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Herbst-Wirtschaftsprognose 2013: Allmähliche Erholung bei externen Risiken

European Commission - IP/13/1025   05/11/2013

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. November 2013

Herbst-Wirtschaftsprognose 2013: Allmähliche Erholung bei externen Risiken

In den vergangenen Monaten gab es vielversprechende Anzeichen für eine allmähliche wirtschaftliche Erholung in Europa. Nachdem die europäische Wirtschaft bis zum ersten Quartal 2013 kontinuierlich geschrumpft war, begann sie im zweiten Quartal wieder zu wachsen, und im weiteren Jahresverlauf dürfte mit einem weiteren Anstieg des realen BIP zu rechnen sein.

Im zweiten Halbjahr 2013 wird in der EU ein Wachstum von 0,5 % gegenüber dem Vorjahrszeitraum erwartet. Auf Jahresbasis wird das diesjährige reale BIP-Wachstum auf 0,0 % in der EU und -0,4 % im Euroraum geschätzt. Den Projektionen zufolge wird das Wirtschaftswachstum im Prognosezeitraum anziehen und im Jahr 2014 1,4 % in der EU bzw. 1,1 % im Euroraum und im Jahr 2015 1,9 % in der EU bzw. 1,7 % im Euroraum erreichen.

Der Prozess der internen und externen Anpassungen in Europa setzt sich fort. Vielfach wird er durch die umfassenden Strukturreformen und Haushaltskonsolidierungs­maßnahmen untermauert, die in den letzten Jahren auf den Weg gebracht wurden. Damit haben sich die Voraussetzungen dafür verbessert, dass die Binnennachfrage mit der Zeit zum Hauptwachstumsmotor in Europa wird. Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Aussichten für die Schwellenländer wird die Rückkehr zu einem soliden Wirtschaftswachstum allerdings ein schrittweiser Prozess sein.

Hierzu der für Wirtschaft, Währung und den Euro zuständige Kommissionsvizepräsident Olli Rehn: „Es mehren sich die Anzeichen, dass die europäische Wirtschaft einen Wendepunkt erreicht hat. Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen in Europa haben das Fundament für wirtschaftliche Erholung gelegt. Doch wäre es verfrüht, bereits jetzt den Sieg zu verkünden: Die Arbeitslosigkeit in Europa ist nach wie vor unannehmbar hoch. Daher müssen wir weiter darauf hinarbeiten, die europäische Wirtschaft zu modernisieren, um nachhaltiges Wachstum zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen.“

Wirtschaftliche Erholung gewinnt an Fahrt

Die aufgelaufenen makroökonomischen Ungleichgewichte nehmen ab, und es ist damit zu rechnen, dass das Wachstum moderat anziehen wird. Investitionen und Konsum werden jedoch weiterhin durch die Bilanzanpassungen in einigen Ländern gehemmt. Zwar hat sich die Lage an den Finanzmärkten deutlich verbessert und sind die Zinssätze für anfällige Länder gesunken, doch hat dies noch nicht auf die Realwirtschaft durchgeschlagen, da die Finanzmärkte nach wie vor fragmentiert sind und erhebliche Diskrepanzen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten wie auch zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größe bestehen.

Die derzeitigen Perspektiven ähneln denen früherer Phasen wirtschaftlicher Erholung im Gefolge schwerer Finanzkrisen. Da die Notwendigkeit des Verschuldungsabbaus abnimmt, wird mit dem Wiederanstieg des privaten Verbrauchs und der Bruttoanlageinvestitionen im Zuge der Verbesserung der allgemeinen Finanzierungsbedingungen und der wirtschaftlichen Einschätzung eine allmähliche Zunahme der Binnennachfrage erwartet. In Anbetracht der in den vergangenen Jahren bereits erzielten Fortschritte dürfte sich das Tempo der Haushaltskonsolidierung im Prognosezeitraum verlangsamen. Es wird davon ausgegangen, dass die Binnennachfrage angesichts der sich verschlechternden Aussichten für EU-Ausfuhren in den Rest der Welt in den Jahren 2014 und 2015 der Hauptwachstumsmotor sein wird.

Da die Arbeitsmarktentwicklung der Entwicklung des BIP in der Regel um mindestens ein halbes Jahr hinterherhinkt, dürfte die Wiederbelebung der Wirtschaftstätigkeit sich nur allmählich in der Schaffung von Arbeitsplätzen niederschlagen. Im laufenden Jahr ist die Arbeitslosigkeit in einigen Ländern immer noch sehr hoch und die Beschäftigung weiterhin rückläufig. In den vergangenen Monaten hat jedoch eine Stabilisierung der Arbeitsmarktbedingungen eingesetzt, und es wird ein moderater Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 10,7 % in der EU und 11,8 % im Euroraum bis 2015 erwartet, wobei auch künftig erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen werden.

Die Verbraucherpreisinflation wird mit Raten von knapp 1½ % sowohl in der EU als auch im Euroraum im Prognosezeitraum weiterhin gedämpft sein.

Die Leistungsbilanzen in anfälligen Mitgliedstaaten haben sich in den letzten Jahren deutlich und stetig verbessert. Infolge des kontinuierlichen Anstiegs ihrer Preiswettbewerbsfähigkeit und der Stärkung ihrer Exportsektoren dürften einige gefährdete Mitgliedstaaten in diesem Jahr einen Leistungsbilanzüberschuss verzeichnen.

Frühzeitige, entschlossene Maßnahmen ermöglichen eine Drosselung des Konsolidierungstempos

Der Abbau der gesamtstaatlichen Defizite wird sich fortsetzen. Den Prognosen zufolge werden die Gesamthaushaltsdefizite im Jahr 2013 auf 3½ % des BIP in der EU bzw. 3 % im Euroraum zurückgehen und die Schuldenquote fast 90 % in der EU und 96 % im Euroraum erreichen. Das strukturelle Haushaltsdefizit, also das um konjunkturelle Faktoren sowie einmalige und sonstige befristete Maßnahmen bereinigte gesamtstaatliche Defizit, dürfte 2013 dank der in mehreren Mitgliedstaaten durchgeführten Konsolidierungsmaßnahmen in beiden Wirtschaftsräumen deutlich zurückgehen, und zwar um mehr als ½ % des BIP. Nach den Haushaltsentwürfen für 2014, die bis zum Stichtag für die Kommissionsprognose vorlagen, wird sich die Lage auch 2014 weiter verbessern, wenngleich langsamer als zuvor. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass einige Mitgliedstaaten ihre mittelfristigen Ziele für den strukturellen Haushaltssaldo bereits erreicht haben, was dazu beitragen dürfte, den öffentlichen Schuldenstand auf einen Abwärtspfad zu führen.

Ausgewogenere Risiken

Diese Prognose basiert auf der Annahme einer konsequenten Umsetzung der vereinbarten politischen Maßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten, die den notwendigen kontinuierlichen Anpassungsprozess unterstützen und einer Stärkung des Vertrauens sowie einer Verbesserung der finanziellen Bedingungen förderlich sein wird.

Dank einer entschlossenen Politikumsetzung sind die im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise wahrgenommenen Risiken für die Integrität des Euro geschwunden. Angesichts der Möglichkeit, dass die Reformen der vergangenen Jahre früher als erwartet weitere positive Wirkungen zeitigen könnten, zeichnen sich nunmehr Aufwärtsrisiken ab. Die Unsicherheiten haben zwar abgenommen, sind aber nach wie vor hoch und dem Wachstum hinderlich. Weiterhin besteht das Risiko, dass ein Zögern der Politik für mehr Unsicherheit sorgt und den finanziellen Druck wieder erhöht, während gleichzeitig die vom externen Umfeld ausgehenden Abwärtsrisiken zunehmen.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/eu/forecasts/2013_autumn_forecast_en.htm

Contacts :

Simon O'Connor (+32 2 296 73 59)

Audrey Augier (+32 2 297 16 07)

Vandna Kalia (+32 2 299 58 24)


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