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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 14. Februar 2013

Kommission plant Einrichtung einer Beobachtungsstelle für Bioökonomie

Die Europäische Kommission wird eine Beobachtungsstelle einrichten, die die Fortschritte der Bioökonomie in der Europäischen Union erfassen und die Auswirkungen ihrer Entwicklung messen soll. Dies gab die für Forschung, Innovation und Wissenschaft verantwortliche EU-Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn heute bekannt. Die Beobachtungsstelle soll Daten erheben, um die Entwicklung der Märkte zu verfolgen und die Bioökonomiepolitik auf Ebene der EU, der Mitgliedstaaten und der Regionen, die Forschungs- und Innovationskapazitäten sowie die Größenordnung der damit verbundenen öffentlichen und privaten Investitionen darzustellen. Die Beobachtungsstelle soll von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC), dem kommissionseigenen wissenschaftlichen Dienst, koordiniert werden.

EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn hierzu: „Vor nunmehr einem Jahr haben wir unsere Bioökonomiestrategie auf den Weg gebracht. Jetzt erleben wir, wie die Mitgliedstaaten die Chancen ergreifen, die der Übergang zu einer vom Erdöl unabhängigen Wirtschaft auf der Basis einer intelligenten Nutzung von Land- und Meeresressourcen bietet. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da es sich auf unsere Umwelt, unsere Ernährungs- und Energiesicherheit und auf die Wettbewerbsfähigkeit Europas positiv auswirken wird. Mit dieser Beobachtungsstelle wird ein Beitrag dazu geleistet, den Prozess in Gang zu halten.“

Bei der Beobachtungsstelle handelt es sich um ein dreijähriges Projekt, das im März 2013 beginnt und das Ziel verfolgt, die in seinem Rahmen erhobenen Daten 2014 über ein spezielles Internetportal öffentlich zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise soll die Stelle die regionalen und nationalen Bioökonomie-Strategien unterstützen, die derzeit von den EU-Mitgliedstaaten entwickelt werden.

Die Beobachtungsstelle soll nicht nur Daten über die Größe der Bioökonomie und ihrer einzelnen Sektoren bereitstellen, sondern auch eine Reihe von Kriterien zur Leistungsmessung verfolgen, darunter Wirtschafts- und Beschäftigungsindikatoren, Innovationsindikatoren und Indikatoren zur Messung der Produktivität, des sozialen Wohlergehens und der Umweltqualität. Sie hat ferner eine Technologie- und Politikbeobachtungsfunktion, um die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie sowie von Strategien im Zusammenhang mit der Bioökonomie zu verfolgen.

Bereits jetzt entfallen auf die Bioökonomie ein geschätztes Volumen von 2 Billionen EUR sowie 22 Millionen Arbeitsplätze. Die Kommission zieht eine neue öffentlich-private Partnerschaft für die Bioindustrie in Erwägung, um die Entwicklung der Branche zu beschleunigen. Mit einer Entscheidung wird im Juni 2013 gerechnet.

Die Ankündigung der EU-Kommissarin erfolgte auf einer Konferenz zur Bioökonomie in Dublin, die vom irischen Ratsvorsitz der Europäischen Union veranstaltet wurde.

Hintergrund

Der Begriff „Bioökonomie“ bezeichnet eine Wirtschaft, die auf der intelligenten Nutzung von biologischen erneuerbaren Land- und Meeresressourcen als Ausgangsstoffe für die Lebens- und Futtermittelherstellung, die Industrieproduktion und die Energieerzeugung beruht. Zudem deckt der Begriff auch Bioabfälle und auf biologische Ressourcen gestützte Verfahren in nachhaltigen Industrien ab.

Die EU-Bioökonomiestrategie vom 13. Februar 2012 beruht auf drei Hauptpfeilern:

1) Investitionen in Forschung, Innovationen und Kompetenzen in der Bioökonomie. Dazu sollen EU-Mittel, nationale Mittel und private Investitionen mobilisiert und Synergien mit anderen politischen Initiativen gefördert werden.

2) Entwicklung der Märkte und der Wettbewerbsfähigkeit in Bioökonomiesektoren durch nachhaltige Intensivierung der Primärerzeugung, der Umwandlung von Abfallströmen in werthaltige Produkte sowie durch Mechanismen des Voneinanderlernens, um eine höhere Produktions- und Ressourceneffizienz zu erzielen. Lebensmittelabfälle beispielsweise kosten die europäischen Steuerzahler zwischen 55 und 90 EUR pro Tonne und verursachen 170 Mio. Tonnen CO2-Emissionen. Diese Abfälle könnten für die Bioenergieerzeugung oder andere auf biologischen Ressourcen basierende Produkte genutzt werden und somit auch zu Wachstum und Beschäftigung beitragen.

3) Verstärkte politische Koordinierung und Beteiligung der einzelnen Akteure durch Einrichtung eines Bioökonomie-Panels, einer Beobachtungsstelle für Bioökonomie und regelmäßige Konferenzen der beteiligten Akteure.

Die Strategie soll Synergien und Komplementaritäten mit anderen Politikbereichen, Instrumenten und Finanzierungsquellen schaffen, die sich an denselben Ziele ausrichten, wie dem Kohäsionsfonds, der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), der Integrierten Meerespolitik (IMP) sowie der Umwelt-, Industrie-, Beschäftigungs-, Energie- und Gesundheitspolitik.

Die Strategie gehört zu den operativen Vorschlägen im Rahmen der Innovationsunion und der Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“ der Strategie Europa 2020. Der Notwendigkeit, die Bioökonomie-Forschung und –Innovation verstärkt öffentlich zu fördern, wird auch im künftigen Forschungsprogramm der Kommission „Horizont 2020“ Rechnung getragen: Das Programm sieht 4,7 Mrd. EUR für den Bereich „Ernährungssicherheit, nachhaltige Landwirtschaft, marine und maritime Forschung und Biowirtschaft“ sowie ergänzende Mittel in anderen Bereichen vor.

Weitere Informationen: siehe IP/12/124

„Horizont 2020”: www.ec.europa.eu/research/horizon2020

Innovationsunion: http://ec.europa.eu/innovation-union

Ressourcenschonendes Europa:

http://ec.europa.eu/resource-efficient-europe/index_de.htm

Europa 2020: http://ec.europa.eu/europe2020/index_de.htm

Gemeinsame Forschungsstelle (JRC): http://ec.europa.eu/dgs/jrc/index.cfm

Kontakt:

Michael Jennings (+32 2 296 33 88)

Monika Wcislo (+32 2 295 56 04)


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