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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 19. September 2012

EU-Solidaritätsfonds: Rekordfinanzhilfe von 670 Mio. EUR für die Region Emilia Romagna

Johannes Hahn, der für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissar, kündigte heute an, dass die Europäische Kommission nach den beiden schweren Erdbeben und hunderten von Nachbeben in der Region Emilia Romagna im Mai/Juni 2012, die auch die benachbarten Regionen Venetien und Lombardei erschüttert haben, eine Finanzhilfe von 670 Mio. EUR für Italien vorschlägt. Mit diesem Betrag, dem höchsten, der jemals aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) bereitgestellt wurde, sollen die erheblichen Kosten für den Wiederaufbau der wesentlichen Infrastruktur, für Notunterkünfte und Rettungsdienste sowie für den Schutz des kulturellen Erbes der Region gedeckt werden.

Johannes Hahn, der die Region Emilia Romagna im Juni besuchte, erklärte: „Wir müssen dieser hochproduktiven Region wieder auf die Füße helfen. Es ist dies der höchste Finanzhilfebetrag, den der Solidaritätsfonds der Europäischen Union seit seiner Einrichtung im Jahr 2002 je gewährt hat. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an der Schwere der Folgen, die die Erdbeben für tausende Familien, für ihre Wohnungen und ihre Lebensumstände und auch für die Wirtschaft der Region insgesamt haben. Vorrangig sind nun die Unterbringung und Unterstützung von zehntausenden Menschen, die durch diese schreckliche Katastrophe obdachlos geworden sind.“

Der Antrag Italiens auf Unterstützung aus dem EUSF ging am 27. Juli 2012 ein, also innerhalb der Frist von 10 Wochen nach Auftreten der ersten Schäden, die am 20. Mai 2012 festgestellt wurden. Die italienischen Behörden meldeten einen direkten Schaden von 13,3 Mrd. EUR, das sind 3 Mrd. mehr als der Rekordschaden, der 2009 durch das Erdbeben in L’Aquila in der Region Abruzzen verursacht wurde. Dieser Betrag entspricht 0,86 % des Bruttonationaleinkommens Italiens und übersteigt den für 2012 für Italien geltenden Schwellenwert für die Inanspruchnahme des Solidaritätsfonds von 3,6 Mrd. EUR (d. h. 3 Mrd. EUR zu Preisen von 2002) um annähernd das Vierfache.

Der weitaus größte Teil der Kosten der Notfallmaßnahmen betrifft mit über 465 Mio. EUR die Unterbringung von rund 43 000 Menschen für bis zu drei Jahre in Notunterkünften. Mit annähernd 90 Mio. EUR schlagen die Kosten für die Instandsetzung der grundlegenden Infrastruktur zu Buche und mit über 60 Mio. EUR die Kosten für die Hilfsdienste.

Hintergrund

Das Erdbeben vom 20. Mai mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala erschütterte die Region nördlich von Bologna bis hin nach Ferrara. Menschen kamen ums Leben und in den umliegenden Städten wurden historische Gebäude massiv beschädigt. Am 29. Mai ereignete sich in derselben Region, diesmal nördlich der Stadt Modena, ein weiteres Beben mit einer Stärke von 5,8 auf der Richterskala. Bei den Erdbeben starben 27 Menschen; schätzungsweise 350 wurden verletzt und mehr als 45 000 mussten evakuiert werden. Es kam zu ernsthaften und weitreichenden Schäden an Gebäuden, Infrastruktur, Unternehmen, Industrieanlagen, in der Landwirtschaft und beim Kulturerbe, das ein wichtiger Wirtschaftsbereich ist.

Der weitaus größte Teil der Schäden (fast 92 %) wurde in der Emilia Romagna verzeichnet, insbesondere in den Provinzen Modena, Ferrara, Bologna und Reggio Emilia. Die Lombardei und Venetien waren mit knapp 8 % bzw. 0,4 % der Gesamtschäden weitaus weniger betroffen.

Der Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) wurde nach den Überschwemmungen in Mitteleuropa vom Sommer 2002 eingerichtet. Er bietet Mitgliedstaaten und Beitrittsländern, die von größeren Naturkatastrophen heimgesucht werden, eine Finanzhilfe. Der Fonds ist mit 1 Mrd. EUR jährlich ausgestattet. Die Europäische Kommission hat heute außerdem einen Entwurf des Berichtigungshaushaltsplans angenommen, um den betreffenden Betrag abzudecken. Dieser Entwurf muss noch von den EU-Finanzministern und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

Weitere Informationen

Memo zum EUSF

Video: Besuch des EU-Kommissars Hahn in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten der italienischen Region Emilia Romagna

Kontakt:

Shirin Wheeler (+32 4607-66565)

Annemarie Huber (+32 229-93310)


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