem Unternehmen unterzeichnet.

Nahezu jedes dritte Praktikum (30 %) entspricht in Bezug auf Lerninhalt oder Arbeitsbedingungen nicht dem Standard. Fast 25 % der Befragten berichten, ihre Arbeitsbedingungen seien anders gewesen als die der regulär Beschäftigten, 20 % sind der Ansicht, im Praktikum nichts beruflich Nützliches gelernt zu haben.

Praktika im Ausland sind nach wie vor selten: nur rund 10 % werden in einem anderen Land absolviert.

Eine Analyse auf Basis der Eurobarometer-Umfrage ergab einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Qualität eines Praktikums und den späteren Beschäftigungsaussichten. Anders gesagt, jene, die ein minderwertiges Praktikum absolviert hatten, hatten deutlich schlechtere Chancen, danach einen Arbeitsplatz zu finden.

Hintergrund

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich Praktika zu einem wichtigen Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Menschen entwickelt. Aber auch wenn sie auf unseren Arbeitsmärkten zunehmend Standard sind, so werden doch mehr und mehr Bedenken hinsichtlich Lerninhalt und Arbeitsbedingungen laut. Wenn Praktika wirklich den Zugang zur Beschäftigung erleichtern sollen, müssen sie hochwertige Lerninhalte und angemessene Arbeitsbedingungen bieten und dürfen kein kostengünstiger Ersatz für reguläre Arbeitsplätze sein.

Die Eurobarometer-Umfrage wurde im Mai 2013 in allen EU-Mitgliedstaaten sowie Kroatien durchgeführt; dabei ging es darum, ausreichend Daten zu Qualitätsproblemen bei Praktika zu sammeln. Insgesamt wurden 12 921 Menschen in der Altersgruppe 18-35 zu ihrer persönlichen Praktikumserfahrung befragt.

Wie im Jugendbeschäftigungspaket vom Dezember 2012 (IP/12/1311, MEMO/12/938) angekündigt, wird die Kommission im Dezember 2013 einen Vorschlag für einen Qualitätsrahmen für Praktika vorlegen. Damit wird die Durchführung der Empfehlung des Rates zur Einführung einer Jugendgarantie unterstützt, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert werden sicherzustellen, dass „allen jungen Menschen unter 25 Jahren binnen vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder ein hochwertiger Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz angeboten wird“. Die Jugendgarantie ist eine der wichtigsten und dringendsten Strukturreformen, die die Mitgliedstaaten durchführen müssen, um Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Übergang von der Schule ins Erwerbsleben zu erleichtern (siehe MEMO/13/968 und MEMO/13/984).

Die Entwicklung eines Qualitätsrahmens für Praktika würde auch die Ausweitung von EURES auf Praktika unterstützen, wie vom Europäischen Rat auf seiner Tagung im Juni 2012 gefordert.

Die Kommission veröffentlichte im Juli 2012 eine Studie über Praktika in allen EU-Mitgliedstaaten. Darin wurde empfohlen, dass Praktika jungen Menschen bessere Garantien in Bezug auf Qualität und Zukunftsaussichten bieten und besser auf den Bedarf des Arbeitsmarktes reagieren sollten (siehe IP/12/731).

Weitere Informationen

Eurobarometer „The experience of traineeships in the EU

László Andors Website

László Andor auf Twitter

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu Beschäftigung, Soziales und Integration

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Cécile Dubois (+32 2 295 18 83)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website