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Europäische kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 14. September 2012

Umwelt: Gemeinsame Normen für Umgebungslärm

Dank der neuen Lärmbewertungsmethoden, die heute veröffentlicht werden, wird es künftig wesentlich einfacher, Lärm zahlenmäßig zu erfassen. Vergleichbare Daten zum Umgebungslärm sind eine Voraussetzung dafür, dass die EU Maßnahmen zur Lärmbelästigung treffen kann, die sich überall in Europa zunehmend zu einem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Problem entwickelt. Die neuen Methoden, die unter der Bezeichnung „gemeinsame Lärmbewertungsmethoden in Europa (Common Noise Assessment Methods in Europe (CNOSSOS-EU))“ bekannt sind, wurden von der Gemeinsamen Forschungsstelle, dem internen Wissenschaftsdienst der EU-Kommission, erarbeitet. Hiermit wird der Lärm durch Straßen-, Schienen- und Flugverkehr sowie Industrietätigkeit bewertet, und es werden einheitliche und vergleichbare Daten zu den Lärmpegeln geliefert, denen die Menschen ausgesetzt sind. Zur nächsten Runde der EU-weiten Lärmkartierung im Jahr 2017 müssen die Mitgliedstaaten mit der Anwendung der neuen Methoden beginnen.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Lärm ist insbesondere in städtischen Gebieten ein ernsthaftes Umweltrisiko für die öffentliche Gesundheit, das auf zunehmenden Verkehr und unsachgemäße Stadtplanung zurückzuführen ist. Das Projekt CNOSSOS-EU wird die Europäische Kommission dabei unterstützen, die Verfahren zur Messung von Umgebungslärm zu bewerten und den Vergleich der Daten untereinander zu ermöglichen. Ich hoffe, dass dies die Grundlage schafft, um geeignetere und effizientere Maßnahmen gegen den zunehmenden Umgebungslärm in Europa zu ergreifen. Dies ist eines der Mittel, mit denen Lärm systematischer bekämpft werden soll."

Die Europäische Kommission wird die von der Gemeinsamen Forschungsstelle entwickelten gemeinsamen Methoden zur Lärmbewertung als Grundlage für die gemeinsame Methodik verwenden, mit der bis Ende 2013 vergleichbare Werte zum Straßen-, Schienen- und Flug- sowie Industrielärm gesammelt werden sollen. Durch einen gemeinsamen Rahmen zur Lärmbewertung können vergleichbare und zuverlässige Informationen über die Lärmpegel und deren gesundheitliche Auswirkungen auf die EU-Bürger zusammengetragen werden. Außerdem wird hierdurch die Erarbeitung detaillierter Aktionspläne zur Vermeidung oder Verringerung von schädlichem Umgebungslärm erleichtert.

Gemäß der 2002 eingeführten Richtlinie über Umgebungslärm müssen die Mitgliedstaaten die Belastung durch Umweltlärm ermitteln, indem sie strategische Lärmkarten ausarbeiten und Aktionspläne zur Lärmminderung erstellen. Bei der ersten EU-weiten Maßnahme zur Lärmkartierung im Jahr 2007 wurden erhebliche Unterschiede bei den Bewertungsverfahren sowie bei der Datensammlung und Datenqualität festgestellt.

Die Gemeinsame Forschungsstelle hat in Zusammenarbeit mit Experten, die von den EU-Mitgliedstaaten, der Europäischen Umweltagentur, der Europäischen Agentur für Flugsicherheit und der Weltgesundheitsorganisation (Regionalbüro für Europa) benannt wurden, Lärmbewertungsmodelle auf neuester wissenschaftlich-technischer Grundlage entwickelt.

Hintergrund

Durch verkehrsbedingten Lärm gehen in Europa vermutlich jedes Jahr mehr als eine Million gesunder Lebensjahre verloren. Hauptgründe für den zunehmenden Umgebungslärm in der EU sind die Verstädterung und der starke Anstieg des Verkehrs. Die gesellschaftlichen Kosten des EU-weiten Straßen-, Schienen- und Fluglärms wurden kürzlich auf 40 Mrd. EUR jährlich veranschlagt, das sind 0,35 % des BIP der EU. Laut dem 2011 von der Kommission herausgegebenen Weißbuch zum Verkehr werden die lärmbedingten externen Kosten im Jahr 2050 um 20 Mrd. EUR jährlich höher sein als 2005, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen getroffen werden.

Strategische Lärmkarten dienen den zuständigen Behörden der EU-Mitgliedstaaten zur Prioritätensetzung bei der Planung von Maßnahmen und der Europäischen Kommission zur Bereitstellung umfassender Bewertungen des Umgebungslärms in der EU. Die Daten werden auch dazu verwendet, die breite Öffentlichkeit darüber zu informieren, welchen Lärmpegeln sie ausgesetzt ist und welche Maßnahmen getroffen werden, um die Lärmbelastung auf ein für die Gesundheit und die Umwelt verträgliches Maß einzudämmen. Das Projekt CNOSSOS-EU wird dazu beitragen, fundierte strategische Lärmkarten zu erstellen, indem einheitliche und vergleichbare Zahlen zu den Lärmpegeln in Europa gesammelt werden, und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass zuverlässige Schätzungen über die hierdurch bedingten Krankheiten angestellt werden können.

Weitere Informationen unter:

http://ihcp.jrc.ec.europa.eu/our_activities/public-health/env_noise/new-report-by-jrc-common-framework-to-assess-noise/

Siehe auch:

Die EU-Politik zum Umgebungslärm:

http://ec.europa.eu/environment/noise/home.htm

Das EU-Projekt CNOSSOS:

http://ihcp.jrc.ec.europa.eu/our_activities/public-health/env_noise

Ansprechpartner:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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