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Eine Billion Euro für die Zukunft Europas – der Haushaltsrahmen der EU für 2014–2020

European Commission - IP/13/1096   19/11/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. November 2013

Eine Billion Euro für die Zukunft Europas – der Haushaltsrahmen der EU für 2014–2020

Heute hat das Europäische Parlament für den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU für den Zeitraum von 2014 bis 2020 gestimmt und damit den Weg für die endgültige Verabschiedung durch den Rat in den kommenden Wochen geebnet. Die intensiven Verhandlungen, die seit der Vorlage der Kommissionsvorschläge am 29. Juni 2011 geführt wurden, konnten damit nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden.

José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission, begrüßte die heutige Abstimmung: „Heute ist ein großer Tag für Europa. Das Europäische Parlament hat den EU-Haushalt für den Zeitraum von 2014 bis 2020 endgültig abgesegnet und damit lange Verhandlungen erfolgreich zu Ende gebracht. Der Rat kann nun in Kürze dieses Ergebnis bestätigen. Die Europäische Union wird von 2014 bis 2020 fast 1 Billion Euro in Wachstum und Beschäftigung investieren. Im Vergleich zum Volksvermögen in den Mitgliedstaaten fällt der EU-Haushalt bescheiden aus. Der Haushalt eines einzigen Jahres umfasst jedoch mehr Mittel als seinerzeit der gesamte Marshall-Plan. Mit unserem modernen, zukunftsorientierten Haushalt können wir wirklich etwas für die Bürgerinnen und Bürger bewegen! Er kann zu einer starken und nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung in der gesamten Europäischen Union beitragen. Mit den bereitgestellten Mitteln werden wir Wege aus der Krise finden, unter der Armutsgrenze Lebende oder Arbeitssuchende finanziell unterstützen, für kleine Unternehmen Investitionsmöglichkeiten erschließen und Kommunen, Landwirte, Forscher und Studierende fördern. Dieses Modell kommt jeder Familie in Europa zugute. Und Europa ist Teil der Lösung!“

Videobotschaft von Präsident Barroso: http://bit.ly/I2nKPH

Janusz Lewandowski, Kommissar für Finanzplanung und Haushalt, ergänzte: „Wir haben es endlich geschafft! Nach der heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament besteht Planungssicherheit bei den Fördermitteln. Davon werden etwa 20 Millionen kleine und mittlere Unternehmen in der EU, Millionen der ärmsten Menschen in der Welt, etwa 100 000 Städte und Regionen sowie tausende Labore und Universitäten profitieren: Die EU hat ihre Hausaufgaben gemacht! In den nächsten sieben Jahren werden Mittel der EU in wirtschaftliches Wachstum, Forschung, Bildung und die Unterstützung junger Arbeitsloser und in humanitäre Hilfe investiert. Europa legt sich ins Zeug, Europa funktioniert! Wenige Monate vor den nächsten Europawahlen kann ich mir keine bessere Botschaft der EU an ihre Bürgerinnen und Bürger vorstellen.“

Um wieviel Geld geht es und wofür wird es ausgegeben?

Der mehrjährige EU-Finanzrahmen für den Zeitraum von 2014 bis 2020 ermöglicht es der Europäischen Union, Investitionen in Höhe von bis zu 960 Mrd. EUR (1,00 % des BNE der EU) an Mitteln für Verpflichtungen und 908,4 Mrd. EUR (0,95 % des BNE der EU) an Mitteln für Zahlungen zu tätigen. Für Instrumente für unvorhergesehene Umstände (z. B. die Reserve für Soforthilfen, den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung, den Solidaritätsfonds und das Flexibilitätsinstrument) sowie für den Europäischen Entwicklungsfonds gelten die Obergrenzen des MFR nicht. Durch diese Instrumente können zusätzliche Mittel in Höhe von insgesamt 36,8 Mrd. EUR (oder 0,04 % des BNE der EU) bereitgestellt werden. Im EU-Haushaltsrahmen für den Zeitraum 2014–2020 sind die Ausgabenprioritäten festgelegt, die im Einklang mit der EU-Wachstumsstrategie Europa 2020 auf die Förderung von nachhaltigem Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet sind. Gegenüber dem derzeitigen Finanzrahmen wurde beispielsweise die Teilrubrik 1a (Wettbewerbsfähigkeit im Dienste von Wachstum und Beschäftigung) von 91,5 Mrd. EUR (d. h. 9,2 % der Gesamthaushaltsmittel) auf 125,6 Mrd. EUR (13,1 % der Gesamthaushaltsmittel) erhöht.1

Zwölf herausragende Bereiche

Bei dem künftigen Haushalt handelt es sich um einen modernen Haushalt für die Europäische Union des 21. Jahrhunderts. Im Folgenden wird anhand zwölf herausragender Beispiele aufgezeigt, dass wichtige Innovationen eingeführt wurden und der Haushalt eindeutig einen Mehrwert für Europa darstellt.

  • Arbeitssuchende können mit Unterstützung aus dem künftigen EU-Haushalt rechnen. Durch die Mittel, die über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitgestellt werden, wird ein großer Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen geleistet. Mindestens 70 Mrd. EUR (d. h. etwa 10 Mrd. EUR pro Jahr) stehen hierfür im Rahmen des ESF zur Verfügung und ergänzen die nationalen Maßnahmen in diesem Bereich. Durch die neue, mit Mitteln in Höhe von mindestens 6 Mrd. EUR ausgestattete Beschäftigungsinitiative für Jugendliche, die mit dem ESF verknüpft ist, soll die Umsetzung der Jugendgarantie 2014 und 2015 unterstützt werden. Insgesamt werden durch die Reform der Kohäsionspolitik bis zu 366,8 Mrd. EUR2 für Investitionen in die Regionen, die Städte und die Realwirtschaft Europas bereitgestellt. Sie wird zum zentralen Investitionsinstrument der EU zur Verwirklichung der Europa-2020-Ziele, nämlich Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen, Bekämpfung des Klimawandels und der Energieabhängigkeit sowie Verringerung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Dafür wird der Europäische Fonds für regionale Entwicklung gezielt auf Schlüsselprioritäten wie die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet, und die Fördermittel von 70 Mrd. EUR sollen innerhalb von sieben Jahren auf 140 Mrd. EUR verdoppelt werden. Bei allen Struktur- und Investitionsfonds der EU, die Anreize für förderwürdige Projekte schaffen, rückt die Ergebnisorientierung stärker in den Mittelpunkt, ferner wird eine neue leistungsgebundene Reserve eingerichtet. Wie effizient die Kohäsionspolitik, die Entwicklung des ländlichen Raums und der Fischereifonds sein werden, hängt letztlich auch von der wirtschaftspolitischen Steuerung ab, mit der die Mitgliedstaaten dazu ermutigt werden sollen, die Empfehlungen der EU im Rahmen des Europäischen Semesters umzusetzen.

  • Mehr junge Menschen als jemals zuvor können dank der Fördermittel aus dem neuen EU-Programm Erasmus+ einen Auslandsaufenthalt ins Auge fassen. Darin sind zur Förderung von Qualifikationen und Beschäftigungsfähigkeit Mittel von nahezu 15 Mrd. EUR3 vorgesehen (d. h. real 40 % mehr als bisher). Aus dem Programm werden mehr als 4 Millionen Menschen Zuschüsse erhalten, um im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben zu können, darunter 2 Millionen Studierende, 650 000 Berufsschüler und Auszubildende sowie mehr als 500 000 junge Menschen, die an einem Jugendaustausch teilnehmen oder einen Freiwilligendienst im Ausland leisten. Bis zu 200 000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang im Ausland absolvieren möchten, für den es häufig keine nationalen Stipendien oder Darlehen gibt, werden vom neuen Garantie-Instrument für Studiendarlehen profitieren, das vom Europäischen Investitionsfonds verwaltet wird. Ferner werden 600 Partnerschaften im Bereich Sport, darunter europäische Sportveranstaltungen ohne Erwerbszweck, unterstützt. Zwei Drittel der Gelder sind für Bildungsmöglichkeiten im Ausland für Einzelpersonen vorgesehen (sowohl innerhalb der EU als auch darüber hinaus). Die übrigen Mittel werden zum einen für Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen eingesetzt, zum anderen für Reformen zur Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie für Innovation, Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit.

  • Kultur, Kino, Fernsehen, Musik, Literatur, darstellende Kunst und kulturelles Erbe in Europa sowie verwandte Bereiche profitieren von der verstärkten Förderung im Rahmen des neuen Programms „Kreatives Europa“. Mit nahezu 1,5 Mrd. EUR4 (real 9 % mehr als derzeit) soll das Programm in den nächsten sieben Jahren der Kultur- und Kreativbranche, die eine wichtige Quelle für Beschäftigung und Wachstum darstellt, Auftrieb geben. Die Kulturhauptstädte Europas, das europäische Kulturerbe-Siegel, die Europäischen Tage des Denkmals und die fünf europäischen Preise (Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preis, der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, Literaturpreis der Europäischen Union, European Border Breakers Awards, MEDIA-Preis) werden ebenfalls mit Mitteln aus dem Programm „Kreatives Europa“ gefördert.

  • Die von der EU finanzierten Forschungs- und Innovationsvorhaben werden stärker als bisher zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in Europa und zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen. Das neue Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 ist mit fast 80 Mrd. EUR dotiert5. Gegenüber dem aktuellen Finanzrahmen werden die Mittel somit real um ca. 30 % erhöht! Horizont 2020 ist eindeutig eines der zentralen Instrumente, mit dem die EU ihre Initiative für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa umsetzen möchte. Für die Forschung und die Wirtschaft in allen Mitgliedstaaten wurden die EU-Förderungen deutlich aufgestockt und leichter zugänglich gemacht. Von dieser Initiative werden starke Impulse für die Spitzenforschung in Europa ausgehen, wozu auch der Europäische Forschungsrat seinen Beitrag leisten wird. Ferner soll die führende Rolle der Industrie im Bereich der Innovation ausgebaut werden. Hierzu sind Investitionen in Schlüsseltechnologien vorgesehen sowie bessere Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für KMU. Ferner soll die Initiative die großen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft bewältigen helfen, zu denen neben dem Klimawandel und der Entwicklung nachhaltiger Verkehrs- und Mobilitätsstrukturen auch günstigere Preise für erneuerbare Energien, die Lebensmittelsicherheit und die Sicherheit im Allgemeinen oder die Problematik der immer älter werdenden Bevölkerung gehören. Insbesondere wird Horizont 2020 auch die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen helfen, indem beispielsweise innovative Unternehmen dabei unterstützt werden, aus ihren bahnbrechenden Technologien Produkte mit echten Marktchancen zu entwickeln. Die internationale Zusammenarbeit hat im Rahmen von Horizont 2020 einen hohen Stellenwert. Für die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen werden im Zeitraum 2014–2020 über 6 Mio. EUR 6 und damit 30 % mehr als bisher aufgewendet. Mit diesen Geldern wird die EU mehr als 65 000 Forscherinnen und Forscher unterstützen können. Für das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) werden 2,7 Mrd. EUR im Zeitraum 2014–20207 bereitgestellt, um Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser zu vernetzen sowie Unternehmensgründungen und spezialisierte nachakademische Ausbildungsmöglichkeiten zu fördern.

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft. Rund 99 % aller europäischen Unternehmen sind KMU, zwei von drei Beschäftigten in der Privatwirtschaft arbeiten in einem KMU. Aus dem neuen Programm COSME werden voraussichtlich 2,3 Mrd. EUR8 zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der KMU und zur Ankurbelung von Wachstum und Beschäftigung in Europa bereitgestellt. Bei COSME handelt es sich um das erste, auf die Bedürfnisse der KMU zugeschnittene EU-Programm, das EU- und Nicht-EU-Märkte für KMU erschließt und ihnen durch Bürgschaften und Risikokapital den Zugang zu Finanzmitteln erleichtert.

  • Wachstum und Beschäftigung in Europa hängen ganz entscheidend von den Investitionen in die Infrastruktur ab. Allzu häufig werden die Bürger und die Unternehmen in ihrer Tätigkeit behindert, weil die europaweiten Verkehrs-, Energie- und IKT-Infrastrukturnetze nicht voll ausgebaut oder ineffizient sind bzw. erst gar nicht existieren. Die mit 33,3 Mrd. EUR (davon 26,3 Mrd. EUR für das Verkehrswesen9, 5,9 Mrd. EUR für die Energieversorgung und 1,1 Mrd. EUR für den Bereich IKT)10 dotierte neue Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) ist künftig das wichtigste Instrument für strategische Infrastrukturinvestitionen auf europäischer Ebene. Die Mittel werden in den Bau von Straßen, Bahnlinien, Strom- und Gasleitungen fließen und den Infrastrukturen und Diensten für den digitalen Binnenmarkt zugute kommen. Durch diese maßgebliche finanzielle Unterstützung kann die Schließung der Lücken der europäischen Infrastrukturnetze in Angriff genommen werden, die ansonsten unterbleiben würde. Bessere Verbindungen und Anschlüsse tragen dazu bei, dass sich neue Geschäftsmöglichkeiten auftun, die Energiesicherheit steigt und das Arbeiten und Reisen leichter wird. Die Bürger und Unternehmen gleichermaßen werden in allen Mitgliedstaaten davon profitieren. Im Bereich der Verkehrspolitik ermöglicht die Fazilität „Connecting Europe“ die Umsetzung der neuen, seit langem erwarteten Infrastrukturmaßnahmen: Neun große Korridore bilden künftig die Hauptrouten für den Verkehr im europäischen Binnenmarkt und werden die Ost-West-Verbindungen tiefgreifend verändern. Auf dem Gebiet der Energieinfrastruktur spielt die Fazilität „Connecting Europe“ eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die wichtigsten Ziele der Energiepolitik, nämlich für alle Verbraucher erschwingliche Preise, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit, zu verwirklichen. Das Investitionsklima für derartige Projekte wird sich dank der CEF und der Lösungen für beschleunigte Genehmigungsverfahren und Regulierungsanreize, die durch die neue Verordnung zu den TEN-E-Leitlinien eingeführt werden, enorm verbessern. Bei der CEF handelt es sich auch um das allererste Programm, bei dem auf EU-Ebene durchgeführte Investitionen in Breitbandnetze und digitale Dienstinfrastrukturen einen Beitrag zur Verwirklichung des digitalen Binnenmarkts leisten sollen.

  • Da öffentliche Mittel knapp sind, müssen zunehmend alternative Finanzierungsquellen erschlossen werden, so dass für den EU-Haushalt eine stärkere Hebelwirkung als bei der einfachen Zuschussfinanzierung erzielt wird. Genau dieses Ziel wird mit Finanzierungsinstrumenten wie Darlehen, Bürgerschaften, Eigenkapital- und sonstigen Risikoteilungsinstrumenten angestrebt, auf die im Rahmen des Haushalts 2014–2020 vermehrt zurückgegriffen werden kann. Diese Instrumente werden in Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB), dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) und den nationalen Förderbanken eingesetzt. Damit soll in konkreten Fällen Abhilfe geschaffen werden, in denen der Markt versagt hat, etwa bei der Finanzierung von KMU und von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie in den Bereichen Energieeffizienz und zentrale Infrastruktur. Durch die neue KMU-Initiative der Kommission wird zum Beispiel die Vergabe von Bankkrediten an KMU in den von der Finanzkrise besonders betroffenen Mitgliedstaaten durch Teilbürgschaften und Verbriefungsinstrumente gefördert. Ein weiteres innovatives Instrument, die Projektanleiheninitiative, steht als alternative Nichtbankenfinanzierung für bedeutende Infrastrukturprojekte (Bahnlinien, Autobahnen und Energieversorgungsnetze usw.) zur Verfügung. Es macht diese Projekte somit für institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften zugänglich, die stabile, langfristige Cashflows anstreben, und stellt eine alternative Finanzierungsmöglichkeit neben den traditionellen Bankdarlehen dar. Auf Finanzierungsinstrumente wird im Rahmen der Programme COSME (KMU-Finanzierung), Horizont 2020 (Forschung und Innovation) und Erasmus+ (neues Garantie-Instrument für Studiendarlehen, siehe oben unter 2.) sowie der Fazilität „Connecting Europe“ (Infrastruktur) zurückgegriffen.

  • Mit dem EU-Haushalt 2014–2020 kommen wir dem Ziel, Europa zu einer umweltfreundlichen und wettbewerbsfähigen emissionsarmen Wirtschaft zu machen, ein gutes Stück näher. Mindestens 20 % der Haushaltsmittel werden für klimarelevante Projekte und Maßnahmen ausgegeben. Damit wird der Anteil von derzeit 6 bis 8 % verdreifacht, so dass 180 Mrd. EUR für den Klimaschutz in allen maßgeblichen Ausgabebereichen wie Strukturfonds, Forschung, Landwirtschaft, Meerespolitik und Fischerei sowie Entwicklung zur Verfügung stehen könnten.

  • Mit der reformierten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist die EU für die Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit, wie Ernährungssicherheit, Klimawandel, nachhaltiges Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, gerüstet. Sie entspricht damit auch besser den Erwartungen der Menschen: Direktzahlungen sind gerechter und kommen der Umwelt stärker zugute. Die Stellung der Landwirte in der Kette der Lebensmittelproduzenten wird verbessert, die neue Agrarpolitik wird gezielter, effizienter und transparenter eingesetzt werden. Die GAP steht im Dienste einer marktorientierten Landwirtschaft (in der es etwa künftig keine Ausfuhrsubventionen mehr gibt, die ja in den vergangenen Jahren ausgelaufen sind). Auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse entfällt mit immerhin 7 % im Jahr 2011 und einem Volumen von über 100 Mrd. EUR ein höherer Anteil an den Exporten der EU als auf Pkw oder Arzneimittel. Die GAP ist daher ein wichtiger Beschäftigungsfaktor und ein echter Motor für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. 50 Jahre lang war sie eine wahrlich europäische Politik von strategischer Bedeutung. Da es sich bei der GAP um eine echte Gemeinschaftspolitik handelt, stammen heute über 70 % der Agrarmittel nicht mehr aus den Kassen der Mitgliedstaaten oder Regionen, sondern von der EU. Der Anteil der GAP am MFR 2014–2020 lässt sich wie folgt aufschlüsseln: 312,7 Mrd. EUR (29 %) sind für sogenannte marktbezogene Ausgaben und Direktbeihilfen (Säule 1) vorgesehen, 95,6 Mrd. EUR (9 %) für die Entwicklung des ländlichen Raums (Säule 2).11 Im Jahr 1984 wurden für die gesamte GAP noch etwa 70 % des gesamten EU-Haushalts aufgewendet.

  • Für Förderungen werden wesentlich einfachere Regeln gelten, die somit für die Begünstigten leichter verständlich sind und nicht so häufig zu Fehlern führen werden. Insgesamt können etwa 120 Vereinfachungsmaßnahmen eingeführt werden. So wird etwa in den Bereichen der Kohäsionspolitik, der Entwicklung des ländlichen Raums und des Fischereifonds die Investitionstätigkeit der EU durch einheitliche Bestimmungen vereinfacht, die künftig für all diese europäischen Struktur- und Investitionsfonds gelten. Dazu tragen auch einfachere Rechnungslegungsvorschriften bei, ferner konkreter formulierte Berichtspflichten und ein vermehrter Einsatz digitaler Technologien (Stichwort „E-Kohäsion“). Das neue Konzept für das Programm COSME ist zur Gänze „bürokratiefrei“, und die elektronische Übermittlung von Angeboten und Berichten wird forciert. Bei Horizont 2020 werden durch einheitliche Vorschriften für die gesamte Forschungs- und Innovationsfinanzierung, die zuvor über mehrere Programme lief, erhebliche Vereinfachungen erzielt.

  • Ein offenes und sichereres Europa ist ein wichtiges Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger. Mit dem künftigen Haushalt wird ein Beitrag dazu geleistet, dass sich EU-Tätigkeiten, die Impulse für wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und Wachstum geben, in einem stabilen, rechtsstaatlichen und sicheren Umfeld entfalten können. So können unsere Bürgerinnen und Bürger unbeschwert in andere Mitgliedstaaten reisen, dort ihren Wohnsitz nehmen, studieren oder geschäftstätig werden. Die Mittel des künftigen Haushalts sollen für die Unterstützung der zivil- und strafrechtlichen Zusammenarbeit, die Verbesserung der Wahrnehmung der EU-Bürgerrechte und die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern verwendet werden. Außerdem sollen Finanzmittel für grenzüberschreitende Angelegenheiten wie Asyl, Migration, Grenzkontrollen und Visumerteilung sowie die Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus bereitgestellt werden. Der Notfallmechanismus soll die EU in die Lage versetzen, schneller und wirksamer auf Krisen zu reagieren, die Sicherheits- oder Migrationsfrage betreffen. Die vorgesehenen Beträge für die Staatsbürgerschaftsangelegenheiten, Asyl, Migration, Gesundheit, Verbraucherschutz und Sicherheit im Rahmen der sogenannten Rubrik 3 werden um 26,5 % im Vergleich zum vorhergehenden Zeitraum erhöht.

  • Als verantwortungsvoller globaler Akteur wird sich die EU auch künftig für die Länder in der übrigen Welt einsetzen. Die Beziehungen mit unseren unmittelbaren Nachbarn im Osten und Süden sowie mit unseren strategischen Partnern haben nach wie vor höchste Priorität. Mit der zunehmenden gegenseitigen Abhängigkeit auf globaler Ebene müssen wir für unser Streben nach Sicherheit und Wohlstand jenseits unserer Grenzen werben. Mit dem neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) soll als übergeordnetes Ziel im Bereich des auswärtigen Handelns sichergestellt werden, dass sich die EU als starker Partner weiterhin wirksam für Demokratie, Frieden, Solidarität, Stabilität, Armutsbekämpfung und Wohlstand in den unmittelbar an die EU angrenzenden Ländern und auch in weiter entfernten Weltregionen einsetzt. Die EU wird sich auch in Zukunft für die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele stark machen. Die Mittel der EU sollen noch besser für die Unterstützung der Ärmsten in der Welt eingesetzt werden, indem die Hilfe auf weniger Länder (etwa in Subsahara-Afrika) und weniger Bereiche (z. B. nachhaltiges und integratives Wachstum und gute Regierungsführung) konzentriert wird. Die EU wird auch ihre Bemühungen zur Krisenpräventionen im Dienste des Friedens und der internationalen Sicherheit fortsetzen. Sie wird ihre Außenhilfeinstrumente nutzen, um Drittländern verstärkt bei der Bewältigung von Problemen globaler Tragweite (Klimawandel, Umweltschutz und instabile regionale Verhältnisse) beizustehen sowie rasch und effizient auf Naturkatastrophen und vom Menschen verursachte Katastrophen in aller Welt reagieren zu können.

Weitere Informationen:

MEMO mit häufigen Fragen (FAQs), Zahlen, Tabellen und Grafiken zum MFR 2014-2020

Webseite über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2014–2020

und die einzelnen EU-Förderprogramme

Näheres zu den Zahlen für die einzelnen Programme (aktuelle Preise und Preise von 2011)

Näheres über die nationalen Mittelzuweisungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und Kohäsionspolitik

MEMO/13/1006 mit vollständigem Text der Videobotschaft von Präsident Barroso

MEMO/13/79 über den MFR

Contacts :

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Jens Mester (+32 2 296 39 73)

Patrizio Fiorilli (+32 2 295 81 32)

Wojtek Talko (+32 2 297 85 51)

1 :

Preise von 2011. In dieser Pressemitteilung werden die Gesamtbeträge des MFR zu Preisen von 2011 ausgedrückt, wohingegen die Beträge für jedes Förderprogramm und -instrument inflationsbereinigt zu aktuellen Preisen angegeben werden. Bei den MFR-Verhandlungen wurde analog vorgegangen. Eine Übersicht mit den Entsprechungen kann hier eingesehen werden: http://bit.ly/HWyZbJ

2 :

Aktuelle Preise. 325 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

3 :

Aktuelle Preise. 13 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

4 :

Aktuelle Preise. 1,3 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

5 :

Aktuelle Preise. 70 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

6 :

Aktuelle Preise. 5,45 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

7 :

Aktuelle Preise. 2,4 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

8 :

Aktuelle Preise. 2 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

9 :

15 Mrd. EUR stammen aus der Teilrubrik 1a und 11,3 Mrd. EUR sind für die CEF im Rahmen des Kohäsionsfonds unter Teilrubrik 1b (zu aktuellen Preisen) vorgesehen.

10 :

Aktuelle Preise. 29 Mrd. EUR zu Preisen von 2011.

11 :

Aktuelle Preise. 277,85 Mrd. EUR zu Preisen von 2011 (Säule 1) und 84,9 Mrd. EUR (Säule 2).


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