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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. September 2012

Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt britische Investitionsbeihilfen für Stromerzeugung aus Abfall am Standort Kingston upon Hull

Die Europäische Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die geplanten Investitionsbeihilfen des Vereinigten Königreichs in Höhe von 19,9 Mio. GBP (rund 22,9 Mio. EUR) zugunsten des Unternehmens Energy Works (Hull) Limited mit dem EU-Beihilfenrecht im Einklang stehen. Die Beihilfen sind für den Bau und die Inbetriebnahme einer Vergasungsanlage in Kingston upon Hull bestimmt, die 25 MW Strom aus 190 kT Abfall erzeugen wird. Der Anteil erneuerbarer Energieträger an den Einsatzstoffen wird über 80 % betragen. Die Kommission stellte fest, dass die Beihilfen, die über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden, zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen führen werden, weil biologisch abbaubarer Abfall zur Stromerzeugung verwendet und weniger Abfall auf Deponien entsorgt wird. Außerdem steht das Vorhaben im Einklang mit den Zielen der EU, die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen und die Diversifizierung der Energiequellen zu fördern.

„Diese Anlage wird Strom aus teilweise biologisch abbaubarem Abfall erzeugen und dabei keine übermäßigen Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt verursachen“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia. „Das Vereinigte Königreich kann so seine Stromversorgung diversifizieren und zugleich Treibhausgasemissionen verringern.“

Die Kommission prüfte die Maßnahme nach den Leitlinien für staatliche Umweltschutzbeihilfen (siehe MEMO/08/31) und kam zu dem Schluss, dass die positiven Auswirkungen der Beihilfen die potenziellen Wettbewerbsverzerrungen überwiegen.

Hintergrund

In der Abfallbehandlung gilt die Vergasung als Zukunftstechnologie, weil sie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren eine sauberere und effizientere Energiegewinnung aus Abfall ermöglicht.

Die Wirbelschichtvergasung hat gegenüber konventionellen Verbrennungstechnologien diverse Vorteile:

• Bessere Durchmischung des Brennstoffs / bessere Wärmeverteilung, verbesserter Wirkungsgrad

• Geringerer Energieaufwand für die Gebläse, besserer Wirkungsgrad

• Niedrigere Betriebstemperatur, weniger Luftemissionen

Bei der Vergasung entsteht zudem ein Synthesegas, das in Hocheffizienzprozessen verwendet werden kann; außerdem ergänzt das Verfahren das Recycling (Recyclate können leicht aus der Abfallvorbehandlungsanlage extrahiert werden).

Im Vergleich zu herkömmlichen Gaskraftwerken wird die geplante Anlage, sobald sie in Vollbetrieb geht, durch die Verwendung von Holzabfällen und des biologisch abbaubaren Anteils von festen Industrie- und Gewerbeabfällen zu einer Verringerung der CO2-Emissionen um jährlich 57 000 Tonnen führen. Da außerdem keine klimaschädliche Freisetzung von Methan bei der Abfallvergärung stattfindet, wird pro Jahr der Ausstoß von 30 860,38 Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden. Das wichtigste Ergebnis dieses Vorhabens wird jedoch in der Entwicklung dieser Technologie bestehen, was einen Anstoß zu weiteren Vorhaben in ganz Europa geben kann. Dies käme wiederum der Versorgungssicherheit und der Diversifizierung der Energieversorgung in Europa zugute.

Da der Marktanteil von Energy Works am britischen Strommarkt nahezu unbedeutend ist, ist davon auszugehen, dass die Beihilfen keine nennenswerten Wettbewerbsverzerrungen verursachen werden.

Sobald alle Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz vertraulicher Daten geklärt sind, wird die nichtvertrauliche Fassung der Beschlüsse über das Beihilfenregister auf der Website der GD Wettbewerb unter der Nummer SA.34051 zugänglich gemacht. Über neu im Internet und im Amtsblatt veröffentlichte Beihilfebeschlüsse informiert der elektronische Newsletter State Aid Weekly e-News.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Maria Madrid Pina (+32 229-54530)


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