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Wirtschaft, Bürger und Umwelt profitieren vom freien Zugang zu EU-Satellitendaten

European Commission - IP/13/1067   13/11/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 13. November 2013

Wirtschaft, Bürger und Umwelt profitieren vom freien Zugang zu EU-Satellitendaten

Die Europäische Kommission gewährt kostenfreien, unbeschränkten und offenen Zugang zu einer Fülle wichtiger Umweltdaten, die mit Hilfe von Europas Erdbeobachtungssystem Copernicus erfasst werden. Mit dem neuen System der offenen Datenverbreitung, das ab nächstem Monat angewandt wird, wird die Kernaufgabe der Umweltbeobachtung unterstützt. Außerdem hilft es europäischen Unternehmen dabei, neue Arbeitsplätze zu schaffen und neue Geschäftschancen zu erschließen. Zu den Branchen, die durch Copernicus eine neue Dynamik erhalten dürften, gehören die Dienste für die Erstellung und Verbreitung von Umweltdaten sowie die Raumfahrtindustrie. Eine Reihe weiterer Wirtschaftszweige wird von der genauen Erdbeobachtung profitieren, z. B. Verkehr, Öl und Gas, Versicherungen sowie die Landwirtschaft. Studien haben ergeben, dass Copernicus – das aus sechs speziellen Satellitenmissionen besteht, den Sentinels, die von 2014 bis 2021 gestartet werden sollen – bis 2030 einen finanziellen Nutzen in Höhe von etwa 30 Mrd. EUR und 50 000 neue Arbeitsplätze bringen könnte. Ferner wird das neue System der offenen Datenverbreitung Bürgern, der Wirtschaft, Forschern und politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, bei all ihren Handlungen und Entscheidungsprozessen Belange der Umwelt zu berücksichtigen.

Antonio Tajani, für Industrie und Unternehmertum zuständiger Vizepräsident der Europäischen Kommission, erklärte dazu: „Diese Strategie für offene Daten ist unverzichtbar, wenn wir das volle Potenzial des Copernicus-Programms nutzen und die Erdbeobachtungsmärkte entwickeln wollen. Die Copernicus-Dienste werden eine Kette aus Akteuren der Informationsaufbereitung und Endnutzern kontinuierlich mit Informationen versorgen. Die Copernicus-Wirtschaft wird wachsen, indem sie Investitionen in den Markt für innovative Anwendungen lenkt, mit denen die wachsende Nachfrage nach neuen Diensten gedeckt werden soll. Kopernikus-Dienste sind bereits heute wichtig, um von Naturkatastrophen betroffene Regionen zu beobachten. So konnte Copernicus den Katastrophenschutzhelfern mit Bildern der Schäden in den durch den Orkan Haiyan verwüsteten Gebieten der Philippinen vor ein paar Tagen helfen. Damit leistete Copernicus einen Beitrag zu den Rettungsbemühungen.“

Der EU-Kommissar für Umwelt, Janez Potocnik sagte: "Copernikus ist ein wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Umwelt-Informations-Infrastruktur, die wesentlich zu einer besseren Umsetzung der Umweltpolitik beitragen wird, einer Priorität des 7. Umwelt-Aktionsprogramm. Umweltpolitik hängt von zeitnahen, genauen und vergleichbaren Daten über den aktuellen und zukünftigen Zustand der Erde ab. Ein freier, vollständiger und offener Zugang zu Copernicus Erdbeobachtungsdaten stellt einen wichtigen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Umweltpolitik in Europa dar."

Mehr über Copernicus (auf Englisch)

Copernicus produces the first post-typhoon damage assessment

Nutzen für Sicherheit der Bürger, Landwirtschaft, Aquakultur und Unternehmen

Angesichts des zunehmenden Risikos von Naturkatastrophen und anderen Krisen dient Copernicus dazu, die Erkenntnisse aus Beobachtungen zusammenzutragen und Informationsdienste einzurichten, mit denen der Zustand der Umwelt an Land, zu Wasser und in der Atmosphäre verfolgt und zugleich die Sicherheit der Bürger erhöht wird. Copernicus wird konsistent Daten über Ländergrenzen bereitstellen, so dass es einfach sein wird, Auswirkungen auf Umweltpolitiken zu bewerten. Beispielsweise können mit Copernicus-Daten und -Informationen folgende Bestandteile der Atmosphäre überwacht werden:

• Treibhausgase, die sich auf das Klima auswirken;

• reaktive Gase, die die Qualität der Luft, die wir einatmen, beeinflussen;

• die Ozonschicht und das Ausmaß der UV-Sonnenstrahlung, die auf die Erde dringt;

• Aerosole, die die Temperatur und die Luftqualität beeinflussen.

Auch wenn bereits einige Umweltbeobachtungsdaten verfügbar sind (vor allem durch Satellitenmissionen im Dienste von Forschung und Entwicklung und In-situ-Sensoren an Land, zu Wasser und in der Luft), wird das Beobachtungssystem erst mit den Sentinel-Missionen schrittweise vervollständigt und voll betriebsbereit. Der Start des ersten Sentinel ist für Frühjahr 2014 vorgesehen. Sentinel-1 wird den Planeten in erdnaher Umlaufbahn (etwa 700 km Höhe) umkreisen und wird der weltweit einzige Radaraufnahmensatellit seiner Art in echter Betriebsbereitschaft sein. Die weiteren Sentinel-Satelliten werden in einem fortlaufenden Programm bis 2021 gestartet; mit jedem von ihnen werden andere Beobachtungen vorgenommen, die den Bedarf der verschiedenen Copernicus-Informationsdienste und die breite Nachfrage verschiedener Datennutzer decken.

Um diese Fülle an Informationen optimal nutzen zu können, erhalten Wissenschaft, Bürger und Unternehmen über eigens dafür geschaffene Internet-Portale Zugang zu den Copernicus-Daten und -Informationen. Mit diesem kostenfreien Zugang wird die Entwicklung nützlicher Anwendungen für eine Reihe verschiedener Wirtschaftszweige gefördert (z. B. Landwirtschaft, Versicherungen, Verkehr und die Energiebranche). Als Beispiele seien hier die Präzisionslandwirtschaft oder das Erstellen von Risikomodellen im Versicherungsgewerbe genannt. Dies ist von besonderer Bedeutung, weil damit dem gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedarf an einer kontinuierlichen Bereitstellung genauer Umweltdaten entsprochen wird.

Internationale Dimension

Das Copernicus-System der offenen Verbreitung hat auch eine internationale Dimension. Wenn ein Programm beispielsweise Informationen über eine mögliche künftige Nahrungsmittelknappheit in bestimmten Regionen unseres Planeten liefern kann, ist es wichtig, dass auch die Behörden, die für die betroffene Bevölkerung zuständig sind, diese Informationen erhalten. Solche Informationen zu teilen, ist ein wichtiger Aspekt von Europas Auftreten als „sanfte Macht“. In ähnlicher Weise stellt die Weitergabe von Informationen über den Klimawandel einen Beitrag zu einer Debatte dar, die die Zukunft vieler Nationen betrifft, und sollte daher weltweit kostenfrei und unterschiedslos erfolgen.

Ein ausgewogener Ansatz zwischen Offenheit und Schutz bestimmter Interessen

Die Verordnung, die spätestens Mitte November im Amtsblatt veröffentlicht wird, enthält eine Reihe von Kriterien für die Wahrung der Sicherheitsinteressen der EU und ihrer Mitgliedstaaten. Auch mit diesen Schutzmaßnahmen können die nachgelagerte Industrie und die Nutzer voll vom Copernicus-Grundsatz der offenen Verbreitung profitieren. Die Kommission wird die Auswirkungen dieses Grundsatzes genau überwachen und erforderlichenfalls Anpassungen vornehmen.

Weitere Informationen befinden sich auf der Copernicus-Website (auf Englisch): http://copernicus.eu

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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