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Immer mehr ältere Lehrkräfte: Eine Herausforderung für die Bildung in der EU

Commission Européenne - IP/12/950   11/09/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 11. September 2012

Immer mehr ältere Lehrkräfte: Eine Herausforderung für die Bildung in der EU

Die Europäische Kommission begrüßte heute die Veröffentlichung von „Bildung auf einen Blick 2012“, einem jährlichen Bericht zur Situation im Bildungsbereich mit Angaben aus 34 Ländern, darunter 21 EU-Mitgliedstaaten (siehe unten). Der Bericht, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt wird, weist einige Bereiche in der europäischen Bildung aus, in denen es in naher Zukunft Probleme geben könnte. Das zunehmende Alter der Lehrkräfte gehört dazu: In fünf EU-Ländern (Estland, Niederlande, Österreich, Tschechische Republik, Schweden) sind mehr als 40 % aller Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich über 50 – in Deutschland und Italien sind es sogar über 50 %. Ein weiteres Problem ist die ungleiche Bildungsteilnahme von Männern und Frauen: Der Bericht zeigt, dass sich fast ein Drittel mehr Frauen als Männer an europäischen Hochschulen einschreiben.

„Dieser Bericht ist ein wertvolles Instrument für nationale und europäische Politiker. Den Mitgliedstaaten ist bewusst, dass für Europas Zukunft und langfristiges Wohl Investitionen in die Bildung entscheidend sind. Aus den Daten geht klar hervor, dass die Kosten der Bildung von deren Ergebnissen mehr als wettgemacht werden. Aber wir dürfen uns nicht zufrieden zurücklehnen: Der Bericht zeigt auch, dass Reformen nötig sind, um die Bildung zu modernisieren und sie für Studierende und Lehrkräfte gleichermaßen attraktiver zu machen", sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

„Bildung auf einen Blick“ macht auch Folgendes deutlich:

  • - In den betrachteten 21 EU-Mitgliedstaaten liegen die Bildungsausgaben durchschnittlich bei jährlich 9 122 US-Dollar pro Bildungsteilnehmer vom Primarbereich bis zum tertiären Bereich. Dies ist etwas weniger als der OECD-Durchschnitt von 9 252 US-Dollar.

  • - Bei 84 % der Jugendlichen in den OECD-Ländern kann man davon ausgehen, dass sie die Sekundarstufe II abschließen, in den EU-Ländern sind es rund 86 %. Zwischen 1995 und 2010 sind die Absolventenzahlen im Sekundarbereich II am stärksten in Portugal gestiegen (im Durchschnitt um jährlich 4,7 %).

  • - Der finanzielle Nutzen tertiärer Bildung steigt weiter. Europäische Hochschulabsolventen können im Laufe ihres Arbeitslebens mit einem Nettogewinn von 176 000 US-Dollar (OECD-Durchschnitt: 162 000 US-Dollar) rechnen, und eine Hochschulbildung bedeutet aufgrund der höheren Steuereinnahmen und anderer Einsparungen für die Allgemeinheit langfristig dreimal mehr Vorteile als Kosten.

  • Europa ist weiterhin die bevorzugte Zielregion für ein Auslandsstudium, wobei 41 % aller ausländischen EU- und Nicht-EU-Studierenden in EU-Ländern studieren. In Luxemburg und Österreich und im Vereinigten Königreich sind über 10 % der Immatrikulierten ausländische Studierende. Ihr Anteil an forschungsorientierten Studiengängen liegt in Dänemark, Irland, Luxemburg, Österreich und Schweden und im Vereinigten Königreich bei über 20 %. EU-weit kommen 76 % der ausländischen Studierenden aus einem anderen EU-Land.

Hintergrund

„Bildung auf einen Blick" wird jährlich von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt, die dafür Daten von Eurostat und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) nutzt.

Der Bericht informiert über die aktuelle Situation im Bildungsbereich, u. a. die investierten Finanzmittel und Personalressourcen, die Schüler-Lehrer-Relation, Unterrichtsstunden, Absolventenzahlen und Prüfungsergebnisse, Bildungszugang, -beteiligung und –fortschritt sowie Angaben zu Lernumfeld und Organisation der Einrichtungen.

Die neuen Indikatoren beziehen sich vor allem auf die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auf die Bildungsausgaben und darauf, was Bildung für makroökonomische Ergebnisse wie das Bruttoinlandsprodukt bedeutet. Weiterhin werden in dem Bericht Themen aufgegriffen wie Systeme für frühkindliche Bildung und generationenübergreifende Mobilität im Hochschulbereich, Faktoren, die die Bildungsausgaben beeinflussen, die Bildungserwartungen 15-Jähriger, die Zusammensetzung des Lehrkörpers und die Bedeutung von Prüfungen für den Zugang zur Sekundar- und Hochschulbildung.

Der Bericht enthält Bildungsdaten aus den 34 OECD-Mitgliedsländern. Dies sind 21 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Vereinigtes Königreich), 4 weitere europäische Länder (Island, Norwegen, Schweiz, Türkei) und 9 außereuropäische Länder (Australien, Chile, Israel, Japan, Kanada, Korea, Mexiko, Neuseeland, USA). Außerdem enthalten sind Angaben zu Brasilien und der Russischen Föderation sowie teilweise zu Argentinien, China, Indien, Indonesien, Saudi Arabien und Südafrika.

Die 6 EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Lettland, Litauen, Malta, Rumänien und Zypern sind keine OECD-Mitgliedsländer und werden daher von dem Bericht nicht erfasst.

Die Europäische Kommission und die OECD haben heute auch bekanntgegeben, dass sie für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit vereinbart haben, da Bildungs- und Qualifikationsfragen in der Strategie für Wachstum und Beschäftigung „Europa 2020“ von wachsender Bedeutung sind. Dies wird ihre Arbeit im Bereich allgemeine und berufliche Bildung für ihre jeweiligen Mitgliedstaaten in ihrer Wirkung und Wertigkeit stärken.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit in diesem neuen Rahmen sind Länderanalysen, Qualifikationsstrategien und die Kooperation in Studien wie PISA und der künftigen PIAAC-Studie über die Kompetenzen von Erwachsenen.

Weitere Informationen

Eine offizielle Stellungnahme wird um 11 Uhr als Webstream ins Netz gestellt

Der vollständige Text des Berichts steht auf einer Website.

Bildung auf einen Blick 2012: OECD Indikatoren

Europäische Kommission: Die EU-Ziele in der allgemeinen und beruflichen Bildung

Anlage 1: Anteil und Altersstruktur der Neuzugänge im tertiären Bereich (2010)

Anlage 2: Altersstruktur der Lehrkräfte im Sekundarbereich (2010)

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 2 295 92 58); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 2 295 96 67)


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