Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 15. November 2013

Europäischer Tag der Sensibilisierung für Antibiotikaresistenz 2013: EU verstärkt Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien

Einer heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Untersuchung1 zufolge ist der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin seit 2009 rückläufig, und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dafür, dass Viren durch Antibiotika nicht abgetötet werden, hat zugenommen. Relativiert wird dieses positive Bild allerdings durch Daten, die das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zeitgleich freigegeben hat; diese belegen für Europa eine deutliche Zunahme multiresistenter gram-negativer Bakterien, die gegenüber Carbapenemen resistent sind – hierbei handelt es sich um Antibiotika, die bei therapieassoziierten Infektionen als letztes Mittel eingesetzt werden. Die Kommission verstärkt daher ihren Kampf gegen die Antibiotikaresistenz, indem sie 15 neue Forschungsprojekte finanziert (MEMO/13/996) und harmonisierte Vorschriften für die Erhebung von Daten zur Antibiotikaresistenz von Tieren und Lebensmitteln erlässt (MEMO/13/994).

Der EU-Kommissar für Gesundheit, Tonio Borg, erklärte: „Ich bin sehr besorgt darüber, dass Antibiotika, die es uns möglich gemacht haben, vormals tödlich verlaufende bakterielle Infektionen zu behandeln und zahlreiche Menschenleben zu retten, zunehmend an Wirksamkeit verlieren. Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, wie ernst die Kommission das Problem der Antibiotikaresistenz nimmt. Die Kommission verfolgt weiterhin konsequent und in koordinierter Weise ihren Aktionsplan zur Abwehr der Antibiotikaresistenz bei Mensch und Tier.“

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung und Innovation: „Forschung und Innovation spielen eine entscheidende Rolle, wenn wir dem Kampf gegen die Antibiotikaresistenz eine Wendung geben wollen. Diese neuen Projekte werden die bereits laufenden Arbeiten zur Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten unterstützen. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass so viele Kleinunternehmen als Projektpartner beteiligt sind – etwas, das ich mir für das neue EU-Forschungsprogramm „Horizont 2020“ insgesamt wünsche.“

Aktionsplan: Aktueller Stand

Der im November 2011 vorgelegte Aktionsplan der Kommission2 zur Abwehr einer zunehmenden Antibiotikaresistenz betrifft sieben Hauptbereiche, in denen Maßnahmen am dringendsten erforderlich sind: 1) Sicherstellen, dass Antibiotika sowohl beim Menschen als auch beim Tier angemessen eingesetzt werden; 2) Prävention mikrobieller Infektionen und ihrer Ausbreitung; 3) Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika oder Behandlungsalternativen; 4) Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Eindämmung der Risiken der Antibiotikaresistenz; 5) Verbesserung von Monitoring und Überwachung in der Human- und der Veterinärmedizin; 6) Forschung und Innovation sowie 7) Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und Schulung. Nach den ersten zwei Jahren des Fünfjahresplans wurden in den meisten Bereichen wesentliche Fortschritte erzielt; zu nennen sind hier insbesondere:

Forschung und Innovation: Die EU hat etwa 800 Mio. EUR in die Forschung zur Antibiotikaresistenz investiert, unter anderem im Rahmen der Initiative Innovative Arzneimittel (IMI). Heute kündigt die Kommission den Start von 15 neuen Forschungsprojekten an, für die insgesamt 91 Mio. EUR an EU-Mitteln bereitgestellt werden. Diese Projekte, an denen ungefähr 44 kleine und mittlere Unternehmen sowie Universitäten und andere Forschungsorganisationen beteiligt sind, dienen der Entwicklung von neuen Antibiotika oder von Alternativen, wie zum Beispiel Phagen und Impfstoffen. Darüber hinaus zielen die Projekte darauf ab, die Antibiotikaresistenz innerhalb der Lebensmittelkette zu untersuchen und Nanotechnologien zu erforschen, mit deren Hilfe antimikrobiell wirkende Arzneimittel entwickelt werden könnten.

Verbesserung von Monitoring und Überwachung: Es wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Systeme zur Überwachung des Antibiotikaverbrauchs und der Antibiotikaresistenz im Veterinärbereich zu stärken und zu konsolidieren. Ein diese Woche veröffentlichter Beschluss der Kommission enthält Vorschriften für die harmonisierte Erhebung von Daten zur Antibiotikaresistenz von Tieren und Lebensmitteln. Dies ist wichtig für die Vergleichbarkeit der Daten der einzelnen Mitgliedstaaten – sowohl im Bereich der Human- als auch der Tiermedizin – und für die Bewertung der durchgeführten Maßnahmen.

Angemessener Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier: Einige im Rahmen des Gesundheitsprogramms finanzierte Projekte befassen sich beispielsweise mit dem Antibiotikamissbrauch in der Humanmedizin, der Sensibilisierung der Interessenträger – Ärzte, Landwirte, Pharmaindustrie und Patienten – und dem rezeptfreien Verkauf von Antibiotika. Des Weiteren überarbeitet die Kommission derzeit abschließend die für Tierarzneimittel und Fütterungsarzneimittel geltenden Rechtsinstrumente, bei denen das Augenmerk auch auf der Antibiotikaresistenz in diesen Bereichen liegt.

Prävention mikrobieller Infektionen und ihrer Ausbreitung: Im Mai dieses Jahres hat die Kommission einen Vorschlag für einen einzigen, umfassenden Rechtsakt im Bereich Tiergesundheit angenommen, der den Schwerpunkt auf die Verhütung von Krankheiten legt, wodurch die Notwendigkeit des Einsatzes von Antibiotika verringert würde. Im Bereich Humanmedizin unterstützen laufende, im Rahmen des Gesundheitsprogramms kofinanzierte Projekte und Maßnahmen die Umsetzung der Empfehlung des Rates zur Patientensicherheit, einschließlich der Prävention und Eindämmung therapieassoziierter Infektionen.

Weitere Informationen über die Durchführung des Aktionsplans zur Abwehr der Antibiotikaresistenz finden sich unter Roadmap

Hintergrund

Antimikrobielle Mittel umfassen Antibiotika, bei denen es sich um wichtige Arzneimittel in der Human- und der Tiermedizin handelt, die aber auch als Desinfektionsmittel, Antiseptika oder sonstige Hygieneprodukte verwendet werden können. Sie haben das Risiko von Infektionskrankheiten erheblich gesenkt. Antibiotika sind in der Medizin unverzichtbar und werden unter anderem auch bei Transplantationen und Chemotherapien eingesetzt.

Im Lauf der Jahre haben Bakterien jedoch eine Resistenz gegenüber Antibiotika entwickelt. Diese Resistenz manifestiert sich durch im Krankenhaus erworbene Infektionen, Infektionen der unteren Atemwege, Hirnhautentzündungen, Durchfallerkrankungen und sexuell übertragbare Infektionen. Resistente Bakterien können über die Lebensmittelkette oder durch direkten Kontakt vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Seit den 1990er Jahren, als die Antibiotikaresistenz als ernste Bedrohung der öffentlichen Gesundheit erkannt wurde, hat die Kommission bereichsübergreifend – nämlich in den Bereichen Human- und Tiermedizin, Lebens- und Futtermittel sowie wissenschaftliche Forschung – verschiedene Initiativen und Maßnahmen angestoßen. Der Aktionsplan von 2011 stellt die jüngste einer Reihe von Maßnahmen dar, die von der Kommission zur Abwehr der Antibiotikaresistenz ergriffen wurden.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/health/antimicrobial_resistance/policy/index_de.htm

http://ec.europa.eu/food/food/biosafety/antimicrobial_resistance/index_en.htm

http://ec.europa.eu/research/health/infectious-diseases/antimicrobial-drug-resistance/index_en.html

http://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/amr.htm

http://www.ecdc.europa.eu/en/healthtopics/antimicrobial_resistance/Pages/index.aspx

Website von Kommissar Borg:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/borg/index_en.htm

Website von Kommissarin Geoghegan-Quinn:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/geoghegan-quinn/index_en.htm

Twitter: @EU_Health

Kontakt:

Aikaterini Apostola (+32 229-87624)

Frédéric Vincent (+32 229-87166)

1 :

Eurobarometer-Sonderumfrage zum Thema Antibiotikaresistenz: http://ec.europa.eu/public_opinion/whatsnew2013_en.htm

2 :

Mitteilung der Kommission „Aktionsplan zur Abwehr der steigenden Gefahr der Antibiotikaresistenz“ (COM(2011) 748) http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/docs/communication_amr_2011_748_de.pdf


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site