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Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte der manroland AG in Deutschland mit 5,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

European Commission - IP/12/957   13/09/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. September 2012

Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte der manroland AG in Deutschland mit 5,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Deutschland 5,3 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, um 2103 ehemalige Beschäftigte des Druckmaschinenherstellers manroland AG und von dreien seiner Tochtergesellschaften und Zulieferer zu unterstützen. Mit diesem Geld wird ein Maßnahmenpaket mitfinanziert, mit dem diese Arbeitskräfte bei der Suche einer neuen Stelle unterstützt werden sollen. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Mit dem Vorschlag, 5,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds bereitzustellen, wird über 2000 bei der manroland AG und ihren Tochtergesellschaften und Zulieferern entlassenen Arbeitskräften dabei geholfen, sich auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten in vielversprechenderen Branchen vorzubereiten.“

Deutschland beantragte EGF-Unterstützung für 2284 Arbeitskräfte, die bei der manroland AG und bei drei ihrer Tochtergesellschaften und Zulieferer entlassen wurden. Davon können 2103 an den Maßnahmen teilnehmen. Das Paket soll den Arbeitskräften helfen, denen Qualifizierungsmaßnahmen, Existenzgründerberatungen, Stellenresearch sowie Beratung und Betreuung bei Arbeitsaufnahme und bei Arbeitslosigkeit angeboten werden. Ferner enthält das Paket eine Beihilfe für die Arbeitssuche („Transferkurzarbeitergeld“) und einen Aktivierungszuschuss, der es entlassenen Arbeitskräften leichter machen soll, eine schlechter bezahlte Stelle anzunehmen.

Von den Entlassungen betroffen sind drei relativ unterschiedliche Gebiete: Augsburg (Bayern), Offenbach (Hessen) und Plauen (Sachsen). Plauen in Ostdeutschland hat weniger Einwohner, diese sind allerdings stärker von Sozialleistungen abhängig.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 10,7 Mio. EUR veranschlagt; davon soll aus dem EGF nahezu die Hälfte – also 5,3 Mio. EUR – beigesteuert werden, der Mitgliedstaat übernimmt den Rest.

Hintergrund

Die manroland AG ist ein Druckmaschinenhersteller für Bogenoffset- und Rollenoffsetmaschinen. Der Markt für Druckmaschinen ist hochgradig internationalisiert. Zusammen mit ihren deutschen und anderen europäischen Wettbewerbern war die manroland AG bereits weltweit tätig. In den letzten Jahren war in aufstrebenden Märkten wie China, Indien und den südamerikanischen Ländern, z. B. Brasilien, eine vermehrte Nachfrage nach Druckmaschinen zu verzeichnen, so dass sie wichtige Kunden für die deutschen und andere europäische Druckmaschinenhersteller wurden. Allerdings traten diese Länder auch zunehmend selbst als Hersteller in und damit wichtige Akteure auf einem globaler werdenden Markt in Erscheinung. Hersteller in China, Indien und Südamerika sowie eine steigende Zahl an Wettbewerbern aus den USA und Japan haben in den letzten zehn Jahren allesamt ihre Marktanteile stetig ausgeweitet. Infolgedessen sind die deutschen Hersteller qualitativ hochwertiger Produkte nun einer stärkeren internationalen Konkurrenz ausgesetzt.

Im Zeitraum 2005 bis 2011 verlor die manroland AG 10 % ihres Marktanteils im Bereich Rollenoffsetmaschinen; auch deshalb kam es zu sinkenden Gewinnen, bis hin zu Verlusten, und schließlich auch zu Entlassungen.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 101 Anträge über ca. 442,2 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 91 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Immer mehr Mitgliedstaaten stellen EGF-Anträge zur Unterstützung entlassener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; auch die Zahl der betroffenen Branchen nimmt zu.

Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und geringqualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die mit dem plötzlichen Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem EGF seit 2007 und angesichts seines Mehrwerts für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise noch zu verbessern.

Weitere Informationen

László Andors Website:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Videos:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter
http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Folgen Sie László Andor auf Twitter: http://twitter.com/#!/LaszloAndorEU

Kontakt:

Nadège Defrère (+32 229-64544)

Jonathan Todd (+32 229-94107)


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