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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 14. November 2013

Internet in der Luft: Kommission gibt grünes Licht für 3G- und 4G-Dienste in Flugzeugen

Die Kommission hat neue Vorschriften verabschiedet, aufgrund deren Fluggäste die modernste drahtlose Kommunikationstechnologie verwenden können, wenn sie die Europäische Union überfliegen.

Ab heute können die Frequenzbänder für 3G (UMTS) und 4G (LTE) in Höhen über 3000 m genutzt werden. Bisher war nur 2G(GSM)-Technik in die EU überfliegenden Flugzeugen erlaubt, die für die Übermittlung großer Datenmengen nicht ausreicht (z. B. für das Senden umfangreicher Anhänge, das Herunterladen von E-Büchern oder das Anschauen von Videos).  

Mit diesem Beschluss erhalten die Fluggäste keine neuen Rechte, vielmehr wird den Fluggesellschaften die Möglichkeit gegeben, die Nutzung von Smartphones und Tablets während des Flugs zu erlauben. Damit dieser Dienst in Anspruch genommen werden kann, müssen die Fluggesellschaften jedoch in jedem hierfür vorgesehenen Flugzeug eine besondere Hardware installieren.

 Rolle der wichtigsten Akteure

Europäische Kommission und Mitgliedstaaten

lassen die Nutzung von Funkfrequenzen für 3G und 4G während des Flugs zu

Fluggesellschaften, die Flüge in der EU durchführen

entscheiden, ob sie sich diese neue Option der Verwendung von 3G und 4G während des Flugs zunutze machen

Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) – unabhängig vom Kommissionsbeschluss (siehe deren Pressemitteilung)

veröffentlicht bis Ende November Leitlinien für die Nutzung elektronischer Geräte während Start und Landung

 

Was bedeutet das für die Fluggesellschaften?

Die Fluggesellschaften können nun auf die wachsende Nachfrage der Fluggäste eingehen und neue Internetdienste entwickeln, die während des Flugs genutzt werden können. Sie können weiterhin wählen, welche Ausrüstung sie installieren und welche Dienste sie in ihren Flugzeugen anbieten wollen (aus Erhebungen der Branche geht hervor, dass SMS- oder E-Mail-Verkehr für die Fluggäste wichtiger sind als Sprachdienste).  

Was bedeutet das für die Fluggäste?

Wenn die Fluggesellschaften die neuen Möglichkeiten nutzen, haben Fluggäste Zugang zu besseren Internetdiensten, wenn sich ihr Flugzeug in einer Höhe von über 3000 m befindet. Aufgrund des Beschlusses ist es somit möglich, während des Flugs über soziale Netze zu kommunizieren oder E-Mails mit Anhängen zu versenden.

Hintergrund

Beschlüsse sind EU-Rechtsakte für spezifische Fälle. Mit diesem Kommissionsbeschluss, der sich an die Mitgliedstaaten richtet, werden diese aufgefordert, den Fluggesellschaften die Nutzung zweier neuer Frequenzbänder und Technologien (nämlich 2100 MHz für 3G (UMTS) und 1800 MHz für 4G (LTE)) zu erlauben, sofern sie einige technische Bedingungen einhalten, die im Anhang des Beschlusses dargelegt sind. Die Veröffentlichung detaillierter Sicherheitsleitlinien ist Sache der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die solche Leitlinien noch im November 2013 herausgeben wird.

EU-Vorschriften

Bis 2008 konnten Mobilfunkdienste an Bord von Flugzeugen (MCA) über Telefonsysteme der jeweiligen Fluggesellschaft in Anspruch genommen werden. Seit 2008 ist die Kommunikation über GSM (2G) möglich.

Aus Sicherheitsgründen sind diese Dienste nur in einer Höhe über 3000 m verfügbar.

Derzeit sind über 200 Flugzeuge, die Ziele in der EU anfliegen, so ausgestattet, dass sie den EU-Vorschriften aus dem Jahr 2008 entsprechen.  Die neuen Vorschriften stützen sich auf Studien, die die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) für die Europäische Kommission durchgeführt hat.

Fakten zur MCA-Technik (Mobilfunkdienste an Bord von Flugzeugen)

Die MCA-Branche steckt noch in den Kinderschuhen, ist jedoch im Wachsen begriffen. 2012 wurden über 300 % mehr an Daten ausgetauscht als 2011.

MCA ist insofern identisch mit dem normalen Mobilfunkroaming als die Fluggäste die Rechnung über ihren Anbieter erhalten. Normalerweise gilt dafür ein Roamingtarif für „den Rest der Welt“ Für MCA wird auch Wi-Fi-Technik eingesetzt. Diese unterliegt jedoch keinen besonderen Vorschriften, denn ihre geringe Signalstärke stellt kein Risiko im Hinblick auf Interferenzen mit terrestrischen Funkdiensten dar.

MCA betrifft nicht die Kommunikation zwischen Flugzeug und Boden, die derzeit durch satellitengestützte Systeme gewährleistet wird. Neue Satelliten dürften die zehnfache Kapazität heutiger Satelliten bereitstellen.

Einige europäische Interessenträger arbeiten auf die Einführung einer neuen direkten Verbindung vom Flugzeug zum Boden hin (DA2G/Direct air to ground), die Satelliten überflüssig machen würde.

Wie funktionieren MCA-Systeme?

Das Signal wird von einer Antenne an Bord des Flugzeugs aufgenommen und über eine Satellitenverbindung an das Bodennetz weitergegeben. Die Signalstärke ist begrenzt, damit keine Interferenzen mit anderen Kommunikationssystemen entstehen.

Das System basiert auf drei Hauptkomponenten: mobilen Endgeräten, der Netzsteuerungseinheit (NCU) und der Flugzeug-Basisstation.

  • Mobile Endgeräte im Flugzeug: Fluggäste wollen ihre mit 3G oder 4G ausgestatteten mobilen Geräte (Smartphones, Tablets, Laptops usw.) immer mehr auch im Flugzeug für den Datentransfer verwenden. Bereits heute werden in Flugzeugen mehr Daten übermittelt als Gespräche geführt.

  • Netzsteuerungseinheit (NCU): Sie ist an Bord des Flugzeugs installiert. Es handelt sich um eine Art Störsender (Jammer), der mobile Endgeräte daran hindert, Verbindungen zu bodengestützten Systemen herzustellen und diese dadurch zu stören, und der sicherstellt, dass sie nur Verbindungen zu einer Flugzeug-Basisstation herstellen.

  • Flugzeug-Basisstation: Sie ist die Antenne, mit der die mobilen Endgeräte in Verbindung treten. Es handelt sich um ein Kabel, das entlang der Decke der Flugzeugkabine läuft.

Nützliche Links

MCA in der Digitalen Agenda

Mehr zum MCA-Beschluss von 2008

Hashtags: #spectrum

Neelie Kroes

Annex: Q&A for use of 3G and 4G in aircraft

Q. Is the Commission decision linked to the EASA's announcement on electronic devices?

A. The Commission's decision is separate from the EASA's announcement. Both relate to using electronic devices when on an aircraft but here is the difference:

- When boarding a plane, you will not need to switch off your smartphone but only put it in "airplane mode", so you will be able to look at your photos or read your e-book during take-off and landing. This is the EASA part.

- If the airline decides to equip their planes with MCA technology (permitting the use of 3G and 4G), once above 3000 metres in altitude, passengers will be able to deactivate the airplane mode and start using their phones as if they were on the ground. This is the EC part.

Q. Is the EASA decision the same as the FAA decision from 31 October?

A. The EASA decision to allow electronic devices to be used during take-off and landing indeed aligns it with the United States' FAA decision. For more information, you should contact either the EASA or the FAA on this, as it is separate from the Commission's decision on spectrum use on aircraft.

Q. Will passengers be able to make voice calls during flights now?

A. In fact, the use of personal portable devices for telephone and internet applications 2G applications is already allowed on board aircraft whose airlines have chosen to install the MCA hardware need - for the moment that is very few. The MCA Decision only adds new technologies. Also, we should be clear that it is up to the airlines to choose whether to allow voice calls to be made during flights, not the Commission.

Q. What about receiving calls, SMS and data?

A. Passengers can also receive calls, SMS, mail etc., by simply keeping their phone on while on-board an MCA equipped aircraft.

Q. How many European aircraft are already equipped for mobile communications on-board?

A. Today around 95% of the 200-plus equipped aircraft using European airspace  are owned by non-EU airlines. Very few European airlines are equipped to take advantage of these possibilities at the moment. The new EU decision will be an opportunity and a wake-up call.

Q. How expensive it will it be for airlines to make use of the new 3G and 4G options? Will they need a permit?

A. The EU does not require any permits and therefore does not impose any costs.

MCA is a service provided by specialist service providers like OnAir or AeroMobile. The airline simply "allows" those service providers to "come on-board" their airplanes.

When passengers are on board an MCA-equipped aircraft, their phone's display will not display say, "Vodafone" but one of those names, without country specification. The MCA provider is considered as a "virtual country" which bills the passenger (through roaming agreements with the passenger's mobile network operator which will include  the MCA service in the usual monthly bill) as happens whenever a person is roaming.

The price applying to MCA services (irrespective of where the aircraft is physically at any given moment) is usually the one corresponding to "rest of the world" applied by your usual service provider. For more information about whether airlines incur a cost or can make a profit from the use of MCA services, please contact an MCA service provider for more details, as this is not part of the Commission's remit.

When using these services passengers will not be using 3G/4G directly between their device and the ground. The 3G/4G technology only concerns the way the smartphones, etc. connect to the aircraft INTERNAL antenna (inside the cabin). Thereafter, the signal is processed and will leave the aircraft through a satellite.

Kontakt

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel.: +32 229 57361, Twitter: @RyanHeathEU


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